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Dienstag, den 06. April 2021 07:00

Assista bietet Hilfe von Profis


Endlich kann Sanduni ihren Spezialcomputer so nützen, wie sie es braucht - dank der Hilfe von Spezialtrainerin Michaela Zöbl

Behinderte Menschen bei elektronischer Kommunikation im Nachteil

Altenhof/Hausruck. Seit Corona ist klar: Soziale Medien und elektronisch unterstütze Kommunikation haben massiv an Stellenwert gewonnen. Tablet, Smart Phone und Co. sind nicht mehr wegzudenken, um wichtige Kontakte zu pflegen und mit den Liebsten in diesen fordernden Zeiten zumindest online verbunden zu sein.

Doch wie geht es Menschen mit Beeinträchtigungen, die entweder körperlich oder technisch nicht in der Lage sind, sich ihre Geräte entsprechend einzurichten? Wie können sie Skype, Facetime und Instagram nutzen? Die Betreuungseinrichtung Assista bietet Menschen mit Beeinträchtigung die Hilfe einer zertifizierten Trainerin an, die genau hier unterstützt – eine Rarität in Österreich.

Michaela Zöbl ist seit Monaten im unermüdlichen Dauereinsatz. Es geht darum, den Menschen mit Beeinträchtigung, die bei Assista leben, die Nutzung elektronischer Kommunikationshilfen zu ermöglichen und ihre Geräte fit für den Austausch mit Familie und Freunden zu machen.

„Das beginnt damit, einfache Apps für Kommunikationsprogramme zu installieren über die Koppelung eines Sprachcomputers oder eines augengesteuerten Computers mit Medien nach außen bis hin zur Umfeldsteuerung mittels Tablet“, erklärt die ausgebildete Logopädin. Bei den zahlreichen Aufgaben, wie Handy-Einstellungen, PC-Problemen, Infos zur Sicherheit im Internet und vielem mehr hilft ihr mittlerweile Zivildiener Jonas, weil die Anfragen dramatisch zunehmen. Wird es komplizierter, tritt Michaela Zöbl auf den Plan und bindet im Bedarfsfall auch KollegInnen aus der Ergotherapie oder anderen Bereichen ein. Intelligente Teamarbeit ist die Formel, die wirkt und den KlientInnen das Leben erleichtert.

Riesiger Bedarf in Österreich
Auch ambulant werden in Altenhof externe KlientInnen mit elektronischem Know-How versorgt. Die Arbeit der „zertifizierten Fachkraft für unterstütze Kommunikation“ – so die Fachbezeichnung - beinhaltet jedoch auch Strukturelles: „Immer wieder gehen Passwörter und Zugangsdaten der KlientInnen verloren oder werden vergessen. Wir sind gerade dabei, hier eine einheitliche Struktur zu schaffen und alles zu verschriftlichen, damit wir im Bedarfsfall schnell helfen können.“ Ein weites Feld also, das hier zu bearbeiten ist.

In ganz Österreich gibt es gerade einmal fünf „autorisierte Referentinnen der Gesellschaft für unterstützte Kommunikation“, die für solche Spezialanforderungen ausgebildet sind. Zu diesem Tätigkeitsfeld gehören auch Themen wie das grundsätzliche Feststellen der Kommunikationsfähigkeit einer körperlich und/oder geistig beeinträchtigten Person und dann die Idee, mit welchen Techniken oder Geräten geholfen werden kann. Das kann von einfachen Gebärden bis hin zum augengesteuerten Computer reichen.  In späterer Folge kommen dann die Beratung und Betreuung dazu – es geht immer um die individuell beste Lösung für die Betroffenen und deren Umfeld. Denn was nützt das ausgeklügeltste Gerät, wenn es nicht richtig eingesetzt oder genützt wird. Hier ortet die Expertin echte Defizite in Österreich. „Es gibt tolle Hilfsmittel und beim Kauf gibt es auch eine Erstberatung. Doch beim Einsatz im Alltag sind dann oft schnell Hürden erreicht.“

Grundrecht auf Kommunikation
Der Bedarf ist also riesig und wächst ständig. Anders als in Deutschland gibt es jedoch hierzulande keine unabhängigen Beratungs- und Begleitungsstellen, deren Leistungen von der öffentlichen Hand getragen werden. Betroffene in Österreich können sich Hilfe bei den Herstellerfirmen der elektronischen Spezialgeräte holen – doch das nur in beschränktem Umfang und kostenpflichtig.

Also hat sich Assista mit dem Thema neue Medien und Behinderung auseinandergesetzt und holt mit den geringsten Mitteln das Maximum für die KlientInnen heraus. Es wurde eine interne Arbeitsgruppe (MAI – MedienAlltagInklusiv) geschaffen, die sämtliche Abläufe (von der simplen Fernseheinstellung bis zur Umfeldsteuerung) regelt.

„Jeder Mensch hat das Bedürfnis nach Kontakt, Austausch und Kommunikation, um am Leben teilhaben zu können“, weiß Michaela Zöbl. „Wenn dies aus unterschiedlichen Gründen nicht oder nur schwer möglich ist, dann besteht das Recht auf Unterstützung! Was es dazu braucht sind regionale, unabhängige Beratungs- und Begleitungsstellen für Unterstützte Kommunikation, in denen Fachleute die KlientInnen auf ihrem Weg der Kommunikationsentwicklung begleiten.“

 

Bild (Assista): Endlich kann Sanduni ihren Spezialcomputer so nützen, wie sie es braucht - dank der Hilfe von Spezialtrainerin Michaela Zöbl.


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