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Dienstag, den 14. September 2021 07:00

Starke Impule für Oberösterreich


Landeshauptmann Stelzer, Landeshauptmann Stv. Christine Haberlander, Landesrat Achleitner mit Vertreter der JKU Linz

Eröffnung des Campus der Medizinischen Fakultät der JKU Linz am Kepler Universitätsklinikum

Mit dem neuen Campus der Medizinischen Fakultät der JKU am Areal des Kepler Universitätsklinikums wächst nun auch räumlich zusammen, was zusammengehört. In den medizinischen Ausbildungsstätten beider Organisationen gehen Versorgung, Lehre und Forschung Hand in Hand. Die Ärztinnen und Ärzte von morgen profitieren von einem forschungsgeleiteten, stark praxisorientierten Studium, die Patientinnen und Patienten von universitärer Spitzenmedizin, die Forscherinnen und Forscher von einer hochmodernen Infrastruktur mit unmittelbarer Anbindung an das Kepler Universitätsklinikum.

Vor rund dreieinhalb Jahren erfolgte der Spatenstich - trotz Coronapandemie konnten die Bauarbeiten im Sommer 2021 plangemäß abgeschlossen werden. Am 13. September 2021 fand die feierliche Eröffnung statt, womit einem Start des Wintersemesters 21/22 am neuen Standort im Oktober nichts mehr im Wege steht.

„Oberösterreich baut auf ein starkes Gesundheitssystem, das Spitzenmedizin mit einer flächendeckenden regionalen Versorgung vereint. Die wohnortnahe Ausbildung junger Ärztinnen und Ärzte bei uns in Oberösterreich, soll die Gesundheitsversorgung für die Zukunft bestmöglich sichern – sowohl in den Spitälern als auch im niedergelassenen Bereich. Mit dem neuen Campus setzen wir einen Meilenstein, damit sich die Medizinische Fakultät der JKU als internationaler Bildungs- und Forschungsstandort im Gesundheitsbereich optimal weiterentwickeln kann. Damit können sich die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher auch in der Zukunft auf eine bestmögliche Gesundheitsversorgung verlassen“, sagt Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer.

„Exzellente Medizin lebt von einer engen Vernetzung von Versorgung, Lehre und Forschung. Seit Gründung der Medizinischen Fakultät der JKU hat sich bereits gezeigt, wie sehr die oberösterreichische Bevölkerung von diesen Synergien profitieren kann. Diesen erfolgreichen Weg wollen wir auch in Zukunft fortsetzen. Der nun fertig gestellte Campus bietet dafür die besten Voraussetzungen. Modern ausgestattete Forschungs- und Studienlabore, ansprechende Hörsäle sowie Lernräume, die Interaktion und Kommunikation fördern, sollen dazu beitragen, dass sich sowohl Studierende als auch Lehrende und Forschende wohl fühlen und optimale Bedingungen vorfinden, um die Basis für eine noch bessere medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten in Oberösterreich zu legen“, erklärt Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag.a Christine Haberlander.

„Oberösterreich hat zahlreiche innovative Unternehmen und exzellente Forschungs-, Entwicklungs-, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen, die es alle zu vereinen gilt, um den Standort zu stärken und ihn so erfolgreich und international bekannt zu machen. Gerade die Medizintechnik-Branche in Oberösterreich ist hochinnovativ und umfasst bereits mehr als 60 Unternehmen mit rund 7.000 Beschäftigten. Diese Unternehmen erzielen insgesamt einen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro im Jahr. Die Medizinische Fakultät der JKU hat sich in den vergangenen Jahren als der erhoffte Turbo für die Wirtschaft, Forschung und Wissenschaft in Oberösterreich erwiesen. Sie ist damit ein wichtiger Erfolgsfaktor für den Standort Oberösterreich geworden. Der neue MED Campus wird hier weitere starke Impulse für unser Bundesland geben“, betont Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner.

„Vor sieben Jahren aus der Taufe gehoben, hat sich die Medizinische Fakultät der Johannes Kepler Universität Linz zu einem innovativen Vorzeigeprojekt entwickelt. Der neue Medizinische Campus am Gelände des Kepler Uniklinikums ist ein weiterer Meilenstein in der jungen Geschichte unserer Medizinischen Fakultät. Die JKU rückt mit diesem zweiten Campus nun auch physisch ins Zentrum unserer Landeshauptstadt. Architekt Peter Lorenz ist es gelungen ein Campus-Areal zu schaffen, das über reine Funktionalität und Ästhetik weit hinausgeht. Die vier Baukörper verbinden sich in harmonischem Kontrast zu einem atmosphärischen Begegnungsraum, der mich begeistert, unsere Studierenden und MedizinerInnen inspiriert und das Stadtviertel aufwertet. Mit seiner innovativen Infrastruktur wird sich unser neuer Campus als Magnet für eine durch Forschung geleitete Lehre weit über unsere Landesgrenzen hinaus etablieren. Nicht zuletzt wird der JKU MED Campus aber auch Heimat und Ankerpunkt für unsere Studierenden, Lehrenden und Forschenden sein“, freut sich Univ.-Prof. Dr. Meinhard Lukas, Rektor der Johannes Kepler Universität Linz.

„Mit der Inbetriebnahme dieses auch architektonisch herausragenden Gebäudekomplexes wird ein unübersehbares Zeichen für das Jahrhundertprojekt Medizinische Fakultät in Linz gesetzt. Die Verbindung zwischen Johannes Kepler Universität Linz und Kepler Universitätsklinikum spiegelt sich in diesem städtebaulichen Markstein wider. Das studentische und universitäre Leben am MED Campus wird das Universitätsklinikum ebenso prägen wie die innerstädtische Entwicklung. So wie dieser Bau in unglaublich stringenter, kurzer und professioneller Weise als architektonisches und funktionales Meisterwerk errichtet werden konnte, und bereits das Stadtbild mitprägt, hat sich in den sieben Jahren seit der Gründung der Medizinischen Fakultät der JKU die universitäre Entwicklung am Kepler Universitätsklinikum geradezu sensationell entwickelt. Für das Kepler Universitätsklinikum und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Zusammenarbeit mit der JKU und die Infrastruktur des MED Campus ein unverzichtbarer Meilenstein in der Weiterentwicklung zum vollwertigen Universitätsklinikum“, unterstreicht Mag. Dr. Franz Harnoncourt, Geschäftsführer der Kepler Universitätsklinikums GmbH.

Herzstück JKU medSPACE
Bei Forschung und Lehre beschreitet die Medizinische Fakultät der JKU völlig neue Wege.

Weltweit einzigartig ist der JKU medSPACE. Er ist Hörsaal, Forum und Bühne zugleich und ermöglicht eine völlig neue Art, Medizin zu lehren und zu verstehen. CT- oder MRT-Scans werden hier nicht am Bildschirm betrachtet, sondern können als riesige, dreidimensionale Bilderwelten erkundet werden. Mittels der Technik „Cinematic Rendering“ entstehen fotorealistische Darstellungen der menschlichen Anatomie. Auch Operationen können live übertragen werden. Die OperateurInnen können vor dem Eingriff das betroffene Organ oder Blutgefäß dreidimensional zigfach vergrößern und aus allen Winkeln betrachten. Ermöglicht wurde dies durch eine Forschungskooperation zwischen der JKU (Prim. Univ.-Prof. Dr. Franz Fellner), Siemens Healthineers und dem Ars Electronica Futurelab.

„Projekte wie der „JKU medSPACE“ ‘ sind nur möglich, wenn mehrere Player über Jahre intensiv zusammenarbeiten und am selben Strang ziehen. In diesem speziellen Fall hat alles damit angefangen, dass Prof. Dr. Franz Fellner mit uns einen ersten Prototyp für ‚Virtuelle Anatomie‘ im ‚Deep Space‘ des Ars Electronica Centers erarbeitet hat. 2015 ist ‚Siemens Healthineers‘ eingestiegen und hat ‚Cinematic Rendering‘ in die Kooperation eingebracht. Wir haben diese sensationelle Anwendung in den Deep Space 8K implementiert und Prim. Dr. Fellner hat damit begonnen, Studierende in ‚Virtueller Anatomie‘ zu unterrichten. Wegen des großen Erfolgs dieser Vorlesungen, fiel dann der Startschuss einer Forschungskooperation zwischen dem Ars Electronica Futurelab und der Johannes Kepler Universität Linz, die sich dem Ziel verschrieb, einen JKU medSPACE Wirklichkeit werden zu lassen. Das Besondere an dieser ‚Virtuellen Anatomie‘ ist, dass die Studierenden in ihren Lehrveranstaltungen Daten von PatientInnen bearbeiten können, die mit den KUK-eigenen CT- und MRT-Geräten aufgenommen wurden – dargestellt in einer nie dagewesenen, fast fotografischen Qualität in 8K, in Stereografik und in Echtzeit navigierbar. Wir am Ars Electronica Futurelab sind wirklich stolz auf diesen JKU medSPACE, mit dem hier in Linz die Tür zur Zukunft der universitären Ausbildung in Sachen menschlicher Anatomie weit aufgestoßen wird“, erklärt Horst Hörtner, Director Ars Electronica Futurelab.

„Mit Stolz blicken wir auf die langjährige Partnerschaft mit Prof. Fellner und freuen uns mit Cinematic Anatomy unseren Beitrag zum MedCampus leisten zu können. Auch für Siemens Healthineers stellt der MedSPACE als Pionierprojekt einen Meilenstein in der Realisierung innovativer Lernkonzepte dar, und wir freuen uns die Medizinische Fakultät der JKU auf diesem Weg unterstützen zu dürfen. Aber auch für die Anwendung innerhalb des Klinikalltags sehen wir großes Potenzial, mit Cinematic Anatomy die Zusammenarbeit in den interdisziplinären Teams zu verbessern. Wir freuen uns auf viele weitere solcher zukunftsweisenden Projekte“, sagt Wolfgang Heimsch, Leiter Customer Services bei Siemens Healthineers.

Die vier Bauteile im Porträt

Verwaltungsgebäude: Beton und Stahl prägen das Erscheinungsbild des 10-geschoßigen Bauteils – dem höchsten der vier Baukörper. Im Eingangsbereich sorgen schwarzer Olivenbaum sowie die geschwungene Spiralstiege für eine gelungene Verbindung von Natur und Beton. Neben den Verwaltungsbereichen der Medizinischen Fakultät der JKU finden hier auch Büros der OÖG, ein Veranstaltungs- und Kongresszentrum sowie eine Bäckerei und eine Bank Raum.

Labor- und Forschungsgebäude: Dieser fünfstöckige Gebäudeteil wird optisch von Rottönen und Keramik geprägt. Im Inneren befinden sich Räume für praxisorientiertes Lernen, Lehr- und Forschungslabors sowie der Anatomie- und Mikroskopiesaal. Highlight des Trakts ist der JKU medSPACE, eine neun Meter hohe und 125 m2 große Black-Box, in der Anatomie mittels 3-D-Technologie vermittelt werden kann. Diese innovative Lehrmethode ist bislang weltweit einzigartig. Ein Lebensmittelmarkt im Erdgeschoß rundet das Angebot ab.

Lehrgebäude: Im Erdgeschoß dieses dreistöckigen Betonbaus befindet sich die 8 Meter hohe Aula, die sich durch große Glasflächen nach außen öffnet. Zwei Hörsäle mit stufenförmig angeordneten Sitzreihen bieten Platz für 300 bzw. 180 Personen und verfügen dank dreidimensionaler Holzelemente über eine ausgezeichnete Akustik. In den übrigen Stockwerken finden 20 Seminarräume Platz.

Bibliothek mit Learning Center: Dieser Holzbau mit seiner silbrig grauen Fassade aus Lärchenholz bietet ausreichend Platz zum Austausch und Lernen. Räume für problemorientiertes Lernen in Kleingruppen und ein Café mit großzügiger Terrasse laden zum Kommunizieren ein. Die Bibliothek bietet Sitzplätze mit Lounge-Atmosphäre, Arbeitsplätzen und Think Tanks.

Zahlen, Daten und Fakten rund um das Bauprojekt

·         33 Unternehmen waren mit den Bauarbeiten betraut
·         12.500 m2 Nutzfläche
·         59.000 m3 Bodenaushub wurden abtransportiert
·         26.000 m3 Beton wurden verbaut
·         6.140 Tonnen Stahl sorgen für die Stabilität der Bauwerke
·         460 km Kabel wurden verlegt
·         220 km Datenkabel wurden verlegt
·         105,40 Mio Euro Investitionsvolumen wurden 2015 beschlossen.

Das Projekt liegt bei der Fertigstellung – trotz pandemiebedingter Preisschwankungen bei Baustoffen etc. - innerhalb des genehmigten Finanzrahmens.

Über die Medizinische Fakultät der JKU

·          Im Jahr 2014 als 4. Fakultät der JKU errichtet
·         15 ProfessorInnen (LehrstuhlinhaberInnen) – Vollausbau: 32 Lehrstühle
·         348 Personen haben derzeit eine Lehrverpflichtung.
·         2.223 Anmeldungen zum Aufnahmetest 2021 – 240 Studienplätze werden vergeben.
·         1.100 Studierende werden im Wintersemester 2021/22 Medizin studieren.
·         1.800 Studierende im Vollausbau (mind. 300 pro Studienjahr)

Über die Johannes Kepler Universität Linz

·         Größte Bildungseinrichtung in Oberösterreich
·         22.000 Studierende
·         3.600 MitarbeiterInnen (allgemeines und wissenschaftliches Personal)
·         160 Professuren
·         Knapp 100 Studienrichtungen und Universitätslehrgänge

Über das Kepler Universitätsklinikum

MitarbeiterInnen: rund 6.500
Anzahl der Betten: rund 1.830

Wissenschaftliches Potenzial: Mehr als 40 Prozent der in Oberösterreich wissenschaftlich tätigen oder habilitierten Ärztinnen und Ärzte arbeiten an einem der drei Standorte des Kepler Universitätsklinikums.

Medizinisches Angebot

·         28 Kliniken
·         10 Institute
·         4 Departments
·         16 medizinische Zentren
·         13 Abteilungen und Einrichtungen


Bild (c) Kepler Uniklinikum