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Donnerstag, den 08. November 2018 08:00

Synergieprojekt gespag/KUK


v.l.: LH-Stv. Dr. Manfred Haimbuchner, Bürgermeister MMag. Klaus Luger, Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer, LRin Mag.a Christine Haberlander und LH-Stv. Mag. Dr. Michael Strugl

„Zentrale Weichenstellung in der oö. Spitalslandschaft“

Seit 2015 haben sich die gespag und die KUK unter anderem durch die Einrichtung der medizinischen Fakultät entscheidend verändert. Während die KUK die Integration der Standorte des AKH Linz, der Landesfrauen- und Kinderklinik und der Landesnervenklinik Wagner Jauregg vorantrieb, baute die gespag ihre Organisation auf die wohnortnahe Versorgung und die Erweiterung der Versorgungskette aus. All diese Bemühungen und Erfahrungen der letzten Jahre werden nun aktiv in die Entwicklung der gemeinsamen Oberösterreichischen Gesundheitsholding eingebracht.

Im März 2018 wurde das Projekt zur Weiterentwicklung der Struktur der Gesundheitsdienstleister des Landes OÖ und deren Beteiligungen gestartet. Das Projektteam unter Leitung von Dr.in Christiane Frauscher und MMag. Wolfgang Bayer sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich acht Monate lang mit den Synergie- und Zusammenarbeitsthemen der Oö. Gesundheits- und Spitals AG (gespag) und der Kepler Universitätsklinikum GmbH (KUK) auseinander gesetzt. Alle Prozesse wurden eng mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abgestimmt. Der Dank aller Eigentümer-Vertreter gilt deshalb besonders dem Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Inhalte:
nicht-medizinischer Bereich:
- Finanzen
- Personal
- Ausbildung/Schulen
- PR
- Beschaffung
- Bau und Technik
- Medizintechnik
- Revision
- Qualitätsmanagement
- Recht

Die Ergebnisse der Arbeits- und Themengruppen sind in einer Maßnahmenliste konkret festgehalten und bewertet. Diese Maßnahmenliste stellt auch die Basis für ein späteres Umsetzungscontrolling dar. Insgesamt soll das Synergiepotenzial im nicht-medizinischen Bereich bei mindestens 7,5 Mio. Euro jährlich liegen; daneben ergeben sich noch Einmaleffekte. Da der Fokus der Analysen nicht alle Verwaltungs- und Supportbereiche umfasste, ist davon auszugehen, dass dieser Zielwert übertroffen werden kann.

„Die Synergieeffekte werden nicht alle bereits im ersten Jahr spürbar sein, im Endausbau sollen jedoch alle Effekte schlagend werden. Das ist eine der größten Weichenstellungen der letzten Jahrzehnte in der oberösterreichischen Gesundheitslandschaft. Natürlich sind Kosteneinsparungen eine angenehme Begleiterscheinung. Aber ich erwarte mir vor allem eine positive Weiterentwicklung in der medizinischen Versorgung“, so Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer.

Weitere Schritte in der Umsetzung
Oberösterreichische Gesundheitsholding GmbH als erster Umsetzungsschritt
In einem ersten Umsetzungsschritt wurde vor wenigen Wochen die gespag zur Oberösterreichischen Gesundheitsholding GmbH weiter entwickelt. In diese soll der 74,9%-Anteil des Kepler-Universitätsklinikums (KUK), den derzeit die OÖ Landesholding GmbH (LaHo) unmittelbar hält, eingebracht werden. Dies wird nach Abschluss der organisatorischen Vorarbeiten im Lauf des Jahres 2019 erfolgen. Der Anteil der Stadt Linz mit 25,1% an der Kepler-Universitätsklinikum GmbH bleibt damit unverändert.

„Die Zusammenführung aller Landesbeteiligungen unter einem Dach ist die Umsetzung eines gemeinsamen Anliegens, das tatsächlich jenen großen Schritt darstellt, der sich neben der gewünschten Harmonisierung des Systems auch als Beitrag zur Kostendämpfung erweisen wird. Geld, das wieder in den Gesundheitsstandort Oberösterreich investiert werden kann und den Patientinnen und Patienten zugutekommt“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Manfred Haimbuchner.
„Mit diesem Projekt ordnen wir das Beteiligungsportfolio des Landes OÖ in der Gesundheitsbranche neu. Ziel ist eine deutliche Vereinfachung und Vereinheitlichung der Abläufe zwischen den Anbietern zur Erhöhung der Effizienz und im Sinne einer noch besseren Servicierung der Patientinnen und Patienten“, betont Landeshauptmann-Stv. und Beteiligungsreferent Mag. Dr. Michael Strugl.

Einheitliche Führungsstruktur
Die Aufgaben der Gesundheitsholding sind vielfältig und die Steuerung und Leitung des größten Gesundheitsdienstanbieters des Landes wird eine große Herausforderung sein, aber nachhaltige Wirkung auf die Versorgungslandschaft in Oberösterreich haben. Daher wird die Führung der Holding aus drei Geschäftsführungspositionen bestehen.

Der Zeitplan sieht vor, dass als erster Schritt die Geschäftsführung der Oberösterreichischen Gesundheitsholding GmbH ausgeschrieben und besetzt wird. Es ist geplant, eine Dreier-Geschäftsführung mit einem Vorsitzenden der Geschäftsführung an der Spitze einzurichten. Der Vorsitzende der Geschäftsführung beschäftigt sich neben der Kepleruniversitätsklinik inkl. Forschung und Lehre im Wesentlichen mit Strategie, Personal und IT. Weiters wird ein Mitglied der Geschäftsführung für Finanzen und Beteiligungen, Bau und Technik sowie Aus- und Fortbildung und ein weiteres Mitglied der Geschäftsführung für medizinische Belange zuständig sein.

Verstärkte Zusammenarbeit im medizinischen Bereich stärkt Qualität
Im medizinischen Bereich soll die Zusammenarbeit mit dem Ordensklinikum im Tumornetzwerk, bei der abgestuften-wohnortnahen Versorgung, im Diagnostikbereich sowie bei der Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten verstärkt werden. „Im Vordergrund müssen bei all den strukturellen Änderungen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Patientinnen und Patienten stehen“, sagt Gesundheits-Landesrätin Mag.a Christine Haberlander. „Wenn die Systeme im Gesundheitsbereich effizient aufgestellt sind, können wir es uns auch in Zukunft leisten, kontinuierlich in den medizinischen Fortschritt zu investieren und die hochwertige Gesundheitsversorgung in unserem Land weiterhin in dieser Qualität gewährleisten.“

Gemeinsamer IT-Provider
Im IT-Bereich wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die die künftige Aufbauorganisation unter Bildung eines gemeinsamen Providers abbildet. Als erster Umsetzungsschritt für die Zusammenarbeit im IT-Bereich werden ein einheitliches HR-System und eine einheitliche Ressourcendomäne umgesetzt.

„In der Informations- und Kommunikationstechnik haben wir das Ziel eines gemeinsamen IT-Providers beschlossen; dieser gemeinsame Provider soll den IT-Betrieb der Gesundheitsdienstleister auf hohem Niveau garantieren“, erklärt Bürgermeister MMag. Klaus Luger. „Insgesamt sollen mit der Umsetzung dieses Projektes funktionierende, trägerübergreifende Kooperationen die Qualität der Versorgung der Patientinnen und Patienten stärken und weiterentwickeln.“
Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Oberösterreichischen Gesundheitsholding GmbH und deren Beteiligungen liegen damit Rahmenbedingungen vor, die nachhaltig die Qualität der Leistungserbringung sicherstellen. „Damit wollen wir erreichen, dass wir am Bewerberinnen und Bewerber-Markt ein attraktiver Arbeitgeber und damit gleichzeitig ein zuverlässiger Partner in Gesundheitsfragen für die oberösterreichische Bevölkerung bleiben. Es ist uns bewusst, dass das große Anstrengungen seitens unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigt; daher möchten wir uns schon vorab für das Engagement und die Einbringung der Erfahrung bedanken. Wir sind aber davon überzeugt und darum geht es uns im Kern, dass durch diesen gemeinsamen Weg als größter Träger in Oberösterreich bestmögliche Rahmenbedingungen für die wichtige Arbeit in der Gesundheitsversorgung hergestellt werden können“, so Stelzer, Haimbuchner, Strugl, Haberlander und Luger.

Bündelung von Mitteln und bestmögliche gemeinsame Patientinnen- und Patientenversorgung
„Es handelt es sich um keine Fusion zweier großer Spitalsunternehmen, sondern es soll eine neue Holdingstruktur gestaltet werden, die es ermöglicht, Mittel zu bündeln, Kosten zu dämpfen, Synergiepotenzial zu heben und Doppelgleisigkeiten zu vermeiden und so eine bestmögliche gemeinsame Versorgung der oberösterreichischen Patientinnen und Patienten sicherstellen“, sind sich die Eigentümer-Vertreter von Stadt Linz und Land OÖ einig. Das übergeordnete Ziel ist dabei die Optimierung der Gesundheitsversorgung nach folgenden Kriterien:
Qualität/Effektivität in der Patientinnen- und Patienten-Versorgung z.B. auch durch abgestufte/abgestimmte Versorgungskonzepte
Kosteneffizienz in der Erbringung der Leistungen
Nutzung von Synergien im medizinischen und nicht-medizinischen Bereich Optimierung aller Supportbereiche (wie z.B. Personal, Finanzen & Beteiligungsmanagement, IT, Bau & Technik, Beschaffung, Qualitätsmanagement, Recht, PR & Kommunikation, Revision, Forschung & Lehre, Ausbildung in Gesundheitsberufen) der einzelnen Gesundheitsdienstleister z.B. durch Kooperationen, Leistungsabstimmungen, gemeinsame Leistungserbringung.

Wie geht es weiter?
Die Umsetzung der rechtlichen und organisatorischen Struktur soll bis spätestens Jänner 2020 erfolgen. „Wir nehmen die Fahrt gleich weiterhin auf, um nicht an Dynamik zu verlieren und starten sofort mit dem Umsetzungsprojekt“, so die Eigentümervertreter. „Dazu haben wir die bisherige Projektleitung bereits beauftragt, die einzelnen Maßnahmen zu priorisieren und einen Umsetzungsplan bis 2025 zu erstellen. Weiters werden wir zeitnah die Geschäftsführung der neuen Gesundheitsholding ausschreiben, um diese rasch in das Umsetzungsprojekt einbinden zu können.“

 

Bild (Land OÖ/Sandra Schauer): v.l.: LH-Stv. Dr. Manfred Haimbuchner, Bürgermeister MMag. Klaus Luger, Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer, LRin Mag.a Christine Haberlander und LH-Stv. Mag. Dr. Michael Strugl


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