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Freitag, den 16. November 2018 13:00

Neue Impulse für Wirtschaft & Kultur


Der geplante Markt am Steyrer Stadtplatz

Steyr, Kremsmünster und Kirchdorf gestalten gemeinsam mit ihren Umlandgemeinden

15 oberösterreichische Städte und ihre umliegenden Gemeinden kooperieren als „Stadtregionen“
und möchten den verbindenden Nahverkehr, die gemeinsame Siedlungsentwicklung und die
Naherholungsstrukturen verbessern und aufwerten. Strategische Unterstützung und
Prozessbegleitung erhalten sie dabei vom Regionalmanagement Oberösterreich (RMOÖ). Kofinanziert werden die Projekte im Förderschwerpunkt „Stadt?Umland?Kooperationen“ im Rahmen
des EU Förderprogramms „Investition in Wachstum und Beschäftigung“ (IWB) sowie vom Land
Oberösterreich.

Alle oberösterreichischen Stadtregionen haben eine gemeinsame Entwicklungsstrategie beschlossen
und setzen nun anhand dieser Strategie Projekte um. Um den CO?Ausstoß zu verringern, werden
Ausbau und Erneuerung von Rad? und Fußgängerwegen gefördert. Der zweite Förderschwerpunkt,
auf den sich die meisten Stadt?Umland?Kooperationen konzentrieren, ist die Weiterentwicklung der
Naherholungsangebote.

Wirtschaftsreferent Landeshauptmann?Stv. Michael Strugl ist vom positiven Effekt der
Zusammenarbeit zwischen den Städten und ihren Umlandgemeinden überzeugt: „Die Städte und ihre Umlandgemeinden funktionieren ausgezeichnet als Wirtschaftszentren unseres Landes und
profitieren voneinander. Damit das auch so bleibt, müssen beiderseits die besten Bedingungen
geschaffen werden. Die Unternehmen brauchen qualifizierte Mitarbeiter, auf die sie langfristig bauen
können. Attraktive Wege zur Arbeitsstätte, bei denen das Auto auch einmal in der Garage bleiben
kann, sowie ansprechende Naherholungsangebote für alle Zielgruppen spielen hier eine wesentliche
Rolle.“

„Oberösterreichs Städte sind eng mit ihren Nachbargemeinden verflochten: Arbeitskräfte und Schüler
pendeln in die Städte, Einkäufe werden in der Stadt erledigt und kulturelle Veranstaltungen besucht.
Umgekehrt schätzen Stadtbewohner die Natur in den umliegenden Gemeinden sowie die Freizeit? und Sportmöglichkeiten. Diese engen Stadt?Umland?Beziehungen bringen aber auch starken Pendler?
Verkehr, Zersiedelung und leerstehende Dorfkerne mit sich“, so RMOÖ?Geschäftsführerin Silke
Sickinger. Diese negativen Auswirkungen können die Städte und Gemeinden nur gemeinsam lösen,
daher wurde das Projekt Stadt?Umland?Kooperationen ins Leben gerufen. Die Regionalmanager der
RMOÖ sind die erste Anlaufstelle für Städte und Gemeinden und unterstützen die Stadtregionen bei
der Strategieentwicklung und den Förderanträgen und sind Schnittstelle zwischen Stadtregion und
Förderstelle. „In vielen Bereichen der Regionalentwicklung wie wirtschaftliche Entwicklung,
Infrastruktur und Siedlungsentwicklung hat sich das Modell der interkommunalen Kooperation bereits bewährt. Deshalb setzen wir bei den speziellen Herausforderungen der Stadt?Umland?Regionen ebenfalls auf die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit“, erklärt Sickinger.

In der Region Steyr?Kirchdorf gibt es drei Stadt?Umland?Kooperationen, die Stadtregionen Steyr?
Umgebung, Kremsmünster und Kirchdorf an der Krems (siehe Anhang). Begleitet werden die
Regionen von RMOÖ?Regionalmanager Alois Aigner. „Die Städte und Gemeinden haben im Lauf des
Prozesses erkannt, dass sie von einer strategischen Kooperation nur profitieren können.

Dementsprechend gibt es in den Stadtregions?Gremien viele Ideen und eine hohe Motivation zur
Zusammenarbeit, damit sich die Region attraktiv weiterentwickelt“, sagt Aigner. „Die Gemeinden
werden von mir während des gesamten Prozesses begleitet und bei der Förderantragstellung und
Umsetzung ihrer Projekte unterstützt.“

Die Gemeinden der Stadtregion Steyr?Umgebung haben ihre gemeinsame Strategie bereits
fertiggestellt und beschlossen. Und auch ein Umsetzungsprojekt wurde bereits genehmigt: der
Marktplatz der Region am Stadtplatz in Steyr. Das Projekt ist aus Überlegungen zur Belebung von
Dorf? und Stadtzentren entstanden und soll dazu beitragen, die Steyrer Innenstadt als
Handelsstandort attraktiv zu halten, die Wirtschaft anzukurbeln und die Produzenten aus der Region
zu stärken. Für den Markt wird ein Teil des Stadtplatzes rund um den Leopoldibrunnen neugestaltet
und mit Strom? und Wasseranschlüssen ausgerüstet. In fünf mobilen Marktständen sollen an zwei bis drei Tagen in der Woche Produkte aus den umliegenden Gemeinden verkauft werden. Den
Gemeinden der Stadt?Umland?Kooperation Steyr?Umgebung werden außerdem die Marktstände für
eigene Veranstaltungen kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Markt soll im ersten Quartal 2019
eröffnet werden.

Zum Thema Naherholung befinden sich in der Stadtregion Steyr?Umland zurzeit sieben Projekte in
der Konkretisierungs?Phase, die im nächsten Jahr beantragt und umgesetzt werden sollen.
Das Thema Kultur bildet in der Stadtregion Kremsmünster den gemeinsamen Schwerpunkt. Die
gemeinsame Weiterentwicklung des Kulturangebots steht im Vordergrund. Eine Projektidee ist es
zum Beispiel, im neu sanierten Stadttheater Bad Hall eine Galerie zu eröffnen, um neben der
darstellenden auch die bildende Kunst genießen zu können. Das Kulturzentrum „Kino“ in
Kremsmünster soll mit neuen Licht? und Tonanlagen auf einen aktuellen technischen Stand gebracht
werden. Auf die Möglichkeit einer kulturellen Nutzung wird die ehemalige Trinkhalle in Bad Hall
geprüft.

In der Stadtregion Kirchdorf wird man sich auf die Themen „Belebung von Leerstand“ und
„Radwege“ konzentrieren.

 

Bild (Daniel Reichsthaler): Der geplante Markt am Steyrer Stadtplatz