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Freitag, den 14. Februar 2020 07:00

Herzmuskelentzündung


OA Dr. Martin Schuri von der Abteilung Innere Medizin 1 am Phyrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr.

Die unterschätzte Gefahr nach der Grippe

STEYR. Nach einer Grippe oder einem grippalen Infekt braucht es ausreichend Ruhe  und Erholung, um wieder ganz gesund und fit zu werden. Viele Menschen kurieren sich  nach einer überstandenen Erkrankung aber nicht richtig aus und steigen trotz Müdigkeit  und Schwäche schnell wieder ins Berufs- oder Sportleben ein. Doch das birgt ein hohes  Risiko. Der plötzliche Herztod bestätigt, dass eine Herzmuskelentzündung eine ernst  zu nehmende Krankheit ist – junge und sportliche Menschen sind besonders betroffen. 

Bei einer infektiösen Herzmuskelentzündung (Myokarditis) siedeln sich Erreger wie Viren oder  Bakterien am Herzen an und lösen dort eine Entzündung aus. Meist gelangen die Viren infolge  einer Grippe oder einer Atemwegsinfektion in den Körper. Die nicht infektiöse Myokarditis wird  dagegen durch Autoimmunerkrankungen wie Rheuma, eine Chemo- oder Strahlentherapie  oder eine koronare Herzkrankheit verursacht. 

Keine Frage des Alters 
„Die infektiöse Myokarditis kann in jedem Alter und bei jeder gesundheitlichen Verfassung  vorkommen. Besonders häufig tritt sie bei Kindern und Jugendlichen auf sowie im Alter  zwischen 20 und 50 Jahren“, informiert OA Dr. Martin Schuri, von der Abteilung  Innere Medizin 1 am Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr. Betroffene haben oft keine oder nur  unauffällige Beschwerden. Starke und anhaltende Müdigkeit, Schwäche und Schwindel sind  erste Anzeichen für eine Herzmuskelentzündung. Auch wer an uncharakteristischen  Brustschmerzen oder einem unregelmäßigen Herzschlag leidet, sollte diese Symptome  medizinisch abklären lassen. Im PEK Steyr stehen neben speziellen Laborparametern  auch die Echokardiografie (Untersuchung des Herzens mittels Ultraschall) sowie  die Kardio-Magnetresonanztomographie zur Verfügung. 

Grippe schlägt sich auf das Herz 
Eine Myokarditis kann schwere Schäden am Herz verursachen, besonders wenn Erkrankte  sich nicht ausreichend schonen oder bereits Vorerkrankungen am Herz bestehen.  Die Folgen sind Herzrhythmusstörungen oder eine chronische Herzschwäche.  Beide Erkrankungen können die Lebenserwartung reduzieren. Im schlimmsten Fall kommt es  zu einem plötzlichen Herztod. 

Nicht zu früh mit dem Sport beginnen 
Die Herzmuskelentzündung wird medikamentös behandelt, viel Ruhe und körperliche  Schonung sind jedoch ebenfalls unbedingt notwendig. Sport- und Ausdauertraining muss in  dieser Phase ebenso vermieden werden wie körperliche Arbeit im Beruf. OA Dr. Martin Schuri  erklärt: „Sportliche Menschen wollen nach einer Erkrankung möglichst schnell wieder mit dem  Training beginnen, weil sie eine lange Pause stark zurückwirft. Aber eine verschleppte oder  nicht richtig auskurierte Grippe darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Während  der Erholungsphase – die in der Regel genauso lange dauert wie die Erkrankung – sollten  Patientinnen und Patienten auf jegliche Anstrengung verzichten.“ Bei einer diagnostizierten  Myokarditis sollte sechs Monate lang kein Ausdauersport ausgeübt werden, bis sich die  Herzfunktion wieder komplett erholt hat. Körperliche Aktivität sollte generell nur nach ärztlicher  Absprache erfolgen. 

Wie schützt man sich? 
„Die beste Prävention gegen eine Herzmuskelentzündung ist die vollständige Ausheilung der  ursächlichen Erkrankung. Bei Grippe oder Fieber hat Bettruhe daher oberste Priorität“,  betont der Experte. 

 

Bild (OÖG): OA Dr. Martin Schuri von der Abteilung Innere Medizin 1 am Phyrn-Eisenwurzen Klinikum Steyr.


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