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Dienstag, den 10. Januar 2017 11:58

Noch einmal Vertical up


Verticul up Hinterstoder - Beispielbild

Lukas Kaufmann - aus der Sicht eines Teilnehmers

Am 7.1.17 fand auf der Hannes-Trinkl-Weltcupstrecke in Hinterstoder/OÖ der erste von 4 Bewerben der diesjährigen VERTICAL UP Tour (Hinterstoder, Kitzbühel, Wengen, Gröden) statt.. Bei diesen Bewerben geht es darum, die jeweiligen Ski-Weltcupstrecken vom Ziel zum Start so schnell wie möglich zu bewältigen und das lustige dabei, es gibt keine Regeln – solange alles aus eigener Kraft angetrieben wird (kein Motor).. Touren Ski, Langlaufski, Schneeschuhe, Spikes, Fußballschuhe, Skistöcke,.. alles ist erlaubt..

Die schnellste Variante (zumindest hatten das die letzten Sieger immer) ist sicherlich die mit Stöcken und Spikes an den Schuhen..

Deshalb machte ich mich auch mit dieser Ausrüstung auf den Weg in die Pyhrn Priel Region und nach der schnellen Anmeldung im Rennbüro, ging es gleich direkt zum Start. Dort konnte man seinen Rucksack abgeben, damit man dann oben im Ziel gleich etwas trockenes anziehen konnte.. Genial war auch, dass wenige Meter neben dem Start ein Haus auch für die Teilnehmer geöffnet war, sodass die Zeit vorm Start nicht ganz soooo frostig war..

Um 18 Uhr fiel schließlich pünktlich der Startschuss für über 200 Teilnehmer, es schneite und man sah dadurch Gott sei Dank nicht mehr wie weit weg das Ziel noch ist. Genau gesagt waren es „nur“ 2750 Meter mit 750 Höhenmeter. Jedoch gehören diese 2750 Meter sicherlich zu den härtesten 10 die ich in meinen Leben zurück gelegt habe.. :P

Bereits nach wenigen hundert Metern kam in meinem Kopf wieder das „Luki, warum tust du dir das immer wieder an“ hoch, ohne passende Antwort versuchte ich einfach die ersten kleineren Anstiege so schnell wie möglich hoch zu laufen. Erschwerend kam hinzu, dass es in Hinterstoder bereits Stunden vorm Start zu schneien begann und der Untergrund teilweise ziemlich „tief“ war, da fällt natürlich jeder Schritt noch schwerer, wenn man beim hinsteigen nicht weiß ob der Schuh hält und beim nächsten Schritt nicht weiß, ob es den anderen Fuß nach hinten rutscht.. Aber in solchen Situationen habe ich schon eine gute Taktik. Ich schau mich mal kurz um, wie es meinen Konkurrenten geht und wenn dann die Leute neben einen noch mehr rutschen als man selbst zaubert das sogar bei einen Puls weit über 180 ein kurzes Lächeln in mein Gesicht. Hier muss ich auch erwähnen, dass die 40 Euro, die ich direkt beim Start für Snowline-Spikes ausgab, vermutlich eine der besten Investitionen in den letzten Jahren waren. Denn in den steilsten Passagen hatten wir 56 Prozent Steigung, da glaubst kurz einmal du stehst vor einer Wand. Ohne Spikes und ohne Stöcke wird`s da schnell gefährlich, beziehungsweise macht man nach einen Schritt nach oben, wieder zwei Schritte nach unten. Dort wo es dann so richtig steil wurde, wurden einige Konkurrenten langsamer und ich konnte Platz um Platz gut machen, was natürlich motiviert. Außerdem freute/überraschte es mich, dass meine Oberschenkel bis oben nicht leer wurden und so konnte ich nach 36 Minuten und 11 Sekunden komplett fertig als 24. über die Ziellinie laufen..

Nächstes Jahr komme ich sicherlich wieder, vermutlich mit optimierten Material und möglicherweise auch ein wenig mehr Berglauf-Training, schadet sicherlich nicht.. Die Veranstaltung war Top Organisiert, im Ziel gab es sofort Tee, eine Hütte zum umziehen, leckere Nudeln zur Stärkung, eine kostenlose Massage und alles lief sehr einfach über die Bühne.

Bin schon gespannt wo mein nächster Einsatz sein wird, jetzt wird wieder einmal brav trainiert und dann freue ich mich eigentlich schon wieder auf den nächsten Startschuss, auch wenn ich weiß, dass dieser eine Gedanke sicherlich wieder kommt, aber ich weiß auch, dass die Emotionen im Ziel alles wieder gut machen.. :)

 

Bild (Foto Michael Werlberger) Verticul up Hinterstoder


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