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Dienstag, den 30. November 2021 07:00

Vorsicht bei neuen Arbeitsverträgen


Klaus Pachner, ÖGB Regionalsekretär

Kündigungsfristen: Betriebe versuchen, verbesserte Regelung teilweise zu um-gehen

„Endlich haben ArbeiterInnen die gleichen Rechte bei einer Kündigung wie Ange-stellte“, freut sich ÖGB-Regionalsekretär Klaus Pachner, dass eine langjährige For-derung der Gewerkschaft endlich erfüllt wurde. Vielen ArbeiterInnen bringt die neue Regelung deutliche Verbesserungen, die Kündigungsfristen verlängern sich je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit zum Teil erheblich. Manche Arbeitgeber versuchen nun aber, über Einzelvereinbarungen Teile der Regelung zu umgehen – die Gewerk-schaft berät Mitglieder kostenlos.

ArbeiterInnen haben nun mehr Zeit zur Jobsuche
Musste der Dienstgeber in vielen Branchen nur 14 Tage vorher die Kündigung aus-sprechen, so betragen die Fristen jetzt je nach Dienstzeit zwischen 6 Wochen und 5 Monate. Gekündigt kann nur mehr zum Quartalsende werden – wenn einzelvertrag-lich nichts anderes vereinbart wurde. Für die ArbeitnehmerInnen beträgt die Kündi-gunsfrist nun einen Monat. Sie können die Kündigung zum Monatsletzten ausspre-chen. Ausgenommen von der Neuerung sind Saisonbetriebe.

Vorsicht vor neuen Arbeitsverträgen
„Es ist grundsätzlich sinnvoll, sich bei der Gewerkschaft zu informieren, wenn der Ar-beitgeber eine Kündigung ausspricht. Wir raten ArbeiterInnen aber auch zur Vorsicht, wenn der Arbeitgeber plötzlich einen neuen Arbeitsvertrag vorlegt. Weil der Dienstge-ber nur mehr viermal pro Jahr kündigen kann, versuchen nämlich viele Firmen, mit neuen Arbeitsverträgen diese Regelung zu umgehen“, berichtet Pachner aus der Be-ratungspraxis.

Der ÖGB bietet deshalb seinen Mitgliedern persönliche, kostenlose Beratung an. „Er-kundigen Sie sich, bevor Sie etwas unterschreiben“, meint Pachner. Infos und Bera-tung erhalten Sie im ÖGB Freistadt per Telefon: 07942 72614 oder E-Mail: freistadt@oegb.at.

 

Bild (c) ÖGB