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Donnerstag, den 08. November 2018 08:00

Karate WM in Madrid


Bettina Plank in action

Wels-do-Kämpferin Bettina Plank im kleinen Finale, Alisa Buchinger haderte mit Fehlurteil

Nerven aus Stahl bewies Bettina Plank bei ihrem WM-Einsatz in Madrid: Die Bronze-Medaillen-Gewinnerin von 2016 steht erneut im kleinen 50kg-Finale und holte damit für das Karate Austria-Team als letzte Einzelkämpferin die Kohlen aus dem Feuer. Zuvor war Ex-Weltmeisterin Alisa Buchinger im 61kg-Achtelfinale einer Kampfrichter-Fehlentscheidung zum Opfer gefallen.

 

Sie war Österreichs letzte Medaillenhoffnung, hielt diesem Druck stand und kämpft um Bronze. „Wir sind extrem glücklich“, atmete Karate Austria-Generalsekretär Ewald Roth nach Bettina Planks Halbfinaleinzug auf: „Sie bewies ihre Konstanz und setzte sich in diesem enorm starken Teilnehmerfeld durch. Triple-Weltmeisterin Alexandra Recchia scheiterte etwa schon in Runde eins. Man sieht, dass das Niveau seit der Aufnahme ins Olympiaprogramm noch höher ist. Aber auf Betti war wieder einmal Verlass. Sie kämpfte jedes Match taktisch perfekt.“

Zittern musste die Heeressportlerin nur in Runde eins: Gegen die äußerst  passiv agierende Chilenin Gabriela Bruna fand die 26-Jährige kaum Angriffsmöglichkeiten, gewann nach einem 0:0 durch Kampfrichterentscheid 3:2. „Danach musste ich wieder lange auf meine Gegnerin warten. Das kostete erneut Nerven“, sagte Plank, die von Trainer Juan Luis Benitez Cardenes gegen die unbekannte Algerierin Imane Taleb perfekt eingestellt wurde und 1:0 gewann.

Im Anschluss ging es gegen Carolina Gonzalez (GUA) um den Halbfinaleinzug – nach einem 0:0 gab es einen klaren 5:0-Kampfrichterentscheid. Im Semifinale geriet Plank dann gegen die Japanerin Miho Miyhara schnell mit 0:1 und 0:2 in Rückstand. Dann musste die Vizeeuropameisterin angreifen und kassierte einen Konter, verlor am Ende 0:6. „Ich weiß nicht, ob total happy oder ein bisschen down sein soll“, meinte Betti, die sich nun auf ihren Teameinsatz am Donnerstag konzentriert. Das kleine Finale steigt am Samstag ab 16:15 Uhr.

„Ich habe derzeit kein Glück“, ärgerte sich Alisa Buchinger, die Weltmeisterin von 2016 nach dem unglücklichen Aus im Achtelfinale. Die 61-Kilo-Athletin verlor gegen Haya Jumaa (Kan) denkbar unglücklich mit 0:1. „Eine äußerst fragwürdige Technik wurde gegen mich gewertet. Der Alibi-Tsuki ging mindestens 20 Zentimeter an meinem Kopf vorbei. Die Kanadierin hat mich nicht im Ansatz getroffen. Ein echtes Fehlurteil, gegen das auch mein Trainer Manfred Eppenschwandtner keinen Videoreview einfordern konnte“, war die Salzburgerin am Ende enttäuscht: „Ich habe mich taktisch super gefühlt, war mir sicher, ins Halbfinale zu kommen. Nach dem fragwürdigen Gegentreffer waren meine Angriffe aber leider nicht ganz im Ziel. Ich habe bis zum Schluss gekämpft, ich wollte das Blatt wenden, aber meine Beintechniken wurden nicht gewertet.“ Zuvor war Buchinger perfekt ins Turnier gestartet, besiegte Ortega Carrasco aus Panama klar mit 3:0 und hielt auch gegen die Vize-Weltmeisterin von 2012, Boutheina Hasanoui (Tun), großartig mit, brachte ein 0:0 über die Zeit und gewann durch einen 3:2-Kampfrichterentscheid.

Alisas Klubkollege Luca Rettenbacher feierte in der Klasse -75kg einen Sieg, bezwang Lee Ka Wei (HKG) nach einem 0:0 und Kampfrichterentscheid. In Runde zwei war gegen Joe Kellaway (Eng) Endstation – 0:1.

Erstrunden-Niederlagen kassierten Julia Reiter (-55 kg), Nina Vorderleitner (-68 kg), Stefan Pokorny (-67 kg/Shotokan Salzburg) und Niklas Hörmann (LZ Steiermark, -84 kg).

 

Bild (Martin Kremser): Bettina Plank in action