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Donnerstag, den 04. April 2019 08:00

Zentralraum Oberösterreich


die Vorsitzenden der Tourismusverbände

Ein neuer Tourismusverband stellt sich vor

Ansfelden, Enns, Mauthausen und Perg stehen vor Zusammenschluss
Die Tourismusverbände Ansfelden, Enns. Mauthausen und Perg wollen sich zum Tourismusverband Zentralraum Oberösterreich fusionieren. Zu den strategischen Kernthemen Business, Kultur und Naherholung werden Produkte entwickelt. Damit sollen zusätzliche Nächtigungsgäste gewonnen werden und die Wertschöpfung in der Region steigen. In der Digitalisierung des touristischen Bereichs übernimmt der Verband eine Vorreiter-Rolle.

Ein Zusammenschlusses ist wegen des neuen OÖ Tourismusgesetzes notwendig. Bis Ende 2019 müssen Tourismusverbände diese Mindest-Kennzahlen erfüllen: 200.000 Nächtigungen, 600.000 Euro Umsetzungs-Budget und die Ausrichtung der Tourismusstrategie an den Vorgaben der Landestourismusorganisation. Diese Vorgaben erfüllen die vier Tourismusgemeinden, zudem interessieren sich einige Betriebe aus Nicht-Tourismusgemeinden für eine Zusammenarbeit.
Nach Gesprächen mit mehreren möglichen Partnern stellt sich die Konstellation „Zentralraum OÖ“ für die vier Verbände als beste Lösung dar. Das Hauptaugenmerk der touristischen Anbieter liegt in allen vier Gemeinden im Segment der Geschäftsreisenden. Für diese werden nun gemeinsam einzigartige Serviceleistungen entwickelt. Als weiteres Thema steht die Vernetzung von Kulturveranstaltungen und Genuss-Themen auf der Agenda. Schließlich sehen die Verantwortlichen auch die Bereiche Naherholung und Events als gemeinsame Aufgabenbereiche. Über all dem steht die Einigung, in der Kommunikation zum Gast das Thema Digitalisierung vorbildlich und konsequent umzusetzen. Obwohl auf Verbandsebene schon üblich, ist die Professionalisierung möglichst vieler Betriebe in diesem Thema eine große Herausforderung.

Business, Kultur und Naherholung
Die Geschäftsreisenden gelten allen vier Verbänden als wichtigste Zielgruppe. Denn diese weist in allen Orten die höchste Anzahl an Nächtigungen aus. Zumeist handelt es sich bei diesen Gästen um Kunden der vielen Gewerbe- und Industriebetriebe in dieser Region. Für diese Gäste soll das Aufenthaltserlebnis weiter verbessert werden. So sollen Angebote standardisiert und die Qualität weiter verbessert werden. Ebenso sollen Einladungen zu Meetings, Incentives, Conventions, Exhibitions (MICE) gemeinsam nach außen kommuniziert werden um auch damit mehr Gäste zu bedienen. Die vier Partner wollen den Gästen vor Ort mehr bieten als ein Bett, Essen, Getränke und dazu ein paar beschilderte Freizeitwege. Die Vielfalt und Abwechslung, die der Zentralraum OÖ bietet, wird in die Produktentwicklung einfließen.

Im Vergleich mit anderen Zusammenschlüssen, die geprüft wurden, spricht vor allem der Ganzjahres-Zyklus für diese Lösung. Die absolut homogene Gästestruktur und gleiche Aufgaben und Ziele sind eines der Hauptargumente für die Fusion zum Zentralraum OÖ. Chancen sehen die verantwortlichen Funktionäre auch im abwechslungsreichen Kultur-Angebot der Orte. Steigerungen bei den Nächtigungen erhoffen sich die Vertreter des neuen Verbandes „Zentralraum OÖ“ in diesem Bereich insbesondere an den Wochenenden. Gelingen soll das mit einem Veranstaltungs-Netzwerk. Darauf aufbauend werden attraktive Produkte entwickelt und diese auf dem Markt platziert.

Der Weg in die gemeinsame Zukunft
Nach Gesprächen mit unterschiedlichen Partnern trafen sich die Vorstände der Tourismusverbände Ansfelden, Enns, Mauthausen und Perg im Februar 2018 zu einem ersten Fusionsgespräch. Dabei berücksichtigten die Partner die Vorgaben der Tourismusstrategie 2022 des Landestourismusverbandes. Schon im Mai 2018 war man sich einig und ging in Detailgespräche. Im August 2018 wurde die Zusammenarbeit fixiert. Als gemeinsame Ziele definierten die Tourismusexperten aus dem oberösterreichischen Zentralraum vier Meilensteine:

  • die Service- und Dienstleistungsqualität im Tourismus gemeinsam stärken, insbesondere durch Förderung der digitalen Kompetenz und Präsenz aller Partner
  • die gemeinsam erarbeiteten Angebote und Produkte orientieren sich an den Gästen und den für die Betriebstypen der Region relevanten Ziel-Märkten
  • gemeinsame Aktivitäten sollen die Themen Kultur&Kulinarik in der Region stärken; wert gelegt wird dabei auf regionale und saisonal typische Produkte
  • die Naturräume der Region (z.B. Traun-Auen, Donau-Ebene, Schluchtwald Naarntal) Naherholungssuchenden mit Bewegungs-Angeboten vermitteln


Das Land Oberösterreich verfolgt mit den Vorgaben des Gesetzes das Ziel, die Wertschöpfung aus dem Tourismus bis 2022 um 15% zu steigern. Im Zentralraum soll das durch die Verschränkung der Angebote von Hotels und Gastronomiebetrieben mit der starken Handelslandschaft und Direktvermarktern aus der Landwirtschaft übertroffen werden. Die Vertreter der vier Verbände erkannten, dass die gesetzlichen Vorgaben des Landes und die eigenen Ziele in dieser Konstellation am besten zu erreichen sind. Vor allem deshalb, weil am Verhandlungstisch Vertreter führender Betriebe aus den vier Orten sitzen, die persönliche Verantwortung für die erfolgreiche Zusammenarbeit übernehmen. Dazu ist es den beteiligten Orten wichtig, die projektorientierte Zusammenarbeit mit der Landestourismusorganisation und allen angrenzenden Tourismusverbänden zu vertiefen. So wird es vor allem mit dem Tourismusverband Linz Überschneidungen geben, ebenso aber auch mit dem Verband Donau und den Verbänden südlich und nördlich der Grenzen des Tourismusverbandes Zentralraum Oberösterreich.

Wichtiges Vorhaben: Vorreiter bei Digitalisierung
Ein zentrales Anliegen des neuen Tourismusverbandes ist die Digitalisierung in der Kommunikation, der Buchung und der Präsentation vor Ort. Schritt für Schritt werden nun auch Inhalte der Geschichte und das Museums-Angebot digital aufbereitet. Jüngere Zielgruppen schätzen die Verknüpfung neuer Technologien mit den Inhalten der Geschichte eines Ortes. Das ist eine Erkenntnis der Stadt Enns aus der Landesausstellung 2018. Diese dient als Benchmark für den Zentralraum OÖ.

Statements
Thomas Stockinger, Vorsitzender Tourismusverband ANSFELDEN
Wir übernehmen die wirtschaftliche Verantwortung für diese Lösung mit unseren eigenen Betrieben. Die Tourismusverbände Ansfelden – Enns – Mauthausen & Perg haben sich, so wie es der Auftrag der Landesregierung war, freiwillig gefunden und möchten nun beginnen zusammenarbeiten.

Gottfried Kraft, Vorsitzender Tourismusverband MAUTHAUSEN
Die Arbeit vor Ort und die örtlichen Strukturen, welche für die Umsetzung einer erfolgreichen Tourismusstrategie dringend notwendig sind, können nur dann gewährleistet werden, wenn eine freiwillige und wertschätzende Zusammenarbeit besteht.

Wolfgang Brunner, Vorsitzender Tourismusverband ENNS
Diese Lösung macht Sinn, weil wir so neue und lukrative Zielgruppen für ganz OÖ ansprechen. Wir erfüllen die gesetzlichen Voraussetzungen für einen eigenständigen Tourismusverband und würden uns jetzt wahnsinnig gerne an die Arbeit machen. Mit dieser Lösung wäre auch die Ennser Radfähre, welche 25.000 Personen im Jahr befördert, abgesichert. In unserer Region basiert sehr viel Arbeit auf freiwilligen Helfern, welche absolut hinter der von uns angestrebten Lösung stehen.

Klaus Manner, Vorsitzender Tourismusverband PERG
Wir haben von Anfang an unsere Fühler in mehrere Richtungen ausgestreckt und mit möglichen Partnern verhandelt. Eine gemeinsame Lösung mit Linz, wo alle Seiten auf gleicher Augenhöhe zusammenarbeiten, steht immer noch zur Diskussion. Aus betrieblicher Sicht ist unsere Lösung zurzeit die beste Variante. Wir wollen mit der Umsetzung beginnen. Tourismus ist ein schnelllebiges Geschäft, bei dem niemand auf einen wartet. Auch die Perger Wirtschaft spricht sich klar für diese Lösung aus.

 

Bild (c) gemeindejournal.at - die Vorsitzenden der Tourismusverbände


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