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Mittwoch, den 13. Januar 2021 07:00

Jahresbericht der OÖ Wasserrettung


Ausbildung bei der Wasserrettung - Symbolbild

22000 Stunden ehrenamtliche Arbeit, 8 Lebensrettungen und ein Virus namens Sars-CoV-2

Ohne die freiwillige und ehrenamtliche Arbeit der rund 550 Einsatzkräfte der Österreichischen Wasserrettung in Oberösterreich, hätten 8 Menschen im Zeitraum Anfang Oktober 2019 bis Ende September 2020  den Aufenthalt im und am Wasser mit hoher Wahrscheinlichkeit mit dem Leben bezahlt. Das ist zweifelsfrei der wichtigste Punkt der Leistungsstatistik 2019/2020 des Landesverbandes. 

In diesem Zeitraum starben 7 Personen in Oberösterreich bei Ertrinkungsunfällen. Dass es nicht mehr wurden ist auch dem beherzten Eingreifen von Augenzeug*innen zu verdanken, die rasch und richtig reagierten und zu Lebensretter*innen wurden. So kam es zum Beispiel am Ausee in der Nähe von Linz Anfang August an einem Tag innerhalb weniger Stunden zu zwei Beinahe-Ertrinkungsunfällen und am Traunsee konnte ein Mann zwei Kinder und ihre Mütter mit einem Stand-Up-Paddleboard retten, nachdem diese beim Baden in der Traun in den See abgetrieben wurden. 

Stolz auf unseren ÖWR-Nachwuchs machte uns auch die Rettung einer in Not geratenen Surferin am Traunsee. Als die alarmierten Einsatzkräfte eintrafen, war die sichtlich gezeichnete und stark unterkühlte Frau bereits von einem E-Boot aufgenommen worden. Zu Hilfe gekommen waren der Wassersportlerin ein 15jähriger mit seinen Freunden, welcher erst wenige Tage zuvor seinen ersten regulären Dienst auf dem Einsatzboot Traunkirchen absolviert hatte und die als Augenzeugen sofort handelten.

Bei weiteren Einsätzen der Wasserrettung wurden 119 Personenrettungen gezählt, vor allem Wassersportler*innen auf den großen Salzkammergutseen, die bei Sturm oder Seenot von den Bootsmannschaften der ÖWR ans Ufer gebracht wurden und 140 geborgene Sachgüter und Wasserfahrzeuge. Dazu kommen noch 199 geleistete Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Aufmerksamkeit über die Landesgrenzen hinaus sorgte die Bergung eines gesunkenen Zweimasters Baujahr 1952 am bayrischen Ammersee. Die Taucher*innen der Wasserrettung aus dem Landesverband OÖ sind seit Jahren mit Schiffsbergungen vertraut, nicht zuletzt bei einer spektakulären Bergung eines Holzbootes aus 135 Metern Tiefe aus dem Attersee und auch dieses Jahr mussten mehrere Boote aus den Salzkammergutseen gehoben werden. Deshalb fragten die bayrischen Einsatzkräfte der Wasserwacht um Unterstützung an um die 11 Meter lange und 10 Tonnen schwere „Sir Shackleton“ aus rund 7 Meter zu heben, was nach 2 Tagen erfolgreich gelang.

Insgesamt leisteten die ca. 550 aktiven Mitglieder in der Saison 2019/2020 knapp 22.000 ehrenamtliche Stunden bei Einsätzen, Sicherungsleistungen, Ausbildungen und Jugendarbeit. Gegenüber den Vorjahren ist das ein Drittel weniger, wobei dieser Rückgang vor allem auf die Covid-19 Maßnahmen zurückzuführen ist. So blieben die Einsatzstunden mit 13.733 annähernd gleich, allerdings mussten Schwimmkurse, interne Ausbildungs- und Fortbildungsveranstaltungen abgesagt oder verschoben werden. Und auch die Jugendarbeit litt stark unter den Einschränkungen, so wurden zum Beispiel die Jugendlager am Attersee abgesagt und wöchentliche Jugendtrainings in den Ortsstellen vielen Großteils aus.

Wie für große Teile der Gesellschaft, ist auch für die Wasserrettung diese von der Pandemie geprägte Zeit sehr herausfordernd. Viele Ortsstellen erzielen durch Schwimm- und Rettungsschwimmkurse oder durch die Überwachung von Kultur- und Sportveranstaltungen ihre Einkünfte, die für die Abdeckung der Kosten des Einsatzdienstes notwendig sind. Gerade diese Einnahmen sind drastisch zurückgegangen, während die Wartungs- und Betriebskosten, Material- und Ausrüstungsaufwand etwa gleich geblieben sind. Auch das Jugend- und Ausbildungszentrum am Attersee, welches von April bis Oktober auch für Privatpersonen offen steht, verzeichnete einen Rückgang der Nächtigungen auf fast die Hälfte gegenüber dem Vorjahr.

Durch strikte Vorsorge-Maßnahmen bei den Überwachungsdiensten und Einsätzen und auch der Absage von Veranstaltungen wie der Jahreshauptversammlung oder Jahresabschlussfeier konnte eine Ansteckung oder Ausbreitung von COVID-19 innerhalb der ÖWR in Oberösterreich vermieden werden. Auch der überdurchschnittlich große Andrang im Sommer an den heimischen Badeseen hat sich glücklicherweise nicht in den Verunglücktenzahlen widergespiegelt. Es bleibt zu hoffen, dass auch die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildungen und die Jugendarbeit bald wieder regulär stattfinden können um größere negative Auswirkungen in der längerfristigen Prävention von Ertrinkungsunfällen und der Nachwuchsarbeit vermeiden zu können.

 

Bild (c) Österreichische Wasserrettung Landesverband OÖ


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