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Sonntag, den 27. Juni 2021 07:00

Familiensilber abgestoßen


Dallhammerhaus in Windischgarsten

Historisches Dallhammerhaus in Windischgarsten verkauft

In der letzten Gemeinderatsitzung vor dem Sommer hat der Gemeinderat mehrheitlich den Verkauf des geschichtsträchtigen Dallhammerhauses beschlossen.

1908 wurde das damalige "Lebzelterhaus" von der Familie Dallhammer der Gemeinde "zum Wohl der Allgemeinheit" geschenkt. In den letzten Jahren wurde es unter ÖVP-Führung sträflich vernachlässigt, schlichtweg weil der Gemeinde das Geld fehlte und eine Renovierung nicht auf der Prioritätenliste der Gemeindeführung stand, sodass es zu einem "Schandfleck" mitten im Ort wurde.

Die SPÖ-Fraktion mit Bürgermeisterkandidat Bernhard Rieser stimmte gegen den Verkauf: „Wir verkaufen unser "Familiensilber" unter Wert. Nicht nur, dass die zentral gelegene Liegenschaft mitsamt der Parkplätze um 116.000 Euro zu billig verkauft wurde, es entgeht Windischgarsten damit die Möglichkeit, für die Zukunft etwas Nachhaltiges zu schaffen." Ideen dazu hätte es gegeben, so wäre die Errichtung eines interaktiven Heimatmuseums, eine Präsentationsfläche für heimische Künstler und regionales Kunsthandwerk, vielleicht zusammen mit dem Wilderermuseum und einem kleinen Café, denkbar gewesen. Fakt ist, dass die finanzielle Misswirtschaft der letzten 20 Jahre jetzt möglichst schnell - am besten noch vor der anstehenden Wahl -beseitigt werden soll, und unserer Gemeinde dadurch der Spielraum für Innovation fehlt.

Schade ist, dass auch die FPÖ und die Bürgerliste FÜRWI diesen Weg beschreiten und somit für die erforderliche Zweidrittelmehrheit sorgten.

Die Parkplätze werden in Zukunft mit Sicherheit fehlen, und am Standort des Dallhammerhauses werden wieder hochpreisige Wohnungen entstehen, die Windischgarsten weitere Zweitwohnsitze bescheren. „Die Chance, nachhaltig etwas für unseren Ort, unsere Bürgerinnen und Bürger zu schaffen, ist vertan!", so Rieser weiter.


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