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Dienstag, den 04. Dezember 2018 08:00

Stadtjubiläum 2020


800 Jahre Freistadt

800 Jahre Freistadt - ein historisches Jubiläum wirft seine Schatten voraus | Freistadt informiert über geplante Projekte

Die Fakten:

  • Der Freistädter Gemeinderat fasste in seiner 5. Sitzung am 27. Juni 2016 einstimmig den Beschluss, im Jahr 2020 das 800-jährige Bestandsjubiläum von Freistadt zu feiern. Kulturstadtrat Klaus Fürst-Elmecker informierte damals den Gemeinderat darüber, dass Freistadt keine Gründungsurkunde besitzt und wir de facto nicht genau sagen können, wie alt die Stadt ist.
  • Der erste dokumentierte Hinweis, dass Freistadt eine fertige Stadt war, stammt aus dem Jahr 1220, als Freistadt Sitz eines Landgerichts wurde.
  • Der Freistädter Gemeinderat hat in seiner 11. Sitzung am 11. Dezember 2017 beschlossen, 118.000 Euro für das Stadtjubiläum im mittelfristigen Finanzplan vorzusehen.
  • Aufgrund des Gemeinderatsbeschlusses im Juni 2016 hat die Stadtgemeinde begonnen, die Freistädterinnen und Freistädter einzuladen, Ideen für Projekte und Veranstaltungen einzubringen, und Gespräche mit Vereinen, Organisationen und Projektwerbern zu führen.

Bürgermeisterin Mag. Elisabeth Paruta-Teufer:
„Wir bereiten uns seit zwei Jahren auf unser Jubiläumsjahr vor. Einige Projektwerber haben bereits sehr viel Zeit, Hirnschmalz, Energie und vor allem Herzblut in ihre Konzepte investiert. Dass wir so viele engagierte Menschen in Freistadt haben, die dieses Jahr gerne mitgestalten möchten, ist überwältigend, und dafür bin ich sehr dankbar. Warum wir diese Arbeit nun zunichtemachen sollten, nur weil fälschlicherweise 1930 schon einmal gefeiert wurde, stößt bei mir auf völliges Unverständnis. Irgendwann hat man auch einmal geglaubt, dass die Erde eine Scheibe ist. Und heute wissen wir es besser. Ich stehe nach wie vor zu 100 Prozent hinter unserem Jubiläumsjahr und bin davon überzeugt, dass Freistadt langfristig davon profitieren wird. Wir wollen uns 2020 nicht für ein Jahr lang selbst hochleben lassen, sondern mit kulturell wertvollen und nachhaltigen Projekten lmpulse für die Stadt setzen, die Jahre später noch nachhallen, so wie wir das auch bei der Landesausstellung 2013 getan haben.“

Kulturstadtrat DI Klaus Fürst-Elmecker:
„Freistadt soll und darf zumindest alle 10 Jahre ein schönes, gemeinsames Fest feiern. Das Jahr 2020 ist eine einmalige Gelegenheit, mehrere Jubiläen gemeinsam zu begehen und sowohl den Blick in seine faszinierende Vergangenheit wie auch in die Zukunft zu richten. Es soll meiner Meinung nach unter dem Motto ,Freistadt 800+´ stehen.“

Projekte:

  • Großes Chor-Orchester-Konzert der Jungen Philharmonie mit vielen mitwirkenden Freistädter Vereinen und Schulen
    Die Vereinsmitglieder der Jungen Philharmonie arbeiten seit über einem Jahr an einem großen Chor-Orchester-Konzert, bei dem möglichst viele Freistädterinnen und Freistädter von Jung bis Alt eingebunden werden sollen. Neben Beethoven und verschiedenen Filmmusikstücken würde auch ein speziell für Freistadt komponiertes und durch Sponsoren finanziertes Stück auf dem Programm stehen. Der Vertrag mit dem Komponisten des Auftragswerkes wurde aufgrund des engen Zeitrahmens bereits unterzeichnet und mit der Kompositionsarbeit begonnen.

Hermann Haider, musikalischer Leiter der Jungen Philharmonie:
„Eine Streichung des Jubiläumsjahres würde einer Absage an die engagierte Vereinsarbeit in Freistadt gleichkommen und auf Grund der bereits eingegangenen finanziellen Verbindlichkeiten vermutlich das Ende der Jungen Philharmonie besiegeln. Zahlreiche Vereinsmitglieder arbeiten ehrenamtlich dafür, das kulturelle Leben in Freistadt unermüdlich zu bereichern, und das soll nun der Dank sein? Dass politische Querelen dieses Engagement zunichtemachen?“

  • „ES WAR EINMAL. Stationen einer märchenhaften Stadt“ – Lebkuchenausstellung im Mühlviertler Schlossmuseum
    Ein fertiges Konzept für eine großartige Ausstellung im Mühlviertler Schlossmuseum hat das vierköpfige Ausstellungsteam rund um Kons. Emil Vierhauser, Ehrenobmann des Vereins, vorgelegt. Geplant ist eine Lebkuchenausstellung, die verschiedene Stationen vom Werden, Wachsen und Sein von Freistadt zeigt. Begleitet werden soll diese mehrmonatige Ausstellung von verschiedensten Sonderaktivitäten wie z.B. Sagenlesungen für Kinder.
  • Die FREISTÄDTER SCHÜTZENGESCHICHTE – Geschichtsblätter, Ausstellung und historisches Schützenfest
    Zweieinhalb Jahre harte Forschungsarbeit hat Alois Preinfalk seit dem Gemeinderatsbeschluss im Juni 2016 hinter sich. Es gelang ihm ungeahntes Quellenmaterial über die Schützengeschichte von Freistadt zutage zu fördern. Dieses soll im Zuge des Jubiläumsjahres in Form eines eigenen Bandes der Freistädter Geschichtsblätter veröffentlicht werden. Begleitend sind eine grenzüberschreitende Ausstellung im Schlossmuseum über das Schützenwesen und ein historisches Schützenfest, gespickt mit Spielen und Unterhaltungen nach Originalvorlagen, geplant.

    Alois Preinfalk:
    „In hunderten Forschungsstunden und ein mehrfaches dieser Zeit an Auswertung und Verarbeitung der Quellenfunde, hat die Geschichte der Freistädter Schützen schon klare Strukturen angenommen. Sollte die Abhaltung einer 800-Jahrfeier verhindert werden, bin ich nicht nur überaus enttäuscht, sondern fühle mich auch nicht mehr an die Vereinbarung gebunden, meine Forschungsarbeit über ein interessantes Detail der Freistädter Geschichte für ein Freistädter Geschichtsblatt zur Verfügung zu stellen.“
  • Goldhauben- und Kopftuchgemeinschaft Freistadt
    Obfrau Anna Friesenecker:

„Ein Jubiläum gehört gefeiert! Auch wir Goldhauben feiern 2020 – und zwar unser 45-Jähriges. Im Jubiläumsjahr wollen wir altes Handwerk und Traditionen aufleben lassen, zum Beispiel durch einen Brauchtums- und Traditionsumzug oder eine Ausstellung zum Thema ,Wäsche im Wandel der Zeit´. Die Stadt braucht dieses Fest, es belebt die Altstadt und den Tourismus. Gemeinsam werden wir ein Jubiläumsjahr auf die Beine stellen, von dem auch in zehn Jahren noch weit über die Stadtgrenzen hinaus gesprochen wird. Ich bin davon überzeugt, dass wir langfristig davon profitieren werden.“

  • Landesfest der Bürgergarde mit großer Wachablöse
    Obmann Mag. Ernst Duschlbauer:
    „Was unsere Vorväter 1930 dazu veranlasst hat, 800 Jahre Freistadt zu feiern, weiß ich nicht, es ist meiner Meinung nach auch für uns heute nicht entscheidend: Leben und feiern tut man heute, nicht gestern. Für uns heute wichtig ist der Gemeinderatsbeschluss vom 27. Juni 2016, in dem sich alle Fraktionen einstimmig zur Planung und Durchführung eines Jubiläumsfestes zum 800-jährigen Bestehen der Stadt Freistadt bekennen. Es ist bewundernswert, wie viele Ideen geboren wurden, wie viel Herzblut (und Zeit) in die Vorbereitungen für dieses Jahr bereits geflossen sind. Mein Vorschlag ist: Lassen wir uns 2020 von ein paar Madigmachern nicht vermiesen und arbeiten wir gemeinsam daran, dass das Fest gelingt.“
  • Local-Bühne Freistadt
    Obmann Mag. Wolfgang Steininger:
    „Wir von der Local-Bühne weisen immer schon darauf hin, dass Kultur als wesentlicher Faktor der Stadt- und Gesellschaftsentwicklung viel zu wenig Beachtung findet. 2020 wäre ein weiterer, wichtiger Entwicklungsschritt. Ich denke eine vernünftige kulturpolitische Einigung ist notwendig und sollte möglich sein.“
  • Festival theaterzeit//Freistadt
    Susanna Bihari, Festivalleiterin:
    "Wir freuen uns, dass es mit dem Jubiläumsjahr 2020 eine tolle Möglichkeit gibt, die Stadt Freistadt ein Jahr lang in einen ganz besonderen Fokus der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken. Eine 800-Jahre-umfassende spannende geschichtliche Entwicklung, welche die Freistadt zu dieser schmucken Kleinstadt werden ließ, birgt neben zahlreichen historischen Fakten auch allerlei Geschichten, Sagen und Mythen.

Im Rahmen des Programms des Festivals theaterzeit//Freistadt möchten wir uns im Jubiläumsjahr auf eine künstlerische Spurensuche begeben. Das gesamte Festivalprogramm wird thematisch um historisch recherchierte, aber auch fantasiegeborene, sagenumwobene Geschichten kreisen, die künstlerisch verpackt auf die Bühne gebracht werden – in Form einer spannenden Theateraufführung im Cinemascope-Format, von Literatur-Musik-Performances u.v.m. Damit möchten wir die Stadt Freistadt mit ihrer vielseitigen Geschichte im Jahr 2020 unter ein ganz spezielles Scheinwerferlicht in der österreichweiten Sommerfestivallandschaft stellen."

  • Diplomarbeit über Jubiläumsjahr
    Eine Schülerin der HAK Freistadt arbeitet bereits seit Monaten an einer Diplomarbeit zum Stadtjubiläum 2020. Sie ist dabei, ein Konzept für eine Jugendveranstaltung zu erarbeiten.

 

Bild (Stadtgemeinde Freistadt): von links: Hermann Haider (musikalischer Leiter der Jungen Philharmonie), Kulturstadtrat Klaus Fürst-Elmecker, Bürgermeisterin Elisabeth Paruta-Teufer, Anna Friesenecker (Obfrau der Goldhauben- und Kopftuchgemeinschaft Freistadt), Emil Vierhauser (Ehrenobmann des Vereins Schlossmuseum Freistadt, Ausstellungskurator) und Ernst Duschlbauer (Obmann der Bürgergarde).