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Donnerstag, den 14. März 2019 08:00

Druck auf Beschäftigte muss endlich sinken


FSG Spitzenkandidat und AK-Präsident Johann Kalliauer mit FSG Spitzenkandidatin der Region Freistadt/Urfahr-Umgebung Silvia Rentenberger-Enzenebner

Silvia Rentenberger-Enzenebner und Dieter Kletzmair gehen als FSG-Spitzenkandidaten für Freistadt & Urfahr-Umgebung bei der Arbeiterkammer-Wahl an den Start

Der Leistungsdruck in unserer Gesellschaft nimmt immer mehr zu. Anstatt aber im Sinne der ArbeitnehmerInnen dem entgegenzuwirken, befeuert die aktuelle Bundesregierung diesen Zustand immer weiter. Das mit 1. September des Vorjahres in Kraft getretene neue Arbeitszeitgesetz, das eine 60-Stunden-Woche ermöglicht, ist dabei die Spitze des Eisbergs. „Viele Beschäftigte fürchten, dass sie unter diesen Voraussetzungen nicht bis zur Pension durchhalten können. Deshalb muss der Druck endlich sinken“, warnt Silvia Rentenberger-Enzenebner, Betriebsratsvorsitzende des Landeskrankenhauses Freistadt, die für die Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen bei den AK-Wahlen (19. März bis 1. April) kandidiert.

„Es ist ganz klar, dass wir ein modernes Arbeitszeitgesetz brauchen. Eines, das nicht nur die Interessen der Wirtschaft und der Industrie in den Vordergrund stellt, sondern eines, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt“, sagt auch Dieter Kletzmair, Betriebsrat bei Schinko in Neumarkt im Mühlkreis. „Die arbeitenden Menschen, die bei uns täglich tolle Leistungen erbringen, brauchen Planbarkeit und müssen vor Gesundheitsrisiken geschützt werden. Arbeit darf nicht krank machen“, so Kletzmair weiter.

Kehrtwende bei der Arbeitszeit notwendig
Kletzmair betont, dass die Österreicher bereits jetzt im europäischen Vergleich bei der tatsächlich geleisteten Wochenarbeitszeit im Spitzenfeld liegen: „Das ist auch ein Resultat der vielen Überstunden – von denen nach wie vor jede fünfte unbezahlt bleibt.“ Deshalb plädiert er für eine rasche Kehrtwende: „Wir sollen nicht länger arbeiten, sondern die Arbeitszeit Schritt für Schritt verkürzen. Parallel dazu sollen die Betriebe verpflichtet werden, ausreichend Personal einzustellen, um der krankmachenden Arbeitsverdichtung entgegenzuwirken.“

Bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege
Eine besondere Herausforderung in den kommenden Jahren wird vor allem die Situation in der Pflege. „Wir werden ausreichend viele und gut qualifizierte Pflegekräfte brauchen. Um diese auch zu bekommen, ist eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen notwendig“, sagt Rentenberger-Enzenebner. Wesentlich dafür sind faire Löhne, gesundheitsfördernde Arbeitszeitmodelle und ein Personalschlüssel, der es den Pflegekräften ermöglicht, sich umfassend um die PatientInnen kümmern zu können. „Es ist klar, dass Pflege etwas kostet und durch den demographischen Wandel in Zukunft noch mehr kosten wird – aber wir müssen uns das als Gesellschaft leisten und wir können es uns leisten“, fordert Rentenberger-Enzenebner eine solidarische Pflegefinanzierung durch die Einführung vermögensbezogener Steuern für Reiche ab einer Million Euro. „Damit können wir sicherstellen, dass wir die hohe Qualität in der Pflege nicht nur halten, sondern sogar ausbauen können.“

 

Bild (FSG): FSG Spitzenkandidat und AK-Präsident Johann Kalliauer mit FSG Spitzenkandidatin der Region Freistadt/Urfahr-Umgebung Silvia Rentenberger-Enzenebner