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Mittwoch, den 12. September 2018 13:00

Kooperation der FHs Linz und Steyr


Alice Reiter, MBA, Dr. Gerald Reisinger, Landesrätin Mag.a Christine Haberlander, MMag.a Bettina Schneebauer und FH-Prof. DI Dr. Martin Zauner, MSc

Start des ersten gemeinsamen Studiengangs von FH Oberösterreich und FH Gesundheitsberufe OÖ in Linz.

Lehre und Forschung im Anwendungsfeld der medizinischen Diagnosegeräte stärken – diese gemeinsame Ambition haben die beiden oberösterreichischen Fachhochschulen nunmehr in einer Kooperation fixiert. Den Worten folgen auch unmittelbar Taten: Der erste Joint-Masterstudiengang „Applied Technologies for Medical Diagnostics“ (ATMD) der beiden oberösterreichischen Fachhochschulen FH Oberösterreich und FH Gesundheitsberufe OÖ hat mit Anfang September gestartet. Dieses Studium ist zugleich das erste FH-Studium Österreichs, welches von zwei Fachhochschulen in Kooperation betrieben wird.

In der Angewandten Forschung wird speziell das Expertenwissen der Gesundheitsberufe zur Weiterentwicklung medizinisch diagnostischer Geräte angewandt. Neben der technologischen Weiterentwicklung und Neuentwicklung von Diagnosegeräten, wie zum Beispiel im Nanobereich, medizinischer Materialien und Sensorik, wird dabei unter anderem auf die Gebrauchstauglichkeit Wert gelegt.

Die Basis für das neue Studienangebot ATMD bilden die vorhandenen Kompetenzen in den Studiengängen Medizintechnik/Medical Engineering der FH Oberösterreich sowie Radiologietechnologie und Biomedizinische Analytik der FH Gesundheitsberufe OÖ.
Die Lehre in den Studiengängen wird auch durch die einschlägige Angewandte Forschung der beiden Fachhochschulen befruchtet. So hat die FH Oberösterreich alle relevanten Aktivitäten zu diesem Thema im fakultätsübergreifenden Zentrum für technische Innovation in der Medizin (TIMed Center) gebündelt. Mit dem ATMD wird an der FH Gesundheitsberufe OÖ das Profil im Bereich der angewandten Wissenschaften u.a. im Applikationsbereich neuer IVD-Systeme und der Biotechnologie-Entwicklung ausgebaut.

Joint-Masterstudium „Applied Technologies for Medical Diagnostics“
Akademischer Abschluss: Master of Science (MSc) in Engineering
Studiendauer: 4 Semester (120 ECTS)
Organisationsform: Berufsermöglichend - Donnerstag und Freitag (ganztags); fallweise Samstags; Blockwochen

Zugangsvoraussetzungen: Bachelorstudium mit mind. 180 ECTS-Punkten: Medizintechnik, Biomedizintechnik (jeweils mit mind. 10 ECTS-Punkten in einschlägigen medizinischen Fächern), Radiologietechnologie oder Biomedizinische Analytik

Anforderungen an Studierende: Interesse für medizinisch-diagnostische Geräte, Regulatorische Anforderungen und Normen, Interdisziplinäre Teamarbeit, hohe Belastbarkeit
MED UP – Medical Upper Austria

Mit der Initiative „MED UP – Medical Upper Austria“ verfolgt das Land Oberösterreich das Ziel, neue Arbeitsplätze zu schaffen, die Patientenbetreuung maßgeblich zu verbessern, die F&E-Quote signifikant zu steigern, die internationale Sichtbarkeit zu erhöhen sowie wertvolle Synergien zwischen bestehenden Gesundheits-, Bildungs-, Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen und einschlägigen Unternehmen zu erschließen. In der Steuerungsgruppe von MED UP finden sich zahlreiche hochkarätige Akteure aus den wissenschaftlichen Einrichtungen in Oberösterreich. Deren Expertise bildet die Basis für die strategischen Aktivitäten dieser Initiative. MED UP wurde im Rahmen des strategischen Wirtschafts- und Forschungsprogramms „Innovatives Oberösterreich 2020“ ins Leben gerufen.

Einige Zahlen belegen auch die wirtschaftliche Bedeutung dieses Sektors für unser Bundesland: Oberösterreich verfügt über einen MedTech-Sektor mit 72 Life Science-Unternehmen, davon 19 aus dem Bereich Biotech/Pharma und 53 MedTech-Unternehmen mit rund 6.750 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von geschätzten 1,9 Milliarden Euro.

Ein mit 2,3 Millionen Euro dotiertes Leitprojekt soll die Stärken der oberösterreichischen MedTech-Branche auch international ins Rampenlicht rücken. Die Ausschreibung für dieses Leitprojekt läuft noch bis zum 3. Dezember 2018.

Kooperation als Schlüssel zu besserer Position im Wettbewerb
Eine intensivere Zusammenarbeit der Hochschulen in unserem Bundesland ist nun einer der Schlüssel dafür, um Oberösterreich im Wettbewerb der Bildungs- und Forschungsstandorte zukunftsfit zu machen. Mit dem Joint-Masterstudiengang ATMD folgten den Ankündigungen sogleich Taten. Durch die hohe Relevanz des Curriculums dieses Master-Studienganges für die medizintechnische Industrie wird das in den Gesundheitsberufen beheimatete Know-how mit Technikwissen angereichert für die Wirtschaft besser als bisher nutzbar gemacht.
Die Absolventinnen und Absolventen von ATMD erschließen sich ein neues Berufsfeld und in der Folge deren künftige Arbeitgeber auch neue Märkte.

Aufgrund der Rahmenbedingungen und des vorhandenen Potenzials ist es das Ziel des Landes Oberösterreich, neue Betriebe und Forschende anzusiedeln und die Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen auf höchstem Level arbeiten zu lassen.

Landesrätin Mag.a Christine Haberlander
Das Zusammenrücken der beiden oberösterreichischen Fachhochschulen in der medizinnahen technologieorientierten Lehre und Forschung bedeutet einen kräftigen Schub für dieses wichtige Zukunftsthema in unserem Bundesland. Der Joint-Masterstudiengang ATMD ist zugleich das erste FH-Studium Österreichs, welches von zwei Fachhochschulen in Kooperation betrieben wird.
Die Ausbildungswege in den Berufen des Gesundheitssektors haben im letzten Jahrzehnt einen tiefgreifenden Wandel durchgemacht. Sichtbare Zeichen dafür sind die Reform der Pflegeausbildung ebenso wie ein erstmals in der Bologna-Architektur konzipiertes neues Medizinstudium in Linz.
Mit Gründung der FH Gesundheitsberufe OÖ wurde ab dem Studienjahr 2010/2011 schließlich ermöglicht, in Oberösterreich an „Akademien“ etablierte Ausbildungen im Gesundheitsbereich auf Hochschulniveau und mit international anerkanntem Studienabschluss anzubieten.
Diese Studiengänge befähigen die Absolventinnen und Absolventen, den immer komplexeren Anforderungen im Gesundheitswesen gerecht zu werden, die aus sozialen, medizinischen, technischen und wirtschaftlichen Veränderungen resultieren. Jahrelange Ausbildungs-Erfahrung der Lehrteams und der Spitäler, Vortragende aus der Praxis, Praktika in Gesundheitseinrichtungen und nicht zuletzt die Erfahrung der drei Gesellschafter gewährleisten eine fachlich fundierte, praxisorientierte Ausbildung und die intensive Zusammenarbeit von Forschung und Lehre.

Mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem
Mit dem Joint-Masterstudiengang ATMD steht Absolventinnen und Absolventen der technisch orientierten Gesundheitsstudien Radiologietechnologie und Biomedizinische Analytik nun ein fachlich einschlägiges Masterstudium offen. Für diese beiden Berufsgruppen wird damit die Durchlässigkeit im Bildungssystem erhöht. Aus der Sicht der FH Gesundheitsberufe OÖ bedeutet dies einen großen Schritt hin zur weiteren Profilbildung der Gesundheitsberufe im Hochschulbereich sowie in der Forschungs- und Innovationslandschaft.

Zugangsvoraussetzungen sind außer einem abgeschlossenes Bachelor- oder Diplomstudium der Medizintechnik ein Bachelor-Abschluss der Radiologietechnologie oder der Biomedizinischen Analytik.

Studium und Beruf vereinbaren
Das berufsermöglichende viersemestrige Studium endet mit einem Master of Science in Engineering (MSc). Der Aufbau des Studiums folgt dem Ziel, Berufstätigen die

Teilnahme zu ermöglichen, wobei die Lehrveranstaltungen wechselweise an der FH Gesundheitsberufe OÖ sowie der FH Oberösterreich in Linz stattfinden. Auch über die Stundenplangestaltung hinaus sind die Studiengangsleitungen bestrebt, die Vereinbarkeit von Beruf und Studium so einfach wie möglich zu machen.

Das Studium findet im Kern an Donnerstagen und Freitagen ganztags sowie an Samstagen fallweise statt. Zusätzlich sind einzelne Blockwochen eingeplant, da geblockte Abwesenheiten für die Arbeitgeber der Studierenden in der Regel leichter akzeptabel sind.

 

Bild (Land OÖ) v.l.: Alice Reiter, MBA, Dr. Gerald Reisinger, Landesrätin Mag.a Christine Haberlander, MMag.a Bettina Schneebauer und FH-Prof. DI Dr. Martin Zauner, MSc


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