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Dienstag, den 13. Februar 2018 09:36

Breite Unterstützung


v.l.: Christian Dörfel, Julia Kienbacher, Christian Schilcher, Judith Höller, LH-Stv. Dr. Michael Strugl, Eva Pötzl, Mag. Andreas Winklhofer, Mag. Rainer Jelinek, Eva Lubinger, Sandra Kraushofer

Neuorganisation der Tourismusverbände in der Region Steyr-Kirchdorf

Wirtschafts- und Tourismusreferent LH-Stv. Dr. Michael STRUGL: Zusammenschluss bringt Leistungssteigerung der Tourismusverbände
Mit 1. Februar dieses Jahres ist das neue Oö. Tourismusgesetz in Kraft getreten. Dieses sieht u.a. eine Mindestgröße für Tourismusverbände mit 200.000 Nächtigungen und einem Aufkommen von € 600.000,-- aus Tourismusbeiträgen und Tourismusabgaben vor. Im Raum Steyr-Kirchdorf erfüllen diese Kriterien bislang nur die Tourismusregion Bad Hall-Kremsmünster sowie die Region Pyhrn-Priel. Eine Veränderung der Tourismusstrukturen wird daher nötig. „Die regionalen Tourismusverbände wollten diese Veränderung aktiv gestalten und haben bereits vor einem Jahr begonnen gemeinsam daran zu arbeiten“, lobt Wirtschafts- und Tourismusreferent LH-Stv. Dr. Michael Strugl den vorbildlichen Prozess.

Fünf Tourismusverbände (Steyr, Steyrtal, Oberes Kremstal, Ennstal und Bad Hall – Kremsmünster), die sich über insgesamt 22 Gemeinden erstrecken, arbeiten sehr konstruktiv an der Schaffung dieses gemeinsamen neuen Tourismusverbandes. Im Prozess, in den Workshops und Arbeitsgruppen werden die Verbände von Land Oberösterreich, Oberösterreich Tourismus GmbH und von den LEADER-Managements der Region Steyr-Kirchdorf unterstützt. Nach erfolgreichem Abschluss der Phase 1 im vergangenen Jahr geht es jetzt um die Detailplanung in den Bereichen Destinationsentwicklung, Marketing und Organisationsentwicklung.

Ziel ist es, die Stärken der Destination herauszuarbeiten, in marktkonforme Urlaubs- und Freizeitangebote für Urlauber, Geschäftstouristen und Tagesausflugsgäste zu gießen und die bisher aufgebrachten rund 508.000 Nächtigungen durch gemeinsame Marketingmaßnahmen auszubauen: „Damit kann die Bekanntheit der Destination und vor allem die Wertschöpfung für die Betriebe weiter gesteigert werden. Dies gelingt durch die Bündelung der Kräfte und die Bildung einer effizienten Verbandsstruktur. Es geht also nicht um Einsparungen, sondern Ziel ist vielmehr eine ‚Leistungssteigerung‘ der Tourismusverbände durch einen effizienteren und professionelleren Ressourceneinsatz“, unterstreicht LH-Stv. Strugl.

Diese Strategie- und Organisationsentwicklungsprozesse stellen eine große Herausforderung für bestehende Tourismusverbände dar, sie bringen eine Vielzahl von Fragen, Verunsicherung, die Aufgabe gewohnter Muster und Strukturen usw. mit sich. Derartige Veränderungsprozesse brauchen Zeit, müssen sauber vorbereitet sein und professionell begleitet werden. Denn es geht nicht nur um die Fusion von Organisationen, sondern auch um die Menschen dahinter. Die Mitglieder der Tourismusverbände, also die Betriebe, und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tourismusverbände müssen in den Prozessen „mitgenommen“ werden.

„Unter beiden Aspekten kann die Neuorganisation der Tourismusverbände in der Region Steyr-Kirchdorf als beispielgebend bezeichnet werden. Zum einen wird eine Destination geschaffen, die sich deutlich an der Gästesicht orientiert. Damit liegt die Destination sogar weit über den geforderten Mindestgrößen. Zum anderen wird der Veränderungsprozess von den Verantwortlichen in den jetzigen Tourismusverbänden vorbildlich umgesetzt“, hebt LH-Stv. Strugl hervor.

LAbg. Bgm. Dr. Christian DÖRFEL, Obmann Regionalforum Steyr-Kirchdorf: Breite Zustimmung in der Region
Die Anpassung der touristischen Organisationsstrukturen findet in der gesamten Region breite Zustimmung. Bereits Ende 2016 wurde deshalb in den Bürgermeisterkonferenzen der Bezirke, im Regionalforum Steyr-Kirchdorf und in den Tourismusverbänden einstimmig beschlossen, diesen Prozess zu unterstützen. Folgende Tourismusverbände sind daran beteiligt:

  • Nationalpark Region Ennstal (9 Gemeinden, 131.934 Nächtigungen)
  • Nationalpark Region Steyrtal (3 Gemeinden, 14.345 Nächtigungen)
  • Oberes Kremstal (4 Gemeinden, 31.401 Nächtigungen)
  • Steyr (1 Gemeinde, 90.009 Nächtigungen)
  • Tourismusregion Bad Hall – Kremsmünster (5 Gemeinden, 240.696 Nächtigungen)


Diese Tourismusverbände versuchen gemeinsam eine Struktur zu finden, die dem neuen Tourismusgesetz entspricht, aber auch eine optimale Variante für Betriebe und Gäste darstellt. „Die Schaffung der neuen Verbandsstruktur ermöglicht es uns, die Funktionen und Aufgaben der einzelnen Player neu zu definieren. Das Zusammenspiel zwischen Gemeinden, Ortsausschüssen, Tourismusverband, örtlichem Stadtmarketing und Wirtschaftsinitiativen ist neu zu definieren und den Herausforderungen der heutigen Zeit anzupassen. Eine Klarheit bei der Aufgabenteilung hilft allen Partnern in der täglichen Arbeit und erzeugt eine bessere Schlagkraft. Für mich ist es eine logische Weiterentwicklung im Tourismus unserer Region, weil auch schon bisher in vielen Bereichen der Angebots- und Produktentwicklung zusammengearbeitet wurde. Seit Jahren gehen die Tourismusverbände Steyrtal und Ennstal mit dem gemeinsamen USP Nationalpark gemeinsame Wege. Das Mountainbike-Produkt ‚Trans Nationalpark‘, die Radregion Steyr-Kirchdorf oder die Christkindlregion sind nur einige Beispiele für die erfolgreiche bisherige Zusammenarbeit über Verbandgrenzen hinweg“, meint LAbg. Bgm. Dr. Christian Dörfel, Obmann des Regionalforums Steyr-Kirchdorf und LEADER-Obmann.

Reaktion der Tourismus-Verbände
Bis Mitte des Jahres soll dieses Konzept vorliegen und anschließend von den derzeitigen Tourismusverbänden beschlossen werden. „Wir sind guter Dinge, dass wir im Prozess jetzt noch offene, aber wichtige Fragen wie das Thema Marke Destinationsname oder die Standorte der Gästeservicebüros klären und eine für alle passende Lösung entwickeln können. Mit der neuen Tourismusregion möchten wir nach innen und auf den Märkten einen guten Start hinlegen und eine Aufbruchstimmung erzeugen. Das bislang aufgebaute Know-how ist die Basis für eine positive Weiterentwicklung in der Region und muss unbedingt genutzt werden. Bei allen weiteren Entwicklungen müssen wir in erster Linie die Interessen der Gäste in den Vordergrund stellen und bereits bekannte Marken nutzen“, betont Tourismusverbandsvorsitzender Jürgen ARMBRÜSTER aus Steyr.

Christian FINNER vom Tourismusverband Nationalparkregion Steyrtal meint: „Um als Tourismusregion am Markt schlagkräftig auftreten zu können, ist es unumgänglich, größere Einheiten zu bilden. Daher sehen wir als Tourismusverband Steyrtal dies als große Chance und freuen uns auf eine erfolgreiche touristische Weiterentwicklung unserer Region im gemeinsamen großen Verband.“

„Mit dem Nationalpark Kalkalpen und dem UNESCO-Weltnaturerbe besitzt die Region ein österreichweites Alleinstellungsmerkmal, das in der neuen Struktur verstärkt in den Mittelpunkt gerückt werden sollte“, so Georg BLASL von der Nationalparkregion Ennstal. Er betont, dass für den Gast damit ein Erlebnisraum mit einem vielfältigen Allwetterprogramm in einem Umkreis von rund einer Stunde Fahrzeit entsteht. „Die vernetzte Darstellung dieser Angebote schafft die Basis für die Erhöhung der Aufenthaltsdauer und damit auch der Wertschöpfung in der Region. Trotz aller Vielfalt werden einzelne Spitzenleistungen eine entsprechende Strahlkraft haben und die Regionalität betonen“, zeigt sich Blasl zuversichtlich.

Von den Vorteilen eines großen Verbandes ist auch Manfred RABKO, Obmann des Tourismusverbands Bad Hall-Kremsmünster, überzeugt: „Durch die Bündelung der Kräfte werden Personalressourcen frei, die für eine intensivere Betreuung der kleinstrukturierten Beherbergungsbetriebe in der Region genutzt werden können. Das Vermietercoaching vor allem im Bereich Digitalisierung wird ein neuer, wertvoller Service für die Betriebe, für die dadurch eine bessere Buchbarkeit ermöglicht wird. Die neu installierten Coaches werden immer das Ohr bei den Betrieben haben und somit für alle Gastgeber gute Ansprechpartner im Verband sein. Neben der verbesserten Betreuung der Beherbergungsbetriebe können wir auf Grund der Angebots- und Produktpalette der gesamten Region neue Märkte erschließen bzw. bestehende besser betreuen und damit auch mehr Gäste erreichen.“

„Der Tourismusverband Oberes Kremstal steht dem Reorganisationsprozess aufgeschlossen und positiv gegenüber. Da das Obere Kremstal als mehrgemeindiger Tourismusverband seit mittlerweile drei Jahren besteht und dadurch die regionale Zusammenarbeit im Tourismusverband effektiv gestärkt wurde, sind qualitative Voraussetzungen für ein Miteinander über regionale Grenzen hinaus geschaffen. Ein Zusammenschluss bringt aus Gästesicht sowie für aktive Touristiker einen bedeutenden ‚Mehrwert‘. Das touristische Angebot aller mitwirkenden Regionen lässt sich optimal verbinden und es entstehen daraus neue Synergien und attraktive Produkte. Große Verbände können in ihrer Wahrnehmung bei den Gästen sicher mehr bewirken, auch die Administration kann effizienter gestaltet werden. Man sollte aber auf bestehende Strukturen und die Regionalität bei allen Überlegungen zur Organisation des zukünftigen Verbandes nicht vergessen“, betont Franz RETTENBACHER vom Stadtgasthof Rettenbacher als Obmann des Tourismusverbandes Oberes Kremstal.

Eine Zusammenlegung der Verbände birgt vor allem Optimierungspotenzial im Marketing. Auf Publikums- und Fachmessen ist die Region beispielsweise künftig mit einem gemeinsamen Stand vertreten. Das schafft auch die Möglichkeit, auf zusätzlichen Messen aktiv zu werden. Ähnliches gilt für Werbemittel. Bei genauerer Betrachtung decken sich jetzt schon oft Inhalte in den bisherigen Katalogen. Eine gründliche Evaluierung bringt hier sicherlich Einsparungspotenzial. „Dies gilt vor allem auch für Administration mit Berichtwesen, Buchhaltung, Lohnverrechnung und Personalentwicklung“, sind sich alle Vorsitzenden einig.


Bild (Peter Kainrath): v.l.: Christian Dörfel, Julia Kienbacher, Christian Schilcher, Judith Höller, LH-Stv. Dr. Michael Strugl, Eva Pötzl, Mag. Andreas Winklhofer, Mag. Rainer Jelinek, Eva Lubinger, Sandra Kraushofer


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