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Donnerstag, den 27. September 2018 13:00

Equal Pay Day im Bez. Linz-Land


Infoaktion in Enns

Frauen in Linz-Land verdienen immer noch klar weniger | Unterschied zu männlichen Kollegen liegt bei jährlich 14.276 Euro

Obwohl sich die Lohn- und Gehaltsschere, etwa durch die kollektivvertraglichen Mindestlöhne von 1500 Euro, in den vergangenen Jahren etwas geschlossen hat, verdienen Frauen im Bezirk Linz-Land immer noch um 26,3 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen – pro Jahr ist das ein Betrag von 14.276 Euro. „Der Unterschied wird zwar geringer, aber das passiert viel zu langsam“, kritisiert Heidemarie Schreiberhuber, Vorsitzende des FrauenKraftWerkes des ÖGB Linz-Land.

Beim Equal Pay Day, der im Bezirk Linz-Land heuer auf den 26. September fällt, machen Frauen darauf aufmerksam, dass Männer an diesem Tag so viel verdient haben wie die Frauen im ganzen Jahr. Oberösterreichweit findet der Equal Pay Day heuer am 4. Oktober statt. Damit nimmt Oberösterreich eine traurige Rolle ein – nämlich den vorletzten Platz unter allen Bundesländern. Nur in Vorarlberg ist die Einkommensschere noch größer als in Oberösterreich.

„Ziel ist der 31. Dezember“
„Gerade deshalb muss man endlich Veränderungen einleiten, denn unser Ziel ist es weiter, dass der Equal Pay Day am 31. Dezember stattfindet und Frauen damit für ihre Leistungen fair entlohnt werden“, fordert die Frauenvorsitzende im ÖGB Oberösterreich Elfriede Schober. Dazu brauche es einen Ausbau der flächendeckenden, leistbaren und vor allem qualitativ hochwertigen Kinderbildungseinrichtungen mit Öffnungszeiten, die eine Vollzeitbeschäftigung ermöglichen. „Durch das neue Arbeitszeitgesetz mit 12-Stunden-Tag und 60-Stunden-Woche wird es für Frauen allerdings noch schwieriger, Vollzeit zu arbeiten“, sieht Schober einen Angriff auf die Selbstbestimmung der Frauen.

Daneben muss aber noch viel mehr geschehen. „Ein kollektivvertragliches Mindesteinkommen von 1700 Euro bei Vollzeitbeschäftigung wäre ein wichtiger Schritt, für den wir kämpfen“, kündigt Schreiberhuber an und fordert auch die verpflichtende Offenlegung der Einkommen innerhalb der Betriebe: „Einkommensberichte nur in Großbetrieben sind zu wenig.“ Unterstrichen werden von Schreiberhuber auch die Forderungen nach gleichem Stundenlohn für Vollzeit- und Teilzeitkräfte (etwa bei Zulagen oder Zuschlägen) sowie die volle gesetzliche Anrechnung von Karenzzeiten auf alle dienstzeitabhängigen Ansprüche.

 

Bild (ÖGB): Infoaktion in Enns


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