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Samstag, den 04. Dezember 2021 07:00

Welttag der Freiwilligkeit


Seit mehr als 30 Jahren engagiert sich Maria Mayr als freiwillige Mitarbeiterin auf der Orts- und Bezirksstelle Kirchdorf

Freiwilligkeit verbindet Menschen und ändert sich mit der Gesellschaft

600.000 Oberösterreicher sind in Sportvereinen, Musikkapellen, Gemeinden, Feuerwehren oder Organisationen wie dem Roten Kreuz aktiv. Ohne ihr Engagement wäre unsere Gesellschaft um vieles ärmer. Gesellschaftliche Umbrüche aber ändern die Voraussetzungen, um Zivilgesellschaft zu ermöglichen. Zum Welttag der Freiwilligkeit (5. Dezember) fordert das OÖ. Rote Kreuz erneut, Stellenwert und Wertschätzung für zivilgesellschaftliches Engagement weiter zu stärken.

Mit einem Lächeln auf den Lippen sitzt Maria Mayr beim Infopoint. Seit mehr als 30 Jahren engagiert sie sich als freiwillige Mitarbeiterin auf der Orts- und Bezirksstelle Kirchdorf. Sie nimmt Telefonate entgegen und gibt den Besuchern sowie Kollegen bei Fragen Auskunft. „Ich bin stolz, Teil der Rotkreuz-Familie zu sein und es freut mich, wenn ich helfen kann“, sagt die Rentnerin. Maria war viele Jahre als Rettungssanitäterin aktiv und lenkt seit 2003 als Ortsausschussmitglied die Geschicke der Ortsstelle Kirchdorf mit. Zudem bringt sie sich seit einem Jahr bei den Gesundheits- und Sozialen Diensten ein. „Mein freiwilliges Engagement macht Sinn und ich lerne viele Menschen kennen.“

Freiwillige stellen Leistungen sicher, die es sonst nicht gäbe
Rund die Hälfte der Oberösterreicher über 15 Jahren engagiert sich freiwillig. Egal, ob in Institutionen und Vereinen oder informell, weil sie Menschen einfach helfen wollen. Digitalisierung, Leistungsdruck und globale Einflüsse aber ändern das Bild der Freiwilligkeit:

  • Freiwillige, die sich jahrzehntelang mit einem hohen Stundenausmaß und aus persönlichem Antrieb einer Aufgabe widmen, gibt es nach wie vor. Sie werden allerdings weniger. Neben dem Wunsch, anderen zu helfen, treten eigene Vorteile zivilgesellschaftlichen Engagements in den Mittelpunkt. Dazu zählen Sinn, Gemeinschaft, Geselligkeit oder das Sammeln von Erfahrungen.
  • Freiwilligen ist es wichtig, ihr Engagement mit Beruf und Familie in Einklang zu halten. Tätigkeiten mit geringerem Zeitaufwand und ohne umfangreiche Ausbildung gewinnen daher (zumindest in bestimmten Lebensphasen) an Bedeutung.
  • Dieser Wandel der Freiwilligkeit stellt gemeinnützige Organisationen vor neue Herausforderungen. Um „zukunftsfit“ zu bleiben, sollten sie ihre Angebote an Tätigkeiten flexibler gestalten, dabei die Lebensphasen ihrer Freiwilligen stärker berücksichtigen und die Eintrittspforte möglichst niederschwellig gestalten.

Auch die Gesellschaft ist gefordert
„Das, was Freiwillige für unsere Gesellschaft leisten, ist nicht selbstverständlich. Wir müssen Stellenwert und Wertschätzung stärken“, meint Bezirksstellenleiter Dr. Dieter Goppold. Dieser Appell trägt erste Früchte. Immer mehr Menschen entdecken den erfüllenden Sinn, der ihrem Engagement innewohnt und die Gesellschaft erkennt den volkswirtschaftlichen Nutzen der Freiwilligkeit. Unternehmen stärken ihre Mitarbeiter in deren Bestreben, sich für Mitmenschen zu engagieren bzw. unterstützen als Geldspender. Auch die Digitalisierung nutzt der Freiwilligkeit. Ein Beispiel: Digitale Plattformen, wie die Team-Österreich-App, koordinieren spontane Hilfe. Digitale Dienstpläne, Anmeldesysteme und automatische Benachrichtigungen fördern die Motivation und sorgen für einen niederschwelligen Zugang. „So stellen wir Hilfe auch in Zukunft sicher“, meint Goppold. „Engagieren Sie sich im OÖ. Roten Kreuz und werden Sie Teil einer sich sorgenden Zivilgesellschaft.“ Mehr: www.passende-jacke.at

 

Bild (OÖRK Kirchdorf): Seit mehr als 30 Jahren engagiert sich Maria Mayr als freiwillige Mitarbeiterin auf der Orts- und Bezirksstelle Kirchdorf.


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