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Samstag, den 28. Juli 2018 08:00

Stromgewinnung vervierfacht


Besichtigung der neuen Wehranlage mit Fischaufstieg- und Wasserkraftschnecke.

Amstettner Ramsbachwehr wurde fertig gestellt

„Ein verantwortungsvoller Umgang mit den natürlichen Ressourcen unseres Lebensraumes“ steht im Leitbild der STADTwerke Amstetten und mit der Errichtung der Ramsbachwehr an der Url wird Amstettens Energieversorger diesem Anspruch einmal mehr als gerecht. Das Projekt mit einem gesamten Investitionsvolumen von rund 1,3 Mio. Euro wurde kürzlich fertiggestellt und in Betrieb genommen.

Die Projektierung war aufgrund der rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen eine besondere Herausforderung, berichtet STADTwerke-Direktor Ing. Robert Simmer: „Dieses Bauwerk verbindet eine wesentliche ökologische Verbesserung des Fluss-Systems mit einer modernen Stromerzeugung aus Wasserkraft.“

Bei der alten Wehranlage wurde bis zur mittleren Wassermenge von 2100 Liter pro Sekunde fast das gesamte Wasser aus der Url über den Mühlbach ausgeleitet und in einer Kleinwasserkraftanlage genutzt. Dabei konnte bedingt durch die begrenzte Menge und die geringe Fallhöhe nur wenig Energie erzeugt werden. Außerdem führte die Ausleitung dazu, dass die Url unterhalb des Wehrs in Trockenzeiten nur sehr wenig Wasser führte.

Ab sofort erfolgt die Energieerzeugung durch eine moderne Wasserkraftschnecke im Urlverlauf. Da nunmehr ein Großteil der Wassermenge und die gesamte Fallhöhe von fünf Metern genutzt werden können, kann mit dem 120-Kw Generator des Kraftwerks bis zum Vierfachen des bisherigen Stromertrages erzeugt werden, das sind rund 150 Megawattstunden jährlich.

Durch die EU-Wasserrahmenrichtlinie wurde darüber hinaus ein Fischaufstieg vorgeschrieben, der auch vom bis zu einen Meter langen Huchen bewältigt werden kann und als Fischschnecke ausgeführt wurde. Gemeinsam mit dem 2017 erneuerten Mündungsbereich der Url in die Ybbs können die Fische nun ungehindert bis zum Oberlauf des Flusses aufsteigen, wo sie auch ihre Laichplätze finden.

Durch eine flexibel gesteuerte Dotationsanlage wird auch künftig eine Mindestwassermenge in den Mühlbach abgegeben. Damit kann das Vorkommen der erst kürzlich entdeckten kleinen Flussmuschel (lat. Unio Crassus) im Mühlbach geschützt und das wertvolle Ökosystem Mühlbach auf Dauer erhalten werden.

Begeistert von der nachhaltigen Umsetzung des Projekts zeigte sich auch Bürgermeisterin Ursula Puchebner im Rahmen einer Besichtigung vor Ort: „Die detaillierte und teils mühevolle Planung hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Es wurde sichergestellt, dass auch die kommenden Generationen eine Win-win-Situation vorfinden, die sowohl den ökologischen als auch ökonomischen Zielen unserer STADTwerke gerecht wird.“

 

Bild (STADTwerke Amstetten): Besichtigung der neuen Wehranlage mit Fischaufstieg- und Wasserkraftschnecke. Bgm. Ursula Puchebner, Stv.-Dir. Ing. Franz Aigner