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Dienstag, den 08. Oktober 2019 07:00

Nach turbolenten Jahren


Daniel Fürstberger, Obmann der Fachgruppe Druck.

Druckereien punkten mit Service und persönlicher Beratung - Nischen boomen

Wo Schatten ist, da ist auch Licht, könnte man in Abwandlung eines bekannten Sprichwortes sagen. Während beim Thema Druckereien oft vom Zusperren die Rede ist, gibt es auch viele Unternehmen im Land, die mit zukunftsweisenden Konzepten für positive Stimmung in der Branche sorgen.

„Wir haben tatsächlich turbulente Jahre hinter uns. Zuerst die Ostöffnung mit Billiganbietern, dann die Digitalisierung und Online-Druckereien. Unser Branche hat eine starke Transformation hinter sich. Aber wer sich dieser Transformation gestellt hat und sich umgestellt hat, der kann auch nach wie vor wachsen und erfolgreich sein“, sagt Daniel Fürstberger, Obmann der Fachgruppe Druck in der WKOÖ. „Was für jedes Unternehmen gilt, das galt für die Druckereien in den vergangenen Jahren ganz besonders: Jeder muss sein Geschäftsmodell hinterfragen und angesichts der rasanten Digitalisierung neue Antworten finden und sein Unternehmen neu ausrichten.“

Kooperation ist eine der Antworten. „Jeder muss seine Stärken erkennen und in diese Stärken in­vestieren“, so Fürstberger. „Jeder in der Branche weiß, was der andere gut kann. Mit sinnvollen Kooperationen und Bündelung unserer Stärken kann jeder profitieren.“ Auch beim Marketing der einzelnen Unternehmen, aber auch der Branche als Ganzes sieht Fürstberger ein Feld, das noch zu bearbeiten ist. „Online-Druckereien sind nur bei oft nachgefragten Standardprodukten günstig. Sobald Sonderwünsche ins Spiel kommen, können die stationären Druckereiunternehmen punkten. Dazu kommen Service und Beratung und ein persönlicher Ansprechpartner, vor allem auch, wenn es um Reklamationen geht. Auch Regionalität, Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind wichtige Zukunftsthemen. Hier müssen wir im Marketing ansetzen.“

Spezialgebiete in der Druckereibranche laufen nach wir vor gut. So werden nach wie vor sehr viele Bücher in Oberösterreich gedruckt, hier halten sich die Aufträge stabil. Sehr stark wächst der Bereich der Verpackungen. „Das ist eine Innovationsnische, die viel Know-how und Technik braucht“, so Fürstberger, der auf Ummantelungen von Yoghurtbechern, Folien und lebensmittelechtes beschichtetes Papier z.B. für Käse verweist. Auch der Bereich Etiketten ist ein Wachstumssektor, in dem es viele Spezialprodukte gibt.

Branche setzt auf Information
Dieses Know-how, das in vielen oberösterreichischen Druckereien vorhanden ist, ist bei den Auftraggebern oft zu wenig bekannt. Auch hier will die Branchenvertretung in Zukunft stärker ansetzen. Neben einer neuen Informationskampagne, die noch im Herbst startet, wird es auch Spezialseminare für die auftraggebende Wirtschaft und für Werbeagenturen geben, in denen die Druckereien ihre technischen Möglichkeiten von Veredelungen über Falz- und Bindetechniken bis zu Papier, Farben und Direct Mailings informieren.

 

Bild (Hermann Wakolbinger): Daniel Fürstberger, Obmann der Fachgruppe Druck.

 


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