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Mittwoch, den 27. Februar 2019 08:00

Mit Tanz und frechen Gstanzl´n


Lindlbauern Rud aus Wolfern

Fasching endet in Sierning mit traditionellem Rudenkirtag

SIERNING. In der Marktgemeinde Sierning wird die Faschingszeit seit 287 Jahren traditionell mit dem Weltkulturerbe Rudenkirtag abgeschlossen.

Diese Traditionsveranstaltung findet heuer am Faschingsdienstag, den 5. März 2019 im Landgasthof Forsthof und im neuen Rudensaal in Sierning statt, wobei elf Ruden ihr Kommen zugesagt haben. Überlieferungsträger des „Traunviertlers“ waren und sind die Ruden, ursprünglich meist bäuerliche Jungmännerbünde, später für alle Altersgruppen als „kameradschaften“ zugänglich. „Rud“ kommt von althochdeutsch „roto“, d.h. Schar und führte zu Rotte – Rudel – Rud. Beim Tanz des Traunviertler Landlers singen sie dazu in spöttischer und frecher Art in Achtzeiler-G’stanzln, wo sie die Begebenheiten und beteiligten Personen aus Politik und Alltag dem Publikum zu Gehör bringen. Die Ehre der Angesungenen endet nach dem Auftritt meist mit einer spendierten Getränkerunde.

A Gstanzl is a spöttLich’s Liad,
wo wer „augsunga“ wird,
des is für den a große Ehr,
drum zahlt a an Liter oder mehr.
8 Zeil’n muass hab’n, des is ganz g’wiss
Und doss am Schluss zan locha is,
a wengerl goschert, doch nia g’schert,
so wia ma s’halt va uns stets hert.

Besonders geehrt wurde der Sierninger Rudenkirtag vor fünf Jahren (im Jahr 2013) mit der Eintragung in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO Österreich.

In Begleitung der Musikkapelle Hilbern erfolgt am Faschingsdienstag um 8.45 Uhr der Einzug der Ruden mit Rudenobmann Engelbert Hundsberger in die Sierninger Pfarrkirche. Um 10 Uhr beginnen die Rudentänze im Forsthof und im Rudensaal.

Neben den Rudentänzen lockt der Sierninger Rudenkirtag tausende Schau- und Kauflustige zum Kirtagstreiben in der Neustraße und am Kirchenplatz. Neben den unzähligen Kirtagsstandl gibt es eine Auto- und Landmaschinenausstellung und einen Faschingsausklang im Festzelt vor dem Schloss mit zünftiger Musik.

Die junge Waldneukirchner „Steinersdorfer Rud“ feiert heuer Premiere beim Sierninger Rudenkirtag. „Wir sind früher als Lausa Rud schon ein paarmal beim Rudenkirtag aufgetreten“, erzählt Philipp Raindl als Leiter der Gruppe. Die neue Rud wurde von der routinierten „Eggstoana Rud“ und mit Hilfe von Franz Ganglbauer unterstützt und seit Jahresbeginn wurde jede Woche geprobt.

 

Bild 1 (alle geh - Gerhard Hütmeyer): Lindlbauern Rud aus Wolfern
Bild 2: Geigenspielerinnen mit Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer.