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Sonntag, den 12. Mai 2019 07:00

Viele kostspielige Kilometer


Michael Fürthaller, BA, MSSC, Vorsitzender der Hochschüler_innenschaft an der Pädagogischen Hochschule OÖ

Lehramt-Studierende in Linz sind die Leidtragenden von Machtkämpfen zwischen den Hochschulen in Salzburg und Linz

Nach der Einrichtung des gemeinsamen Lehramtsstudiums in Salzburg und Linz startete 2016 die Ausbildung auf partnerschaftlicher Basis. Grundlage dafür war, dass die einzelnen Institutionen ihre bestehenden Ressourcen bestmöglich einbringen können. Doch bereits von Beginn an zeichneten sich maßgebliche Machtkämpfe ab, welcher Standort und welche Hochschule Lehrangebote stellen darf und in Folge auch die Studierenden an sich binden kann. Linzer Studierende waren bisher darüber erfreut, dass es zumindest in einigen Fächern ein volles Studium für die AHS- und NMS-Lehramtsausbildung in Linz gab.

Dieser Machtkampf führte nun zur kontroversen Entscheidung der Hochschulen, dass Linzer Studierende in einigen Fächern ab dem 2. Studienjahr jedenfalls mindestens einen Tag pro Woche pro Fach nach Salzburg pendeln müssen. Diese Regelung soll unabhängig von den am Standort Linz verfügbaren Ressourcen umgesetzt werden. Studierende geraten nun also zwischen die Fronten ihrer eigenen Hochschulinstitutionen und werden als Geisel genommen.

„Für uns als Studierendenvertretungen der Lehramtsausbildung in Salzburg und Linz ist klar: Wir setzen uns nicht nur für bestmögliche Studienbedingungen ein, sondern auch für Qualität im Studium und Studierbarkeit. Studierende in einem Machtkampf strukturell und unnötigerweise in jedem Semester nach Salzburg zu zwingen, zerstört die Studierbarkeit in Linz und kostet Studierende tausende von Euros in ihrem Studium. Wir fordern daher die Hochschulen auf, eine bessere Lösung für Studierende in Linz zu finden und einen Zwang zum Pendeln zu vermeiden. Wir fordern daher von Minister Faßmann einen Ausbau der großen Lehramtsfächer in Linz. In diesem Punkt sind wir uns auch mit den Salzburger Studierendenvertretungen einig.“, sagt Anna Katterbauer, Vorsitzende der Studienvertretung Sekundarstufe an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz.

„Studierende in Linz sind nun natürlich zurecht verunsichert, ob und wie sie ihr Studium nun organisieren und finanzieren können. Wir stehen mit den Rektoraten der Hochschulen in Kontakt, um nun noch möglichst viel Schaden von den Studierenden abzuwenden und möglichst schnell alle Auswirkungen abschätzen zu können. Die Lehramtsumstellung auf das neue System war bereits chaotisch genug und wir werden in den nächsten Wochen eine aktive Informationskampagne fahren, um hier für Klarheit zu sorgen“, meint Michael Fürthaller, Vorsitzender der Hochschüler_innenschaft an der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich.

In diesen Zeiten des Wandels zeigt sich erneut, wie wichtig eine starke Studierendenvertretung ist, welche alle Studierenden in Österreich vom 27.-29. Mai wählen können.

 

Bild (privat): Michael Fürthaller, BA, MSSC, Vorsitzender der Hochschüler_innenschaft an der Pädagogischen Hochschule OÖ


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