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Sonntag, den 12. September 2021 07:00

Bienenfreundliche Gemeinde Wels


Landesrat Stefan Kaineder und Vizebürgermeisterin Silvia Huber mit weiteren Personen bei der Urkundenverleihung

Das Zertifikat „Bienenfreundliche Gemeinde“ des Landes Oberösterreich erhielt die Stadt Wels bei der Internationalen Klimabündniskonferenz in den Minoriten.

Der gemeinsame Aktionsplan der Stadt mit dem Imkerverein wurde bereits im Frühjahr 2019 vorgestellt: Damals wurden im Welser Stadtgebiet an drei Standorten dauerhaft insgesamt neun Bienenvölker angesiedelt. Von dort aus bestäuben die Insekten Pflanzen im Umkreis von etwa zwei Kilometern und sammeln Nektar, den sie zu rund 25 Kilogramm Honig „pro Jahr und Volk umarbeiten“. Die komplette Betreuung der Bienenvölker bis hin zur Honigernte sowie Abfüllung und Etikettierung der Gläser haben die Welser Imker inne, die auch Führungen anbieten. Die Stadt als Eigentümerin der Bienenvölker garantiert jährlich die Abnahme von 500 Gläsern für Seniorenehrungen sowie als Verkaufsartikel, Weihnachtsgeschenk oder Werbeartikel.

Auch die Welser Stadtgärtnerei fördert seit Jahren Bienen und andere nützliche Insekten im Stadtgebiet. An erster Stelle sind hier der Verzicht auf jegliche Pestizide seit 2012, das insektenfreundliche Mähen zahlreicher eigener Grünflächen sowie die Anlage von Wildblumenbereichen als Lebensraum und Nahrungsquelle (Nektar und Blütenstaub) zu nennen. Weiters kooperiert auch die Stadtgärtnerei mit dem Imkerverein: Beim Obstlehrgarten in Mitterlaab ist ein Bienenhotel des Vereines aufgestellt, um die Bestäubung der Bäume sicherzustellen. Direkt nebenan bietet der Bienenweg auf Schautafeln viel Wissenswertes. Und seit 2018 stehen drei Bienenstöcke von Bio-Imker Karl Zaunmair auf dem Gelände des Zentralen Betriebsgebäudes (Schießstättenstraße 50). Neben der Bestäubung der umliegenden Pflanzen und Obstbäume entsteht dort jährlich bis zu 30 Kilogramm Biohonig.

Ende 2020 startete schließlich die Workshopreihe „Bienenfreundliche Gemeinde“. Dabei wurden bienenfreundliche Ideen in den Bereichen „öffentlicher Raum“, „Garteln“, „Betriebe“, „Landwirtschaft“ und „Bewusstseinsbildung“ entwickelt und umgesetzt. Von Imkern, Siedlervereinen und Mitarbeitern der Stadt bis hin zu Betrieben und Bildungseinrichtungen brachten sich zahlreiche Akteure ein. Übrigens war die „Bienenfreundliche Gemeinde“ nicht die einzige Auszeichnung für die Stadt bei der Klimabündniskonferenz: Die Dienststelle Stadtgärtnerei sowie die ihr untergeordneten Einrichtungen Tiergarten und Tierheim dürfen sich nun offiziell „Klimabündnisbetrieb“ nennen!

Bürgermeister Dr. Andreas Rabl und Umweltreferentin Vizebürgermeisterin Silvia Huber: „Bienen sind enorm wichtig für die Umwelt und generell für die Tiere und Menschen. Deshalb müssen wir uns alle für den Schutz dieser Insekten einsetzen. Der Einsatz der Stadt hat nun mit dem Zertifikat ‚Bienenfreundliche Gemeinde‘ eine offizielle Würdigung erhalten!“


Bild (c) cityfoto