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Donnerstag, den 26. März 2020 07:00

Olympia-Verschiebung mit weinendem Auge


Bettina Plank fehlten in der zusammengelegten Klasse -55 kg nur 450 Punkte auf den Fixplatz

So reagieren die Karate Austria-Asse auf die Tokio-Verlegung

Die erwartete Verschiebung ist Realität: Das IOC verlegte aufgrund der COVID19-Pandemie die XXXII. Olympischen Sommerspiele in Tokio auf „spätestens“ Sommer 2021. Österreichs Karate-Asse sehen die Neuplanung zwar einerseits als gesundheitlich notwendig, andererseits aber mit einem weinenden Auge . . .

„Es ist aus meiner Sicht sehr schade, denn bei uns herrschte im Camp zur Olympia-Qualifikation ein perfekter Teamgeist. Unsere Athleten waren in Hochform, konnten in Paris, Dubai und Salzburg überzeugen. Neben unseren WM- und EM-Medaillengewinnern Bettina Plank, Alisa Buchinger und Stefan Pokorny konnten auch die Brüder Luca und Robin Rettenbacher Weltklasse-Kämpfer schlagen. Sie alle hatten reelle Chancen auf Olympia-Tickets“, skizziert Karate Austria Generalsekretär Ewald Roth und orakelt: „Wahrscheinlich werden die fix qualifizierten Athleten ihr Ticket behalten und das Olympia-Qualifikationsturnier wird wohl im Mai 2021 stattfinden. Der Höhepunkt des heurigen Jahres ist damit die WM im November in Dubai. Die internationalen Turniere beginnen wohl erst im Herbst. Ob die abgesagte EM nachgeholt wird, ist fraglich.“

In den acht Olympia-Kategorien sind (derzeit) fünf der jeweils zehn Olympia-Startplätze vergeben. Bettina Plank fehlten in der zusammengelegten Klasse -55 kg nur 450 Punkte auf den Fixplatz. „Nun müssen wir die endgültige Entscheidung des Weltverbandes bezüglich Olympia-Qualifikation abwarten, erst dann können wir weiterplanen“, meinte die Vize-Europameisterin, die als Europaspiele-Siegerin noch eine weitere Trumpfkarte für das Rennen um die Tokio-Tickets im Ärmel hat.

Alisa Buchinger hat die Olympia-Verschiebung schon lange prophezeit: „Jede andere Entscheidung wäre gesundheitlich unverantwortlich und vor allem auch sportlich nicht fair gewesen. Jetzt haben alle Sportler Zeit, um rechtzeitig topfit und ideal vorbereitet zu sein.“ Die Weltmeisterin von 2016 trainiert auch in dieser Phase zweimal am Tag und denkt mit ihrer Aussage vor allem an die allgemeine Fairness. Ihr Salzburger Kollege Stefan Pokorny sieht es ähnlich: „Jetzt haben wir wieder Zeit harte Trainingsphasen einzulegen und an den Grundlagen zu arbeiten.“

Ewald Roth ergänzt: „Der Verband setzt sein Augenmerk nun auf die WM im November, die Nachwuchs-EM im Februar 2021 und die weiteren Schritte in Richtung Olympia. Ich denke, dass zumindest der individuelle Trainingsbetrieb nach Ostern wieder langsam beginnen kann.“

 

Bild (c) Martin Kremser


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