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Dienstag, den 06. April 2021 07:00

Kompetenzzentren in allen OÖ Bezirken


OÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer

OÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer fordert Demenz-Strategie für OÖ

„Künftig soll es in jedem Bezirk ein Kompetenzzentrum für Betreuung und Behandlung geben.“
Die Demenz-Fallzahlen in Oberösterreich werden weiter massiv steigen: Prognosen gehen davon aus, dass sich die Zahl der Demenzkranken in OÖ bis 2050 auf dann 48.000 mehr als verdoppeln wird. Daher fordert OÖVP-Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer ein Gesamtkonzept für Betreuung, Unterbringung und Pflege von demenzkranken Menschen in Oberösterreich – mit speziellem Fokus auf die Sicherstellung der regionalen Versorgung von schwer an Demenz erkrankten Menschen.

Wohnortnahe Angebote für Patienten und pflegende Angehörige in den Bezirken
„Erfolgreiche Pilot-Projekte beispielsweise in Dänemark und Norwegen zeigen, dass es für Kranke und deren betreuendes familiäres Umfeld unabdingbar ist, in der jeweiligen Region kompetente Ansprech-partner in Fragen von Therapie und Pflege vorzufinden. Daher sollte es in Oberösterreich künftig in jedem Bezirk ein entsprechendes Demenz-Kompetenzzentrum geben“, schildert Hattmannsdorfer seine Vorstellungen von einem nächsten Schritt in die Zukunft.

Gelingen soll dies, so der OÖVP-Landesgeschäftsführer, „in Form einer Weiterentwicklung und Spezialisierung bestehender Altenheime“ – Zusatz: „Studien zeigen allerdings, dass es für die Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenzerkrankungen entsprechende Adaptierungen in den bestehenden Einrichtungen brauchen wird. Demenzkranke brauchen beispielsweise intensivere psychische Betreuung, einen höheren Grad an Bewegungsfreiheit im Alltag sowie daraus resultierend etwa auch zielgruppengerechte Leitsysteme durch die Räumlichkeiten.“

„Auch das familiäre Netzwerk der Menschlichkeit absichern!“
Hattmannsdorfer verbindet mit den von ihm geforderten Demenz-Kompetenzzentren auch die Funktion von Anlaufstellen für pflegende Angehörige auf der Suche nach Tipps und Ratschlägen: „80 Prozent der Demenzkranken werden in OÖ nämlich derzeit im Familienverband betreut und versorgt. Dieses Netzwerk der Menschlichkeit gilt es für die Zukunft abzusichern! Einerseits, um dem Wunsch nach einem möglichst langen Verbleib in den eigenen vier Wänden Rechnung zu tragen, andererseits auch im Sinne der finanziellen Nachhaltigkeit“, zeigt der OÖVP-Landesgeschäftsführer auf. Immerhin geht aus Studien hervor, dass in der häuslichen Pflege eines Demenzkranken pro Jahr Kosten in Höhe von 10.000 Euro anfallen, bei der Unterbringung in einer stationären Einrichtung dagegen Kosten in Höhe von 25.000 bis 43.000 Euro pro Jahr.

Nächster Schritt: Unterausschuss-Sitzung am 14. April
Was die Entwicklung der geforderten Demenz-Kompetenzzentren anbelangt, wird Hattmannsdorfer seine Vorstellungen schon im Rahmen der nächsten Sitzung des Unterausschusses Pflege am 14. April zur Sprache bringen und die zuständige Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer auffordern, umgehend ein Umsetzungskonzept auszuarbeiten und einer raschen Realisierung zuzuführen.

 

Bild (c) Land OÖ