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Dienstag, den 12. Juni 2018 13:00

Junge und kritische Stimme würde fehlen


PRO-GE Landesjugendvorsitzender Sandro Entholzer

PRO-GE Landesjugendvorsitzender Sandro Entholzer aus Grieskirchen warnt vor der geplanten Abschaffung des Jugendvertrauensrats

Mit der Senkung des aktiven Wahlalters bei Betriebsratswahlen von 18 auf 16 Jahre plant die österreichische Regierung die Abschaffung des Jugendvertrauensrats. „Damit würde eine junge und kritische Stimme bei Betriebsratssitzungen fehlen, die die Rechte der Lehrlinge kennt und auch einfordert“, kritisiert Sandro Entholzer. Der 21-jährige Grieskirchner ist Werkzeugbautechniker bei der Firma Pöttinger, war selbst fünf Jahre Jugendvertrauensrat, ehe er in den aktiven Betriebsrat gewechselt ist. Deshalb kämpft die Gewerkschaftsjugend dafür, dass der Jugendvertrauensrat auch weiterhin erhalten bleibt.

Jugendversammlungen – ein perfektes Instrument
„Die Jugendversammlungen, die ich im Betrieb abgehalten habe, waren ein perfektes Instrument für mich, um die Anliegen der Lehrlinge gebündelt aufzusammeln und ich konnte dort mein Wissen aus der Gewerkschaftsjugend mit den Jugendlichen teilen und besprechen“, sagt Entholzer, der mittlerweile auch Landesjugendvorsitzender der PRO-GE ist und sich tagtäglich für die Interessen von Lehrlingen sowie jungen ArbeitnehmerInnen in Betrieb, Gewerkschaft und Politik einsetzt. Zu den Highlights in seiner Arbeit als Jugendvertrauensrat zählten etwa auch die Verhandlungen rund um die Internats-Freifahrt für Lehrlinge.

Auch soziale Bindung würde leiden
Neben der Stimme für die Anliegen der jungen KollegInnen würden, so Entholzer, auch soziale Komponenten, die die Bindung im Betrieb verstärken, wegbrechen: „Etwa bei der Organisation der Lehrlingsweihnachtsfeier, Lehrlingsausflügen und vielem mehr wofür unser Betrieb seinen guten Ruf genießt.“

Über den Jugendvertrauensrat
Der Jugendvertrauensrat ist eine wichtige Anlaufstelle für Lehrlinge und tritt als VermittlerIn zwischen den Anliegen der Lehrlinge und der Betriebsleitung ein.
Dadurch kommt es in vielen Fragen zu Lösungen, die für die Lehrlinge in Ordnung sind. Wenn in einem Betrieb mindestens fünf jugendliche ArbeitnehmerInnen (unter 18 Jahren bzw. Lehrlinge unter 21 Jahren) beschäftigt sind, ist für die Vertretung ihrer Interessen ein Jugendvertrauensrat zu wählen. Dessen Rechte und Pflichten wie Weisungsfreiheit, Beschränkungs- und Benachteiligungsverbot, Kündigungs- und Entlassungsschutz sowie Bildungsfreistellung im Ausmaß von zwei Wochen pro Funktionsperiode (2 Jahre) entsprechen im Wesentlichen jenen der Betriebsratsmitglieder. Die wichtigsten Aufgaben sind, die wirtschaftlichen, sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Interessen der jugendlichen ArbeitnehmerInnen wahrzunehmen; darauf zu achten, dass die Vorschriften, die für das Arbeitsverhältnis gelten, eingehalten werden; die Teilnahme an Sitzungen des Betriebsrats sowie Vorschläge in Fragen der Berufsausbildung und der beruflichen Weiterbildung einzubringen.

 

Bild (privat): PRO-GE Landesjugendvorsitzender Sandro Entholzer


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