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Samstag, den 12. August 2017 11:34

Forderungen des oö. Energiehandels


Dr. Bernd Zierhut, Gremialobmann des OÖ Ernergiehandels

Dieseldiskussion sachlich führen – Schluss mit überbordender Bürokratie – Gleichbehandlung aller Energieträger – Stilllegungsprämie für kleine Heizölhändler und Tankstellenbetreiber

„Die aktuelle Diskussion rund um den ,Diesel‘ zeigt auf, wie es der Energiehandelsbranche wirklich geht“, verdeutlicht der Obmann des oö. Energiehandels, Bernd Zierhut, die Situation seiner Branche und erhebt deshalb für deren Zukunft vier konkrete Forderungen:

  • Sachlichen Dieseldiskussion: Aktuell muss man als „Dieselfahrer“ ein schlechtes Gewissen haben, denn jede mehr oder weniger berufene Stelle stempelt den Diesel global als den Umweltsünder Nummer 1 ab. Um die Zukunft des Dieselmotors fachgerecht zu beantworten, sollte man in eine sachliche Diskussion eintreten. Dabei fehlt es einfach an Fakten, da der Dieselmotor im Schwerlastverkehr nicht wegzudenken ist. Weiters ist unbestritten, dass der Verbrauch der Dieselmotoren im Vergleich zu anderen Antriebsarten der sparsamste ist. Emissionsfreie Fahrzeuge kennt die derzeitige Mobilitätswelt nicht.

  • Forderung nach einem Ende der überbordenden Bürokratie: Die Regulierungswut im Energiebereich hat in den letzten Jahren weiter zugenommen. Beispielgebend dafür nennt Zierhut das Energieeffizienz-Gesetz. Der Gesetzgeber schreibt den betroffenen Unternehmen unglaublich detaillierte Aufzeichnungs- und Meldepflichten vor. Und auf europäische Ebene steht schon die nächste Bürokratiehürde in den Startlöchern: länderübergreifende Transaktionsregelungen für den Stromhandel können zu ähnlichen Bürokratiemonstern werden, wie es sie bereits im Finanzbereich gibt, befürchtet Zierhut. Die Regulierungswut wird auch an den Strafbestimmungen des Elektrizitäts-Wirtschafts- und Organisationsgesetzes manifest, wonach Strafen bis zu 50.000 Euro drohen, wenn Strom-Transaktionen nicht oder nicht vollständig an die europäische Behörde gemeldet werden.

  • Gleichbehandlung aller Energieträger: Nicht nur das aktuelle „Dieselbashing“ zeigt auf, wie einseitig die Diskussion geführt wird. In der öffentlichen Diskussion gibt es nur „gute“ und „schlechte“ Energieträger, ohne diese näher zu differenzieren. Damit muss zukünftig Schluss sein und eine weitaus differenziertere Betrachtung dahingehend erfolgen, dass die vorhandenen Energieträger gleichbehandelt werden, fordert Zierhut.

  • Stilllegungsprämie für Heizölhändler und Tankstellen: Die Branche steht vor einem gewaltigen Umbruch, der in den nächsten Jahren nicht nur das Geschäft des Mineralölhändlers bzw. der Tankstellen wesentlich verändern wird, sondern auch eine große Zahl der Marktteilnehmer von der Bildfläche verschwinden lässt. Ersten Schätzungen zufolge sollen es bis 2025 rund 30 Prozent sein, quantifiziert Zierhut. Nur ein „Aufhören“ sei aber nicht so einfach möglich, betont Zierhut, dass die Stilllegung einer Tankstelle mit zahlreichen Umweltauflagen und immensen Kosten verbunden ist. Deshalb benötigen gerade kleine Heizölhändler und Tankstellenbetreiber Unterstützung im Sinne einer Stilllegungsprämie.


    Bild: Dr. Bernd Zierhut, Gremialobmann des OÖ Ernergiehandels

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