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Montag, den 14. Mai 2018 16:11

TT Bundesliga-Finale in Wels


Bei Wels brachen nach dem Titelgewinn alle Dämme!

2. Meistertitel für SPG Walter Wels | Double und 19. Meistertitel für LINZ AG Froschberg

Nach dem Spiel lautet das Motto: Finale dahoam und der Pott is zum zweiten mal nach 2014 a dahoam, Wels zwischen Himmel und Hölle und am Ende floss der Sekt in Strömen.

 

Als um kurz nach 20 Uhr der belgische Teamspieler in Diensten der SPG Walter Wels Robin Devos seinen ersten Matchball in Satz 3 zum 11:7 gegen den starken Kroaten Frane Kojic verwandelte, brachen in der Sporthalle Vogelweide alle Dämme. Was sich davor in den fast dreieinhalb Stunden im Bundesligafinale zwischen Gastgeber Wels und der Mannschaft von Kapfenberg abspielte war aus Sicht der Messestädter gefühlt ein Ritt zwischen „Himmel und Hölle“.

Die Hausherren gingen sehr stark in die Partie und konnte sich Robin Devos, der zum Helden für Wels an diesem Abend avansierte, sein Auftaktmatch schon wie im Grunddurchgang im März gegen Christoph Simoner mit 3:0 für sich entscheiden. Dieser Auftaktsieg lähmte aber seinen Mitspieler den serbischen Teamspieler Zsolt Petö in seinem Einzel gegen den hochfokussiert spielenden Kapfenberger Frane Kojic eher als dass es ihn beflügelt hätte. Petö ging zwar in Satz 1 rasch 6:1 und dann sogar 7:2 in Führung hatte auch bei 9:6 noch alle Trümpfe in der Hand, verlor aber dann völlig den Faden und verlor Satz 1 im Nachspiel mit 10:12. Nach dem auch Satz 2 an Kojic ging, stand Petö in Satz 3 schon mit dem Rücken zur Wand. Satz 3 war dann ein Spiegelbild von Satz 1. Petö brachte eine sichere Punkteführung wieder nicht ins Ziel, womit Kapfenberg ausgleichen konnte.

In Spiel 3 zwischen Dominique Plattner und dem Steirer David Vorcnik agierten beide Spieler mag es der Last des Finales geschuldet sein oder wie auch immer äußerst nervös und fehleranfällig. Plattner gewann den ersten Satz in der Verlängerung, Vorcnik glich in Satz 2 aus. Die Vorentscheidung in dieser Partie fiel dann aus Sicht der Hausherren leider im dritten Mammutsatz, den Dominique Plattner der seinerseits dabei 5 Satzbälle vergab mit 18:20!!. verlor. Da Plattner davon geschockt nicht mehr ins Spiel zurückfand ging Kapfenberg mit  2:1 in Führung.

Während die Stimmung bei Wels sank, machten die rund 20 mitgereisten Steirer einen Wahnsinnslärm in der Halle. Als dann Petö und Plattner, das erfolgreichste Doppel in der Bundesliga gegen Simoner/Vorcnik in Sätzen mit 1:2 zurücklagen, schien der Titelgewinn in der Hallenhitze buchstäblich zu schmelzen. Angefeuert vom Welser Publikum das den Ernst der Lage ihrer Mannen zu begreifen schien, steigerten sich Petö/Plattner in einen Spielrausch und gewannen die Sätze 4 und 5 unter dem tosenden Applaus des Publikums noch mit 11:8 und 11:2. Damit glich Wels auf 2:2 aus.

Nach diesem Zwischenstand lag es am Belgier Robin Devos in seinem zweiten Einzel gegen Kojic den Sack für Wels sprich den 2 Meistertitel für die SPG Walter Wels nach 2014, damals ebenso zu Hause, ins Trockene zu bringen. Der an diesem Tag sensationell spielende Belgier konnte dem Druck dann auch tatsächlich standhalten. Im wohl besten Spiel des Finales bewies Robin Devos eiserne Nerven, gewann die Sätze 1 und 2 denkbar knapp aber verdient jeweils mit 12:10 !!, wobei er in Satz 2 sogar einen 8:10 Rückstand noch drehte. In Satz 3 verwandelte er dann bei 10:7 gleich seinen ersten Match und damit den Titelball für Wels.

Dann brachen alle Dämme in der Sporthalle Wels Vogelweide. Wels Boss Bernhard Humer, der in diesem Finalspiel wieder nach eigener Definition tausend Tode erlitt, aber auch Obmann Gerhard Demelbauer und der zweite Wels-Präsident Dr. Peter Csar konnten ihr Glück nicht mehr verbergen. Nach der Siegerehrung durch Sportreferent Gerhard Kroiss und den Präsidenten des ÖTTV Hans Friedinger und der Übergabe des Meisterpokals an das Welser Team, gab es die obligate Sektdusche, wobei es bei Wels Boss Bernhard Humer schon egal war, da sein Hemd schon vorher völlig durchnässt war. Ein Wahnsinnstag für die Sportstadt Wels und unseren Verein, so Humer kurz nach Spielende noch fassungslos. Wir sind durch die Hölle gegangen und haben uns alle am Ende mit dem Titelgewinn belohnt. Dank gilt so Humer allen  unseren Partner und Gönnern allen voran Herrn Gerhard Walter und unserem tollem OK Team. Ohne diese wären alle Erfolge der Welser gar nicht möglich.

Robin Devos, SPG Walter Wels: „Wir wussten vor dem Spiel, wir haben unsere Chance, aber es wird ganz, ganz schwer. Man hat gesehen wie eng es war, wir mussten alles aus uns herausholen um zu gewinnen. Ich konnte zum Glück mein volles Potential abrufen, darüber bin ich sehr glücklich. Es war eine lange Saison, im Sommer verlasse ich Wels, daher wollte ich mich auch unbedingt mit dem Titel verabschieden. Es ist einfach schön, diese Zeit mit dem Meistertitel abschließen zu können.“



In der Neuauflage des Cupfinales setzte sich LINZ AG Froschberg 1 klar mit 4:1 gegen das LZ easyTherm Linz Froschberg durch, verteidigte erfolgreich den Meistertitel und sicherte sich damit nach dem Cup das Double. Sofia Polcanova, Ho Tin-Tin und Linda Bergström waren in den Einzelpartien nicht zu biegen, lediglich im Doppel musste man eine Niederlage einstecken. Platz drei sicherte sich der TTC ´CarinthiaWinds´ Villach mit einem 4:1-Erfolg über LINZ AG Froschberg 2.


4:1 im Schwesternduell, eine beinahe klare Angelegenheit für LINZ AG Froschberg 1 im Finale gegen das LZ easyTherm Linz Froschberg. Linda Bergström eröffnete das Finale gegen Ines Diendorfer, sorgte dabei rasch für klare Verhältnisse. Nach 7:2 Führung, holte sie Satz 1 klar mit 11:5. Satz 2 und 3 ging mit 11:9 und 11:6 an die Schwedin, die damit auf 1:0 für den Titelverteidiger stellte.

Österreichs Nummer 1, Sofia Polcanova, hatte anschließend gegen Karoline Mischek hart zu kämpfen. Mit dem 15:13 in Satz 1 sicherte sie sich einen kleinen psychologischen Vorteil, holte Satz 2 glatt mit 11:4. Mischek erfing sich, verkürzte mit 11:9 auf 1:2 in Sätzen. Doch Polcanova unterstrich im vierten Satz ihre Sonderstellung und entschied nach dem 11:5 mit 3:1 die Partie.

Alles lief nach Plan für den klaren Favoriten, erst recht nachdem Zhang Mo dank des 3:0 über Alicia Cote auf 3:0 nach Spielen stellte. Im Doppel ließen Cote und Mischek allerdings ihr Können aufblitzen, holten sich die Partie sensationell gegen Zhang/Polcanova mit 3:2.

Der Jubel und die Freude währte nur kurz, denn Linda Bergström machte im Anschluss alles klar. Gegen Karoline Mischek holte sie mit dem 3:1 den entscheidenden Siegpunkt auf 4:1. 

Sofia Polcanova, LINZ AG Froschberg 1: „Wir sind natürlich überglücklich, dass wir den Titel verteidigen konnten und noch dazu das Double feiern dürfen. Dass wir gegen unser Schwesternteam im Finale standen, war, denke ich, für beide etwas Besonderes. Die Saison war sehr lange mit Champions League, Superliga und Bundesliga. Da fällt so ein Saisonabschluss umso schöner aus. Nächste Saison wollen wir das Double natürlich verteidigen und in der Champions League groß aufspielen, wieder ins Semifinale einziehen. Persönlich habe ich mir zudem bei der EM eine Medaille zum Ziel gesetzt.“

Bild 1 (TT-Bundesliga/Mario Wanderer): Bei Wels brachen nach dem Titelgewinn alle Dämme!

Bild 2: "gesittete" Titelfeier bei den Damen

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