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Dienstag, den 22. Juni 2021 07:00

Worauf man achten muss


ÖGB Regionalsekretär Pachner

ÖGB-Tipps zum Praktikum: Wer in den Ferien arbeitet, sollte wissen, ob es um eine Ausbildung oder einen Job geht

Wer einen der begehrten Ferienjobs oder eine der Praktikums-Stellen ergattert hat, sollte spätestens jetzt einige?Fragen klären, damit der erste Kontakt mit der Arbeitswelt ein positiver ist?und?am Ende keine bösen Überraschungen warten. Das Wichtigste ist, den Unterschied zwischen Ferienjob und Praktikum zu kennen.

Ferienjob muss normal bezahlt werden
Wer in den Ferien einfach nur Geld verdienen will, sucht sich am besten einen Ferienjob. Dabei handelt es sich aus arbeitsrechtlicher Sicht um ein?befristetes Dienstverhältnis, das dementsprechend?laut Kollektivvertrag bezahlt werden muss. In der Regel gelten bei einem Ferienjob auch alle anderen Bestimmungen, die der Kollektivvertrag enthält, wie zum Beispiel?Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Auf Dienstzettel bestehen
Wer mehr als ein Monat lang arbeitet, muss einen Dienstzettel erhalten. Klaus Pachner, ÖGB-Regionalsekretär in der Region Freistadt/Urfahr-Umgebung empfiehlt aber, immer - also auch wenn man weniger als ein Monat arbeitet -?auf einen Dienstzettel zu bestehen. Auf diesem müssen nämlich die Tätigkeit, der Beginn und das Ende der Beschäftigung, das Arbeitsausmaß, die Arbeitszeit und die Bezahlung festgehalten werden.

Urlaub, Pausen, Versicherung
Wer arbeitet, hat auch eine Pause verdient. „Jugendliche dürfen nur maximal acht Stunden am Tag und 40 Stunden die Woche?arbeiten,?Überstunden sind grundsätzlich verboten“, erklärt Pachner. Ab 4,5 Stunden Arbeit steht Jugendlichen außerdem eine?halbe Stunde Pause?zu.

Es immer sinnvoll, Arbeitszeiten aufzuzeichnen
Da der Ferienjob ein normales befristetes Dienstverhältnis ist, hat man?in einem Monat?zwei Urlaubstage?erworben. „Die werden beim Ferienjob nicht immer konsumiert. Daher ist es wichtig, am?Ende auf seinem Gehaltszettel zu kontrollieren,?ob diese Urlaubstage ausbezahlt wurden“, so der Regionalsekretär. Auf dem Lohn- oder Gehaltszettel müssen außerdem das aliquote Urlaubs- und Weihnachtsgeld und allfällige Überstunden angeführt sein. „Und man muss?korrekt sozialversichert?sein, also kranken-, pensions- und arbeitslosenversichert.“

Pflichtpraktikum ist Ausbildung
Vom Ferienjob zu unterscheiden ist ein Pflichtpraktikum. Verpflichtende Praktika sind etwa in Berufsbildenden Schulen wie der HTL, HLW oder HAK typisch. Diese werden im Schul- oder Studienplan vorgeschrieben, im Gegensatz zum Ferienjob handelt es sich dabei um ein Ausbildungsverhältnis. Dementsprechend sind im Rahmen eines Pflichtpraktikums Tätigkeiten zu erledigen, die mit der Ausbildung zu tun haben.

Die?Bezahlung im Pflichtpraktikum ist meist niedriger als in einem Ferienjob, weil PflichtpraktikantInnen keine Arbeitskräfte, sondern zur Ausbildung im Betrieb sind. In vielen Branchen gibt es dafür eigene?Regelungen im Kollektivvertrag.?

Bei allen Fragen rund um Praktikum oder Ferialjob steht ÖGB Regionalsekretär Pachner telefonisch: Handy 0664 6145083, oder auch per E-Mail: perg@oegb.at gern zur Verfügung.

 

Bild (c) OÖGB