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Mittwoch, den 09. Oktober 2019 13:00

270 AthletInnen aus dem In- und Ausland


Am Wochenende steigt die Firefighter Combat Challenge in der Tabakfabrik. Vor dem Alten Rathaus die Challenge mit (v.l.n.r.:) Landesrat Wolfgang Klinger, Bürgermeister Klaus Luger und Feuerwehrreferent Michael Raml gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr.

5. Staatsmeisterschaft der Firefighter Combat Challenge

Die Linzer Tabakfabrik wird für zwei Tage zum Zentrum des internationalen Feuerwehrsports. Am 12. und 13. Oktober messen sich Feuerwehrmänner und -frauen bei der Firefighter Combat Challenge in puncto Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Geschicklichkeit. 270 Athletinnen und Athleten aus dem In- und Ausland gehen in dieser publikumsattraktiven Veranstaltung an ihre Grenzen und bewältigen einen simulierten Einsatz alleine oder im Team. Zudem wird an beiden Tagen ein sehenswertes Rahmenprogramm für die ganze Familie geboten – alles bei freiem Eintritt.„Um bei der Feuerwehr im Branddienst arbeiten zu können, ist körperliche Fitness unabdingbar. Unter oft schwierigsten Bedingungen wie Hitze und Sicht gleich null müssen die Einsatzkräfte bei Notfällen rasch und überlegt handeln. Diesen Leistungssport, der Leben rettet, können Gäste erstmals in der Lebensstadt Linz hautnah miterleben“, freut sich Bürgermeister Klaus Luger über diese Premiere. „Die Linzer Feuerwehren sind rund um die Uhr für die Sicherheit der Linzer Bevölkerung im Einsatz. Durch die Firefighter Combat Challenge kann sich jeder einen Eindruck von den hohen Anforderungen verschaffen. Ich bedanke mich bei der Berufsfeuerwehr, die gemeinsam mit dem FCC Team Austria die Staatsmeisterschaft erstmals nach Linz geholt hat“, betont Feuerwehrreferent Stadtrat Michael Raml.„Unsere Feuerwehren sind immer zur Stelle, wenn es darauf ankommt, anderen in Notsituationen zu helfen. 365 Tage im Jahr, zu jeder Tageszeit und zu jeder Witterung. Für diese professionelle Hilfe bedarf es einer hervorragenden Ausbildung, viel Mut, aber auch einer körperlichen Fitness. Bei der Firefighter Combat Challenge steht genau diese Fitness im Vordergrund und wird auch der Bevölkerung eindrucksvoll zur Schau gestellt. Wir können durchaus stolz sein, dass diese Veranstaltung in Linz stattfindet“, zeigt sich Feuerwehr-Landesrat KommR Ing. Wolfgang Klinger begeistert.„Ziel der Veranstaltung ist es, die Themen Sport, Gesundheit und Sicherheit in den Mittelpunkt zu stellen. Es soll gezeigt werden, welchen Belastungen Feuerwehrmänner und -frauen tagtäglich ausgesetzt sind“, erklärt der Linzer Branddirektor Christian Puchner.

Actionreiche Wettkämpfe in 25-Kilo-Kluft

Bei Wettbewerben sind die Athletinnen und Athleten meist mit leichter, bequemer Sportbekleidung am Start. Nicht so bei der Fire Fighter Combat Challenge. Hier geht es in feuerfester Montur inklusive Atemschutzgerät und schweren Sicherheitsstiefeln zur Sache. Die mindestens 25 Kilogramm schwere Ausrüstung am Körper heißt es zuerst ein 19-Kilogramm-Schlauchpaket im Laufschritt auf einen 12-Meter-Turm zu befördern. Oben angekommen muss ein weiteres Paket nach oben gezogen werden. Wieder unten kommt der Vorschlaghammer zum Einsatz, wenn ein mehr als 70 Kilogramm schweres Gewicht um 1,5 Meter bewegt werden muss. Ist das erledigt, absolvieren die Leistungssportler laufend einen 42,5 Meter langen Slalomkurs, um danach einen mit Wasser gefüllten Schlauch über 23 Meter zu ziehen. Beim Zielspritzen mit dem Schlauch ist dann noch eine ruhige Hand gefragt. Als Krönung wartet mit „Rescue Randy“ eine 80 Kilogramm schwere Puppe, die rückwärts per Rautekgriff über 30 Meter „gerettet“ werden muss.Die Einzelbewerbe finden am Samstag, 12. Oktober, von 8 bis 18 Uhr statt. Die Tandem- und Staffelwettkämpfe werden am Sonntag ausgetragen. Nachdem immer zwei Athleten parallel starten, wird es für das Publikum besonders spannend zum Zusehen und Mitfiebern. Der Eintritt ist frei.

Internationales TeilnehmerInnenfeld
Mehr als 180 FeuerwehrsportlerInnen haben sich für die Einzelbewerbe gemeldet: 67 aus Deutschland, 47 aus Österreich, 16 aus Italien, 15 aus Slowenien, 10 aus Tschechien, jeweils 7 aus Ungarn, der Slowakei und England, jeweils zwei aus Kroatien und der Schweiz und je ein Teilnehmer aus Luxemburg und Bosnien.Auch Linzer Athleten messen sich mit dem internationalen Teilnehmerfeld: Für die Einzelbewerbe sind vier Sportler von der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr St. Magdalena und der Betriebsfeuerwehr Chemiepark gemeldet. Berufsfeuerwehr und FF St. Magdalena stellen zudem je ein Tandemteam.Erfolgreiche Athleten der Staatsmeisterschaft im Vorjahr stehen auf der Startliste in Linz: Pavli? Domen, Altbürger Robin und der Hagenberger Martin Remplbauer belegten im Einzel die Plätze 2 bis 4. Die Vorjahressieger im Tandem „HAIX tandem“ sowie die Gewinner der Staffel „S-Gard Team Slovenia“ wollen den Titel verteidigen.

Starke Frauen mit starken Leistungen
Frauen zeigen bei der Challenge, dass sie durch gezieltes Training und Ausdauer den männlichen Kollegen um nichts nachstehen. Sieben Frauen treten bei den Einzelbewerben an. Zwei Frauentandems und fünf gemischte Tandems sind am Start, sowie vier Staffeln mit weiblicher Beteiligung. Bei der Staatsmeisterschaft im Vorjahr in Wels demonstrierte die Norwegerin May Tommervold mit einer Zeit von 2:23,86 eindrucksvoll ihre Klasse.„Durch gezieltes Training und entsprechende Technik können Frauen die hohen Anforderungen im aktiven Branddienst meistern. Diese Veranstaltung bietet den Feuerwehrfrauen eine tolle Bühne, um ihre außergewöhnlichen Leistungen vor Publikum demonstrieren zu können. Jene, die für den Feuerwehrberuf brennen, bietet sich beim Probe-Aufnahmetest die Gelegenheit, die schwierigsten Aufnahmeübungen zu absolvieren. So können Sie abschätzen, ob ihre Fitness und Kraft reicht“, zeigt sich die Linzer Gleichbehandlungsbeauftragte Patricia Kurz-Khattab begeistert. 

Feuerwehr hautnah erleben

Nicht nur die spannenden Bewerbe erwartet die Besucherinnen und Besucher in der Linzer Tabakfabrik, sondern auch ein attraktives Rahmenprogramm. Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr können genau begutachtet werden, Zielspritzen und Basteln mit der Jugendfeuerwehr, eine Kinderbewerbsbahn oder Info-Stationen der Brandverhütungsstelle und des Zivilschutzverbandes stehen bereit. Natürlich ist für das Wohl der Gäste gesorgt.Wer sich für den Beruf Feuerwehrmann bzw. –frau interessiert, kann einen Probe-Aufnahmetest für die Berufsfeuerwehr absolvieren beziehungsweise üben und sich über die Aufnahmebedingungen informieren.

Entstehung des Bewerbes

Ursprünglich war die Firefighter Combat Challenge als Studie gedacht, um einen allgemeinen physischen Leistungstest für Feuerwehrleute zu entwickeln. So entstand ein Parcours mit den fünf häufigsten Aufgaben bei einem Brandeinsatz: Treppensteigen, Schlauch mit einem Seil hochziehen, ein Hammerschlagsimulator, einen mit Wasser gefüllten Schlauch ziehen und einen Dummy retten. Später wurde daraus ein öffentlicher Wettkampf, bei denen sich die härtesten Feuerwehrleute unter dem Motto „Die härtesten zwei Minuten im Feuerwehrsport“ messen. Denn auch im Einsatz gehen Feuerwehrleute an ihre Grenzen und sogar drüber hinaus, um ihre Aufgaben zu bewältigen und vor allem um Leben zu retten.

Vorbereitung auf den Wettkampf

Der Steirer Herbert Krenn gewann bereits die Europameisterschaft und bei einem ähnlichen Bewerb, dem „Toughest Firefighter Alive“ sogar Europa- und Weltmeister. Er trainiert durchschnittlich viermal pro Woche, Zeitnah zum Wettkampf sogar noch öfter. Gerald Himmelbauer, der Fitnesstrainer der Berufsfeuerwehr erklärt, dass es neben der richtigen Technik vor allem auf Kraft und Ausdauer ankommt. Zum Krafttraining der Arme und Beine ist Ausdauertraining wesentlich. Es kommt auf die richtige Mischung an. Dem reinen Kraftsportler würde im Parcours die Luft ausgehen, dem reinen Ausdauersportler fehlt zum Schluss die Kraft.