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Freitag, den 29. Mai 2020 07:00

Corona-Pandemie in Linz


Bürgermeister Klaus Luger

Bürgermeister Klaus Luger: „Schulterschluss aller politischen Kräfte ist notwendig, wir brauchen mit der Bevölkerung einen Pakt für Linz!“ | Gesundheitsstadtrat Michael Raml: „Neben Rückschlüssen müssen wir vor allem Lehren für die Zukunft ziehen!“

Nach mehr als zwei Monaten des Lock-Downs infolge der Corona-Pandemie kehrt in Linz Normalität ein. Für die Bürgerinnen und Bürger können wichtige Dienst- und Verwaltungsleistungen in gewohnter Qualität angeboten werden. Die Rathäuser sind für Erledigungen wieder offen. „Jedoch hat es auch in Zeiten des Lock-Downs bei der Stadt Linz keinen Stillstand gegeben. Die wichtigsten Serviceleistungen und Angebote konnten aufrechterhalten werden: von der Kinderbetreuung für Eltern, die dringend darauf angewiesen waren, über die Pflege der Grünanlagen bis zur Hilfe für von der Krise betroffene Wirtschaftstreibende“, betont Bürgermeister Klaus Luger.

„Die Maßnahmen und der Beschluss für unser gemeinsam von der Stadtregierung beschlossenes 11 Millionen Euro-Hilfspaket für besonders betroffene Menschen, Organisationen und Unternehmen waren notwendig und richtig. Jetzt sind wir allerdings weitgehend an unsere lokalen Grenzen gestoßen. Die besorgniserregenden budgetären Perspektiven machen es notwendig, dass wir weitere Unterstützungsmaßnahmen miteinander abstimmen. Nach einer Klausur der Stadtregierung werden die weiteren Schritte folgen. Vor allem Städte und Gemeinden sind von der Krise besonders betroffen. Als Bürgermeister und Städtebundpräsident bin ich enttäuscht über das Gemeindepaket der Regierung, das die großen Wirtschaftszentren und Industrieregionen benachteiligt. Im Gegensatz zu Deutschland sind die Unterstützungen für Kommunen in Österreich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Jetzt benötigen wir einen Pakt für Linz, der möglichst die gesamte Bevölkerung umfasst“, hofft Luger auf einen über die Politik hinausgehenden Schulterschluss.

„Es ist jetzt auch an der Zeit, neben Rückschlüssen vor allem Lehren für die Zukunft zu ziehen. Unsere Stadt hat die Schwierigkeiten der letzten Wochen sehr gut gemanagt. Wir werden uns damit noch sehr intensiv und detailliert beschäftigen und die Erfahrungen für künftige Krisensituationen nützen. Eine wesentliche Lehre ist der notwendige Informationsfluss zwischen den Behörden. Ich fordere von der Bundesregierung klare und richtige Informationen gegenüber Bürgern und Behörden. Durchdachte Verordnungen sind effizienter als vage Pressekonferenzen, deren Unklarheit für viel Gesprächsbedarf im Krisenstab gesorgt haben, zum Beispiel bei Verwaltungsstrafen in Zusammenarbeit mit der Polizei. Auch eine bessere Versorgung mit Schutzausrüstung ist künftig einzuplanen, denn die gemeinsame Beschaffung mit Land und Bund hat über weite Teile nicht geklappt. Wir haben von unseren eigenen Vorräten und eigenständigen, raschen Bestellungen profitiert“, stellt Gesundheits- und Sicherheitsreferent Stadtrat Michael Raml fest.

„Die Zahl der mit Corona infizierten Personen ist in Linz unter dem oberösterreichischen Durchschnitt gelegen. Dass es so gekommen ist und dass die Zahl der Ansteckungen derart zurückgegangen ist, war keine Selbstverständlichkeit. Die Wochen und Monate der Corona-Pandemie haben nicht nur der Gesundheitsbehörde, sondern allen von uns viel abverlangt“, dankt Gesundheits- und Sicherheitsreferent Stadtrat Michael Raml den beteiligten Einsatzkräften sowie den Bürgerinnen und Bürgern.

Während der Krise waren 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Geschäftsbereichs Gesundheit und Sport der Stadt Linz direkt zur Eindämmung der Pandemie im Einsatz. Sie wurden dabei durch 50 weitere externe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus anderen Magistratsbereichen, vor allem aus der Bau- und Bezirksverwaltung, unterstützt.

700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hielten vor Ort, weitere 600 per Telearbeit systemrelevante Bereiche am Laufen.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Magistrats und der Unternehmensgruppe Linz haben in den systemrelevanten Bereichen Großartiges geleistet und in Schlüsselpositionen vor Ort oder via Telearbeit dafür gesorgt, dass die Versorgung der Bevölkerung in wichtigen Lebensbereichen weiterhin gewährleistet werden konnte. Dazu kommt: Alle Linzerinnen und Linzer mussten auf persönliche Freiheiten zu Gunsten des Gemeinwohls verzichten, haben sich jedoch mit Bravour an die Vorgaben gehalten. Dafür möchten wir uns bei der Bevölkerung herzlich bedanken“, so Bürgermeister Luger und Stadtrat Raml.

Auch nach den Lockerungen bewegen sich die Infektionen in Linz auf sehr niedrigem Niveau. Derzeit sind nur mehr sechs Personen erkrankt.

 

Bild (c) Stadt Linz