Sie sind hier: BEZIRK KIRCHDORF » ST. PANKRAZ
Montag, den 08. Januar 2018 13:00

Mit Zuversicht ins neue Jahr


Leo Jindrak, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der WKOÖ

Oö. Gewerbe- und Handwerksobmann Leo Jindrak an neue Regierung: Rückenwind nutzen, Reformen rasch angehen und Konjunktur stärken

„Die Geschäftslage und die Erwartungen im oö. Gewerbe und Handwerk sind zwar nicht berauschend, aber sie sind stabil positiv. Und die Wachstumsprognosen der Wirtschaftsforscher für heuer lassen neuerlich ein kräftiges Plus von rund drei Prozent erwarten, was sich auch auf das Gewerbe und Handwerk auswirken wird“, erklärt Leo Jindrak, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der WKOÖ. Der oberste Vertreter der über 40.500 aktiven oö. Gewerbe- und Handwerksbetriebe appelliert vor diesem Hintergrund an die neue Bundesregierung, „ihr Programm rasch umzusetzen und den konjunkturellen Rückenwind für Reformen zu nutzen“.
 
Aus Sicht des oö. Gewerbes und Handwerks prioritär sind u.a. die Arbeitszeitflexibilisierung und Modernisierung des Arbeitsrechts, eine Fachkräfteoffensive samt Stärkung der dualen Ausbildung sowie ein Bürokratieabbau durch die Straffung der Genehmigungsverfahren und — ganz wichtig — die Abschaffung der Mehrfachbestrafung (Kumulationsprinzip). Weiters tritt Jindrak für die Senkung der Steuer- und Abgabenquote auf 40 Prozent samt Abschaffen der kalten Progression und für den flächendeckenden Breitbandausbau ein. Als wichtigen Konjunkturimpuls für die vielen kleinen und mittleren Betriebe des Gewerbes und Handwerks fordert er das Umsetzen der immer wieder verschobenen Bundes-Wohnbauoffensive.
 
Konjunktur im oö. Gewerbe und Handwerk hat sich verfestigt
Der aktuelle Konjunkturbericht der KMU Forschung Austria zeigt, dass die gute Gewerbekonjunktur aus den ersten drei Quartalen des Jahres 2017 auch im vierten angehalten und sich somit ver­festigt hat. „Nicht nur bei der Geschäftsentwicklung der vergangenen drei Monate, sondern auch bei den Erwartungen für das laufende Quartal herrscht durchwegs Zuversicht“, unterstreicht Jindrak. So rechnen 16 Prozent der Betriebe in den nächsten drei Monaten mit steigenden Umsätzen bzw. Aufträgen und nur 11 Prozent mit sinkenden. Im ersten Quartal 2017 waren noch die Pessimisten mit 16 zu 15 Prozent in der Überzahl.
 
Auch der Geschäftsgang war im letzten Vierteljahr 2017 um ein Vielfaches besser als zuvor. So registrierten 26 Prozent der Unternehmen eine gute Entwicklung (4. Quartal 2016: 23 Prozent) und 9 Prozent eine schlechte (2. Quartal 2016: 19 Prozent). „Das ist eine echte Trendumkehr, und zwar in den investitionsgüter- wie den konsumnahen Branchen“, so Jindrak. Das zeigt sich bei der Auslastung im Investitionsgüterbereich: Während beispielsweise im 4. Quartal 2016 noch 48 Prozent der Betriebe Kapazitäten frei hatten und sofort einen Auftrag hätten annehmen können, waren es im 4. Quartal 2017 nur 41 Prozent. In den konsumnahen Branchen verzeichneten 18 Prozent der Betriebe Umsatzsteigerungen, 15 Prozent Rückgänge. Im Vorjahresquartal war das Verhältnis mit 17 zu 18 Prozent noch negativ und im 4. Quartal 2015 waren es 19 Prozent mit Umsatzzuwächsen und gar 26 Prozent mit Umsatzrückgängen.

 

Bild: (WKOÖ): Leo Jindrak, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der WKOÖ