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Freitag, den 06. September 2019 13:00

Mehr von uns. Besser für alle


Aktion vor Krankenhäusern

Neue Offensive für mehr Personal in den Krankenhäusern | Gewerkschaft vida und Arbeiterkammer: „Auf Kosten von Gesundheit und Menschen darf nicht gespart werden“

Unter dem Motto „Mehr von uns. Besser für alle.“ hat die Gewerkschaft vida gemeinsam mit der AK heute mit einer Auftaktveranstaltung in Linz den Startschuss für eine neue Offensive für mehr Personal in Österreichs Krankenhäusern gegeben. In den kommenden Monaten finden zahlreiche Aktionen statt, um auf die personelle Situation in den Krankenhäusern aufmerksam zu machen.
Schon an der Auftaktveranstaltung nahmen mehr als 120 BetriebsrätInnen und Beschäftigte aus dem Gesundheits- und Pflegebereich teil. Als sichtbares Zeichen wurden Wünsche an die kommende Bundesregierung zu besseren Arbeitsbedingungen formuliert und vor den Krankenhäusern der Barmherzigen Brüder und Barmherzigen Schwestern in Linz auf einen Weihnachtsbaum gehängt.

Gesundheitsberufe endlich attraktiver machen
„Es muss aus unserer Sicht endlich Schluss damit sein, auf Kosten der Gesundheit und der Menschen zu sparen. Für die Politik wird kein Weg daran vorbeiführen, endlich beste Arbeitsbedingungen und hochwertige Ausbildungen in Gesundheitsberufen zu bieten beziehungsweise zu schaffen. In diesen Berufen arbeiten Menschen und keine Maschinen“, so Gerald Mjka, Vorsitzender des Fachbereichs Gesundheit in der Gewerkschaft vida.

Die MitarbeiterInnen sind das Rückgrat des Spitalsbetriebs. Ihre Arbeit trägt entscheidend zur Genesung der PatientInnen bei. Und diese Arbeit wird immer anspruchsvoller. Viele KollegInnen sind an ihren psychischen und physischen Grenzen. Zahlreiche ungeplante Dienste durch Einspringen, sehr viele Überstunden, kürzere Ruhezeiten und verlängerte Arbeitszeiten verschärfen die Situation zusätzlich.

Unzufriedenheit bei Beschäftigten im Vormarsch
„Wir wissen, dass Angehörige der Pflegeberufe im Krankenhaus mit ihrer derzeitigen Arbeitssituation unzufriedener sind als Beschäftigte in anderen Gesundheitseinrichtungen. Die Unzufriedenheit ist laut einer aktuellen AK-Umfrage so massiv, dass 29,2 Prozent aller Beschäftigten in Pflegeberufen in Krankenhäusern mindestens einmal im Monat mit dem Gedanken spielen, ihren Job hinzuschmeißen“, so Experte Kurt Schalek aus der Abteilung Gesundheitsberuferecht und Pflegepolitik der AK Wien.

Gefährlicher Anschlag auf Gesundheit
„Wir haben mittlerweile nur mehr 9 Minuten und 24 Sekunden, um uns um sterbende Menschen zu kümmern. So wenig ist der Politik ein Menschenleben offenbar nur mehr wert“, sagt Martina Reischenböck, Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, Betriebsratsvorsitzende im Krankenhaus Ried (OÖ) der Barmherzigen Schwestern. „Krankenhäuser sind keine Fabriken und Menschen keine Autos, an denen man im Akkord herumschraubt! Heilung braucht Zeit und Zuwendung. Wir möchten PatientInnen und Angehörigen mehr davon geben können“, so Reischenböck.

„Genug ist genug – die Beschäftigten in den Krankenhäusern leisten täglich unschätzbar wertvolle Arbeit für die Gesellschaft. Es ist höchste Zeit, ihnen endlich den Respekt entgegenzubringen, den sie sich verdienen und sie nicht bis aufs Letzte auszuquetschen. Dafür werden wir gemeinsam kämpfen“, signalisiert der Landesvorsitzende der vida Oberösterreich, Helmut Woisetschläger, den Beschäftigten volle Unterstützung.

Klare Forderungen
Die verantwortlichen Entscheidungsträger müssen handeln. JETZT! Die Offensive „Mehr von uns. Besser für alle.“ hat klare Forderungen:
• 20 Prozent mehr Personal in den Krankenhäusern
Eine rasche Aufstockung als Akutmaßnahme, um drohende Engpässe zu verhindern.
• Bundesweit einheitliche, verbindliche Berechnungsmethode für eine bedarfsgerechte Zahl der PflegerInnen
Seit vielen Jahren drücken sich die verantwortlichen Entscheidungsträger davor, bundesweit einheitliche Standards für die Personalplanung in der Pflege festzulegen.
• Offensive in der Aus- und Weiterbildung
Damit der Pflegeberuf auch für junge Menschen wieder attraktiv wird.
Sämtliche Infos und Downloads zur Offensive auf www.vida.at/mehrvonuns.

 

Bild (c) ÖGB OÖ


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