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Freitag, den 29. November 2019 13:00

Rund um die Uhr im Einsatz


Der städtische Winterdienst ist gut vorbereitet: v.l.n.r. DI Martin Stiedl, Reinhardt Rödinger und Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier.

Linzer Winterdienst gerüstet für Eis und Schnee

135 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 600 Kilometer Straßen und 250 Kilometer Geh- und Radwegen im Einsatz – 900 Tonnen Streumittel eingelagert

„Der erste Schnee kann kommen. Das Linzer Winterdienst-Team mit 135 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist für den Räum-Einsatz der Linzer Straßen sowie Rad- und Gehwegen von Eis und Schnee bestens vorbereitet. Die vorhandenen Ressourcen werden so effektiv wie möglich eingesetzt“, betont Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier. Insgesamt sind 900 Tonnen Streumittel, davon 700 Tonnen Salz eingelagert. Der Winterdienst der Stadt Linz ist damit für die kalte Jahreszeit gut gerüstet. Seit 1. November sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit 56 Fahrzeugen rund um die Uhr bereit. Zusätzlich dazu wird die Betreuung von drei Winterdienstrouten an eine Fremdfirma vergeben und fünf Fahrzeuge mit Personal angemietet. Die Organisation des Linzer Winterdienstes wird jährlich evaluiert. Den Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern wird so die bestmögliche Nutzung der Verkehrsflächen und die größtmögliche Verkehrssicherheit gewährleistet. Die Winterdienstzentrale an der Johann-Metz-Straße ist bei Bedarf rund um die Uhr besetzt, auch an Wochenenden und an Feiertagen. Denn die öffentlichen Fahrbahnen und kombinierten Rad/Gehwege sowie Stiegenanlagen müssen in den Monaten November bis März schnee- und eisfrei gehalten werden. Die Streugutsilos haben eine maximale Lagerkapazität von 1.095 Tonnen Salz und 250 Tonnen Splitt.

Um einmal das gesamte Straßennetz zu räumen und zu bestreuen, müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zirka 1.300 Fahrstreifenkilometer zurücklegen.

Heißer Draht zur Flugsicherung Hörsching

Die Räumung und Streuung des städtischen Straßennetzes wird von einem Einsatzleiter in der Winterdienstzentrale in der Johann-Metz-Straße koordiniert. Diese ist im Bedarfsfall Tag und Nacht besetzt. Die Winterdienst-Einsatzleitung koordiniert hier unter Beobachtung der Wetter- und Fahrbahnsituation den Einsatz der Fahrzeuge.

Auf Grund regelmäßiger Vorinformationen über ein Internetportal der Flugsicherung Hörsching, Fachdienst Meteorologie (Austro Control) wird jeweils für die kommenden Tage, ebenso für die Wochenenden eine Bereitschaft oder eine gewisse Einsatzstärke festgelegt.

Glatteis-Frühwarnsystem

Die Stadt Linz verfügt weiters über ein Glatteis-Frühwarnsystem. Vier über das ganze Stadtgebiet verteilte Messpunkte liefern der Einsatzleitung Daten wie Fahrbahntemperatur, Lufttemperatur, Windgeschwindigkeit und Informationen über die Fahrbahnbeschaffenheit wie Nässe oder Glätte sowie die Salzkonzentration vor Ort.

Die Koordinierung und Betreuung der Stiegenanlagen und der Geh/Radwege in den Nachtstunden und an Wochenenden/Feiertagen erfolgt bei entsprechendem Wetter durch zwei Personen.

Bei der Routenplanung werden unterschiedliche Verkehrsflächen in vier Kategorien zugeordnet und nach Prioritäten gereiht, wie Hauptfahrbahnen, Nebenfahrbahnen, Geh/Radwege und Stiegenanlagen.

Fuhrpark im Einsatz

LKW kommen auf den Hauptfahrbahnen zum Einsatz, Unimogs auf den Nebenfahrbahnen, Schmalspurfahrzeuge auf dem Rad- und Gehwegenetz. Für den händischen Stiegendienst stehen den Teams Leicht-LKW mit Ladeflächen zur Verfügung.

Das Hauptstraßennetz wird in Linz rund um die Uhr von fix stationierten Fahrerinnen und Fahrern abgefahren. Hier ist der Einsatz bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen sofort möglich. Die Nebenstraßen, Geh/Radwege und die Stiegenanlagen werden im Regelfall von 4 bis 22 Uhr und an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen zwischen 5 und 22 Uhr winterdienstmäßig betreut. Hier ist jedoch eine gewisse Vorlaufzeit notwendig, da diese Fahrer in Rufbereitschaft stehen und erst den Dienstort erreichen müssen.

Die Stadt Linz betreut die Verkehrsflächen des Öffentlichen Gutes in einem höheren Stundenausmaß als in den Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen (RVS) vorgegeben.

Winterdienst im Einsatz auf 600 Kilometer Straßen und 250 Kilometer Rad- und Gehwegen

Das Einsatzgebiet des Winterdienstes umfasst etwa 600 Kilometer Straßen sowie 250 Kilometer meist kombinierte Rad- und Gehwege, die nicht in die Anrainerverpflichtung fallen. Weiters werden 134 Stiegenanlagen vom Schnee befreit. Geräumt wird nach einem speziellen Räumplan mit Prioritäten: Zuerst die Hauptverkehrswege, die exponierten Stellen an Brücken, die Verkehrswege mit Steigungen (z.B. die „Bergstraßen“ am Pöstlingberg, an der Kapuzinerstraße, am Freinberg) und die Straßen mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Buslinien). Um einmal das gesamte Straßennetz zu räumen und zu bestreuen, müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Linz zirka 1.300 Fahrstreifenkilometer zurücklegen.

Insgesamt werden pro Saison und Jahr auf den Linzer Straßen durchschnittlich 2.000 Tonnen Salz benötigt.

Winterbasis-Radwegenetz – Im Winter sicher mit dem Rad durch Linz

Auch heuer werden die Hauptrouten im Linzer Radwegenetz bevorzugt geräumt. Denn immer mehr Linzerinnen und Linzer wollen ganzjährig ihre Wege mit dem Rad zurücklegen. Basierend auf einen erfolgreichen Pilotversuch auf dem Vorschlag der Radlobby , werden ausgewählte, wichtige Radwege vorrangig geräumt, der Rest anschließend. Dieses Winterbasis-Radwegenetz wurde im Vorjahr dauerhaft in den Räumplan aufgenommen. Die Verkehrswege sind auf der Homepage der Stadt Linz als Plan und bei der Radlobby  als Google-Maps-Karte veröffentlicht. Alle, die mit dem Rad einpendeln, können daher ihre Routen bei Schneefall entsprechend anpassen. „Alltags-Radeln gewinnt damit auch in der kalten Jahreszeit weiter an Attraktivität und bringt eine erhebliche Verbesserung für die Radler“, erklärt Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier.

Feuchtsalzstreuung

Im Sinne der Verkehrssicherheit, des Umweltschutzes und der Wirtschaftlichkeit setzt die Stadt Linz vor allem auf Feuchtsalz. Das spezielle Gemisch aus Calcium- bzw. Natriumchloridsole und Trockensalz vermindert Glättegefahr und taut Eis und Schnee in kürzester Zeit auf.

Durch den vermehrten Einsatz von Feuchtsalz kann auch die Feinstaubbelastung durch Splitt im Winter gesenkt werden. Feuchtsalz hat auch den Vorteil, dass es feiner dosiert werden kann und somit der Verbrauch sinkt.

16 Streumittel-Silos an 13 Standorten in der Stadt

Die Stadt Linz verfügt über 16 Streumittelsilos an 13 Standorten, verteilt auf das gesamte Stadtgebiet von Linz (Salzsilos: acht Standorte mit insgesamt elf Silos; Splittsilos: fünf Standorte mit insgesamt fünf Silos). Sie fassen insgesamt 1.095 Tonnen Salz und 250 Tonnen Splitt. Der Jahresverbrauch hängt vom Wetter ab und schwankt daher in den einzelnen Winterperioden

Betreuung der Gehsteige ist Anrainerpflicht

Die Betreuung fast aller Gehsteige ist aber laut Straßenverkehrsordnung Aufgabe der Anrainer oder der Eigentümer von Häusern und Liegenschaften. Laut § 93 StVO müssen Gehsteige und Stiegenanlagen entlang der gesamten Liegenschaft täglich zwischen 6 und 22 Uhr von Schnee befreit sowie bei Glätte gestreut werden.

Appell an die Verkehrsteilnehmenden

In der Straßenverkehrsordnung ist angeführt, dass Lenker eines Fahrzeuges die Fahrgeschwindigkeit den gegebenen oder durch Straßenverkehrszeichen angekündigten Umständen anzupassen hat, insbesondere den Straßen-, Verkehrs- und Sichtverhältnissen, sowie den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung. Speziell in der kalten Jahreszeit bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen ist im Besonderen darauf zu achten. „Bitte passen Sie bei Eis und Schnee die Fahrweise den Straßenverhältnissen an. Wenn alle Verkehrsteilnehmenden rücksichtsvoll unterwegs sind, können viele Unfälle vermieden werden. Das Team des Winterdienstes leistet hervorragende Arbeit. Aber natürlich gilt bei extremen Wetterlagen auch besondere Vorsicht“, appelliert Vizebürgermeister Baier an die Verkehrsteilnehmer.

 

Bild (Stadt Linz): Der städtische Winterdienst ist gut vorbereitet: v.l.n.r. DI Martin Stiedl, Reinhardt Rödinger und Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier.