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Samstag, den 09. Februar 2019 08:00

Ausbildungsplätze verdoppelt


Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer und Martin König

Sozialressort stellt 1.080 Ausbildungsplätze zur Verfügung

Während die Anzahl der pflegebedürftigen Oberösterreicher/innen steigt, ist die Zahl der Absolvent/innen in Pflegeberufen rückläufig. „Die Tatsache, dass immer weniger Absolvent/innen als Fach-Sozialbetreuer/in (FSB „A“) abschließen und gleichzeitig die Anzahl der Pflegebedürftigen steigt, erfordert ein massives Gegensteuern. Bereits letztes Jahr habe ich zusätzlich zum bewährten Stiftungsmodell ein Fachkräftestipendium gefordert und flexiblere Angebote in der Ausbildung angekündigt. Beides ist nun realisiert. Ebenso schließen wir mit dem Lehrgang „Junge Pflege“ eine Ausbildungslücke. Darüberhinaus bietet das Kombi-Modell „Ausbildung plus Anstellung“ eine zusätzliche Chance, mehr Pflegekräfte zu gewinnen“, betont Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer. Unter diesen positiven Grundvoraussetzungen hat das Sozialressort die Anzahl der Ausbildungsplätze für das Jahr 2019 nahezu verdoppelt. Rund 1,6 Millionen Euro sind für die Ausbildung von Pflegekräften budgetiert. Mit insgesamt 36 Ausbildungslehrgängen im Jahr 2019 werden 1080 Ausbildungsplätze angeboten.

Das Sozialressort hat den Personalbedarf der nächsten Jahre erhoben. In diese Auswertung wurden der notwendige Ausbau der Altenbetreuungsangebote auf Grund der Demographie, die anstehenden Pensionierungen und die natürliche Fluktuation einberechnet. Der errechnete Mehrbedarf von 1.600 Personaleinheiten (Vollzeitäquivalente) bis zum Jahr 2025 umfasst sowohl den mobilen als auch den stationären Bereich. Konkret bedeutet dieser Mehrbedarf, dass jährlich künftig rund 800 Personen eine kostenlose Ausbildung beginnen müssen, um das System langfristig abzusichern.

Neue flexiblere Ausbildungsmöglichkeiten
Erstmals gibt es im Jahr 2019 verkürzte Kompaktausbildungen. Diese sind für Personen gedacht, die die Ausbildung möglichst effizient absolvieren wollen, um rasch in den Beruf einzusteigen.
Österreichweit einzigartig ist der seit November 2018 laufende Ausbildungskurs „Junge Pflege“. 2019 werden weitere zwei Lehrgänge dieser erfolgversprechenden Ausbildung gestartet. Zusätzlich gibt es Vorbereitungslehrgänge, die für Menschen mit fehlenden Zugangsvoraussetzungen (z.B. Alter, mangelnde Deutschkenntnisse) bzw. zum Kennenlernen des Beruffeldes angeboten werden.
Für Personen, die Kinderbetreuungspflichten haben oder sich in einem Anstellungsverhältnis befinden, werden berufsbegleitende Ausbildungen ermöglicht.

Der Kombi-Lehrgang „Ausbildung und Anstellung“ sieht vor, dass es ab Herbst möglich ist, im Rahmen einer Teilzeit-Anstellung in einem Alten- und Pflegeheim ein Einkommen zu erzielen und parallel eine fundierte Ausbildung für den Sozialbereich zu erlangen.

„Durch diese Flexibilisierung ist es möglich, alle Zielgruppen bestmöglich zu erreichen“, betont Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer.

Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer: „Der größte Teil des Personals in der Altenbetreuung sind Personen, die sich im Alter zwischen 30 und 40 Jahren umschulen lassen. Diese Personen haben bereits einen anderen Beruf erlernt und ausgeübt, sind hoch motiviert für den Sozialbereich und auf Grund ihrer Lebenserfahrung persönlich gefestigt. Für diese Gruppe ist es besonders wichtig, während der 2-jährigen Ausbildungszeit – auch wenn die Ausbildung kostenlos ist – ein Einkommen zu haben, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Neben dem Stiftungsmodell steht seit 1. Jänner auch das Fachkräftestipendium wieder zur Verfügung. Zusätzlich wollen wir auch mit der neuen Möglichkeit, sich bereits während der Ausbildung anstellen zu lassen, vermehrt Personen für den Pflegeberuf gewinnen“.

Finanzierung des Lebensunterhaltes während der Ausbildung
Implacementstiftung
Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, die Ausbildung über eine Arbeitsstiftung zu absolvieren. Dabei werden die Stiftungsteilnehmer/innen während der Ausbildung von einer Altenbetreuungseinrichtung begleitet. Ziel ist es, nach der Ausbildung dort ein Dienstverhältnis zu begründen. Vom AMS erhalten die Teilnehmer/innen eine Unterstützung für die Finanzierung des Lebensunterhaltes, mind. 25,60 Euro pro Tag. Zusätzlich wird an Stiftungsteilnehmer/innen ein ausbildungsbedingter monatlicher Zuschuss von 200 Euro ausbezahlt.

Fachkräftestipendium (FKS):
Unter bestimmten Voraussetzungen kann beim AMS das Fachkräftestipendium beantragt werden. In diesem Fall erhält man während der Ausbildung vom AMS eine Förderung zur Finanzierung des Lebensunterhaltes. Mindestbetrag: 29,60 Euro pro Tag.

Kombimodell Ausbildung & Anstellung
Diesem Modell liegt ein Dienstverhältnis bei einem Heimträger im Stundenausmaß von 20 Wochenstunden zugrunde. 10 Stunden davon werden als Arbeitsleistung absolviert, 10 Stunden stehen für die Ausbildung zur Verfügung. Der Gesamtaufwand (Arbeit und Ausbildung) beträgt 40 Wochenstunden.

Das Einstiegsgehalt entspricht den jeweiligen Kollektivverträgen und wird nach erfolgreichem Abschluss der unterschiedlichen Ausbildungsabschnitte (Heimhelfer, Pflegeassistenz) angepasst.

Bildungskarenz – Arbeitspause für Weiterbildung
Die Bildungskarenz eröffnet Arbeitnehmer/innen die Möglichkeit, sich bis zu einem Jahr von der Arbeit freistellen zu lassen, um sich der Aus- und Weiterbildung zu widmen, ohne dafür das Arbeitsverhältnis aufzulösen (Zustimmung durch Dienstgeber erforderlich).

 

Bild (Land OÖ/Denise Stinglmayr): Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer und Martin König, GF SoNE, präsentieren Ausbildungsmöglichkeiten in den Altenbetreuungsberufen. Das Sozialressort finanziert 1.000 Ausbildungsplätze in Oberösterreich.