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Freitag, den 16. Oktober 2020 07:00

Kampf um MAN-Standort Steyr


Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner bei seiner Rede im Rahmen der heutigen Kundgebung gegen die drohende Schließung von MAN Steyr auf dem Stadtplatz in Steyr.

Landesrat Achleitner bei MAN-Kundgebung in Steyr: Warnung vor MAN-Ausstieg aus Österreich und Deutschland | 5.000 Menschen bei Kundgebung gegen Standortschließung am Steyrer Standplatz

Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner: „MAN-Konzern kann nur durch Innovation zukunftsfit werden – dazu braucht es starke Standorte wie Steyr“

„Wir kämpfen um den Erhalt des MAN-Standorts Steyr, weil uns jeder Arbeitsplatz dort, aber auch in den vielen Zulieferbetrieben wichtig ist. Diesen Kampf führen Landeshauptmann Thomas Stelzer und ich auf allen Ebenen, in Gesprächen mit dem Management in Steyr, mit dem Management in Deutschland, mit den Betriebsräten, mit der Bundesregierung, den Sozialpartnern und mit der Politik vor Ort in Steyr“, stellte Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner in seiner Rede im Rahmen der heutigen Kundgebung gegen die drohende Schließung von MAN Steyr auf dem Stadtplatz in Steyr fest. „Es ist dies ein gemeinsamer Kampf über alle Fraktionsgrenzen hinweg, aber auch über die Staatsgrenzen hinaus: Wir sind auch in intensivem Austausch mit dem bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, denn MAN plant auch in Bayern einen massiven Personalabbau sowie in anderen Bundesländern Deutschlands überhaupt Werksschließungen wie in Steyr“, unterstrich Landesrat Achleitner.

„Wir müssen eines sehen: Die Verlegung von Standorten in Steyr und in Deutschland nach Polen oder in die Türkei ist der Beginn des Ausstiegs von MAN aus Österreich und Deutschland. Das wollen wir mit allen Mitteln verhindern“, stellte Landesrat Achleitner klar. „Im Hinblick auf die Mobilität der Zukunft wird es MAN nur mit Innovationen gelingen, den Konzern zukunftsfit zu machen, und dazu braucht es starke Standorte mit exzellenten Fachkräften wie in Steyr“, erklärte Landesrat Achleitner und verwies dabei auch auf die Produktion von Elektro-Lkw am Standort Steyr.

Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner rief im Rahmen der Kundgebung auch den MAN-Mutterkonzern VW auf, „nach dem Diesel-Skandal nicht den nächsten großen strategischen Fehler zu machen und erneut Vertrauen zu missbrauchen“.

MAN muss in Steyr bleiben!
„Die meinen das ernst, die wollen uns an den Pelz. Und wir werden dagegenhalten“, zeigt sich PRO-GE-Vorsitzender Rainer Wimmer kämpferisch. Rund 5.000 Menschen protestierten am heutigen 15. Oktober 2020 am Steyrer Stadtplatz gegen die Schließung des profitablen MAN-Standortes. Rund 2.400 ArbeitnehmerInnen sind unmittelbar betroffen, dazu kommen tausende Beschäftigte bei Zulieferern in der Region. „Wir werden um jeden Arbeitsplatz kämpfen, wir werden nicht zulassen, dass 6.000 Familien um ihre Existenz gebracht werden“, so Wimmer.

„Die haben uns belogen!“
Große Empörung und Zorn über Management und Eigentümer waren spürbar, schließlich ist der Standortsicherungsvertrag für Steyr noch kein Jahr alt. „Was hier gemacht wird, ist ein Schlag ins Gesicht der Belegschaft. Es ist eine Gemeinheit, so mit Menschen umzugehen“, stellt ÖGB-Landesvorsitzender Johann Kalliauer klar. „Das sollen Ehrenmänner sein? Die haben uns belogen!“, sagt Arbeiterbetriebsratsvorsitzender Erich Schwarz. Er schäme sich für diese Manager, die glauben, mit Existenzen spielen zu können.

Eigentümer müssen Verantwortung übernehmen
Betriebsrat, Gewerkschaft und Belegschaft fordern das Management und auch die Eigentümerfamilien des VW-Konzerns auf, endlich Verantwortung für diese tausenden Menschen zu übernehmen. „Unsere Großeltern und unsere Eltern haben schon hier gearbeitet. Jetzt arbeiten wir hier und wir wollen, dass auch unsere Kinder noch hier arbeiten können“, zeigt sich Angestelltenbetriebsrat Thomas Kutsam kämpferisch.

„Brauchen keine Marketinggags!“
Kritik von Betriebsrat und Gewerkschaft musste auch die Politik einstecken: „Wo ist der Bundeskanzler, wo ist die Ministerin? Bis heute gab es keinen Rückruf beim Betriebsrat. So geht man nicht mit der Stimme der ArbeitnehmerInnen um, das ist eine Frechheit“, stellt GPA-djp-Vorsitzende Barbara Teiber klar.

Kalliauer versichert den Belegschaftsvertretern die Unterstützung der gesamten Gewerkschaftsbewegung. „Das Ziel muss sein, dass hier weiter mit MAN LKW gebaut werden. Die Betriebsräte führen die Verhandlungen und Gewerkschaft und die Politik müssen sie dabei unterstützen. Was wir nicht brauchen, sind Alleingänge und Marketinggags, dafür ist die Lage zu ernst.“

Ihre Solidarität und Unterstützung versicherte den MAN-Beschäftigten SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner. Auch Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner fand sich am Steyrer Stadtplatz ein.

 

Bild (c) Land OÖ/Ernst Grilnberger


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