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Dienstag, den 10. Oktober 2017 08:55

Lebensqualität - Kreativität


Blick auf den Attersee

Die Bergsteigerdörfer tagen in Steinbach am Attersee

Vom 12.-15. Oktober 2017 findet im Bergsteigerdorf Steinbach am Attersee die 10. Jahrestagung Bergsteigerdörfer statt. Passend zur reichen kulturellen Geschichte der Region beschäftigt sich die heurige Tagung mit dem Thema „Gemeinschaft - Lebensqualität - Kreativität: Die Kultur der Bergsteigerdörfer“.

Was sind die Bergsteigerdörfer?
In enger Zusammenarbeit mit Alpenkonvention, dem Bundesministerium für ein lebenswertes Österreich und dem Fonds für Ländliche Entwicklung konnte der Österreichische Alpenverein vor rund zehn Jahren das Leuchtturmprojekt „Bergsteigerdörfer“ etablieren – die Vorbereitungen liefen bereits seit 2005.

Damals wie heute zeigen die Bergsteigerdörfer die Möglichkeiten einer alternativen Tourismusentwicklung für den Alpenraum auf. Heute ist dieses Ziel so aktuell wie noch nie: Skigebiete expandieren, der Event-Tourismus boomt und naturbelassene Räume für den naturnahen Tourismus werden knapper.

Der Kreis der Bergsteigerdörfer ist zwar aufgrund strikter Kriterien überschaubar und exklusiv. Gleichzeitig werden die Gemeinden durch ihre vereinte Überzeugung und Verpflichtung zum Naturschutz für einen wichtigen Impuls zur nachhaltigen Entwicklung im Alpenraum sorgen.
Zu den Pflichtkriterien für eine Aufnahme in den elitären Kreis gehören: Tourismusqualität (Schutzhütten, Partnerbetriebe), Alpinkompetenz (Wegenetz, Alpinberatung, Tourenprogramm), Ortsbildqualität (Ortsbildpflege und -entwicklung), Landschaftsqualität (Schutzgebiete, kein Erschließungsdruck), Mobilitätsqualität (öffentlicher Nahverkehr) und Kooperationsqualität (Überzeugung, Motivation und Austausch). Sämtliche ausgezeichneten Orte sind auf www.bergsteigerdoerfer.org gelistet.

In Österreich gibt es aktuell 20 Bergsteigerdörfer, zwei davon in Oberösterreich: Steinbach am Attersee und Grünau im Almtal. Weiters finden sich Lunz am See, Reichenau an der Rax, das Lesachtal, Vent im Ötztal, Ginzling im Zillertal, Johnsbach im Gesäuse, die Steirische Krakau, das Villgratental, das Großes Walsertal, das Tiroler Gailtal, Mallnitz, Malta, Hüttschlag im Großarltal und Weißbach bei Lofer bereits seit 2008 im Kreise der Bergsteigerdörfer. Mauthen (2011), St. Jodok, Schmirn- und Valsertal (2012), Sellraintal (2013) sowie Zell-Sele (2013) vervollständigen die Österreicher Runde.

Diese Veranstaltung findet bereits zum 10. Mal und einmal jährlich in einem Bergsteigerdorf statt. Sie richtet sich an alle Partner im Projekt: Vertreter der Partnerbetriebe, Bürgermeister, Alpenvereinsfunktionäre, Tourismusvertreter, Projektmitarbeiter aus ganz Österreich sowie Deutschland, Italien und Slowenien treffen hier alte Bekannte und neue Freunde. Die Möglichkeit wird genutzt, um Erfahrungen und Ideen auszutauschen und die KollegInnen in den anderen Bergsteigerdörfern kennen zu lernen. Zudem präsentiert sich das Bergsteigerdorf mit seinen „Spezialitäten“ und ein Schwerpunktthema wird mit Unterstützung hochkarätiger Vortragender eingehend erarbeitet und diskutiert. In Steinbach steht der Seminartag am 13.10.2017 auch BesucherInnen offen, welche gerne mehr über das Schwerpunktthema – oder einfach die Bergsteigerdörfer erfahren möchten.

Bergsteigerdörfer ohne Grenzen: 5 Alpenvereine – 4 Länder – 1 Netzwerk
Die Initiative „Bergsteigerdörfer“ kennt keine Grenzen und wurde 2017 noch internationaler. Für das zukunftsträchtige Netzwerk zur Entwicklung eines alternativen und naturnahen Tourismus im Alpenraum bedeutet dies eine enorme Stärkung.

Nach dem Deutschen Alpenverein (DAV) sind nun auch der Alpenverein Südtirol (AVS), der Slowenische Alpenverein (PZS) sowie seit kurzem der Italienische Alpenverein (CAI) gleichwertige Partner im Projekt des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV). In Zukunft präsentieren sich die Bergsteigerdörfer als ein länder-, regionen- und kulturübergreifendes Netzwerk aus ursprünglichen und naturbelassenen Orten. Ihr gemeinsames Ziel ist klar: Natur schützen, alpine Kultur und Tradition bewahren, sanften Tourismus fördern und Attraktivität im ländlichen Raum stärken! Außerhalb von Österreich gibt es mittlerweile 3 Dörfer in Bayern: Ramsau bei Berchtesgaden (2015), Sachrang & Schleching (2017) sowie das erste Dorf des Südtiroler Alpenvereins: Matsch bei Mals (2017). Jezersko in Slowenien kommt gleich wie Kreuth 2018 hinzu.

Alpenkonvention auch in Zukunft ideeller Unterstützer
Die Bergsteigerdörfer sind seit September 2016 als offizielles Umsetzungsprojekt der Alpenkonvention anerkannt. Dies wurde durch die Unterzeichnung des „Memorandum of Understanding“ in Vent durch Österreichischen Alpenverein und Alpenkonvention besiegelt. Damit geht auch die Verpflichtung einher, die Protokolle der Alpenkonvention noch konsequenter umzusetzen.

 

Bild: Blick auf den Attersee


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