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Samstag, den 12. August 2017 11:55

Fipronil-Verdachtsfälle


Legehenne - Imagebild

Nur Herkunftskennzeichnung bietet Konsumenten Sicherheit

Die zwei in Oberösterreich aufgetauchten Verdachtsfälle von Eiern mit Fipronil-Belastung beziehen sich ausschließlich auf Importware. In Österreich produzierte Eier sind davon nicht betroffen. Dort, wo Konsumenten aufgrund der Herkunftskennzeichnung die Wahl haben – nämlich beim Kauf von Frischeiern – greifen diese praktisch ausschließlich zu österreichischer Qualität. Bei Verarbeitungsprodukten, wie zB Teigwaren, Mehlspeisen, Keksen sowie in der Gastronomie, kommen aufgrund der fehlenden Herkunftskennzeichnung nach wie vor häufig billigere Importeier bzw. Eipulver und Flüssigei aus ausländischer Käfighaltung zum Einsatz. „Diese Tatsache unterstreicht die Notwendigkeit einer Ausweitung der geltenden Herkunftsdeklaration bei Eiern und Frischfleisch auf verarbeitete Lebensmittel und auf Gemeinschaftsküchen bzw. die Gastronomie“, verweist LK-Präsident Franz Reisecker auf eine schon mehrjährige Forderung der Landwirtschaftskammer.

Ei-Kennzeichnung und höchste Qualität
Die heimischen Landwirte decken ca. 84 Prozent des heimischen Bedarfes an Eiern ab. In Österreich erfolgte der Ausstieg aus der Käfighaltung bereits 2009. Die anderen EU-Länder folgten erst 2012. Österreichische Legehennen leben fast ausschließlich in Bodenhaltung, Freilandhaltung oder auf Bio-Betrieben. Im restlichen Europa hingegen ist der ausgestaltete Käfig bei der Legehennenhaltung nach wie vor am weitesten verbreitet. In Ländern außerhalb der EU dominiert die traditionelle Käfighaltung.

Von welchem Bauernhof das Hühnerei stammt, aus welchem Land es kommt und unter welchen Umständen es gehalten wird, erkennt man auf dem Farbstempel auf jedem Schalenei. Dieser ist seit 2004 verpflichtend auf jedem Ei anzubringen. Die erste Ziffer ist ausschlaggebend für die Haltung der Legehennen (Bio, Freilandhaltung, Bodenhaltung oder Käfighaltung), danach sind das Kürzel für das jeweilige EU-Land, die Kennziffer für das Bundesland sowie die landwirtschaftliche Betriebsnummer angeführt. Mit einer Suchmaschine auf der Website des Vereins Österreichische Eierdatenbank kann man den entsprechenden Code eingeben und erfährt so alles über die Herkunft des Frisch- bzw. Schaleneis. In Österreich haben intensive Sicherheitsmaßnahmen vom Brutei zum Küken und über den Stall bis zur Eierpackstelle die Vermeidung und Minimierung des Einsatzes von Antibiotika und entsprechende Salmonellenfreiheit zum Ziel.

Wahlmöglichkeit für Konsumenten auch bei Verarbeitungsprodukten
Die Anforderungen an die heimischen Bauern in punkto Tierschutz und nachhaltiger Bodenbewirtschaftung gehen über die EU-weit einheitlichen Standards weit hinaus. Die daraus resultierende hohe Qualität der Lebensmittel wird von den Konsumenten geschätzt und aktiv nachgefragt. Auch bei verarbeiteten Lebensmitteln, die zu einem substantiellen Anteil aus Fleisch, Milch oder Eiern bestehen, braucht es daher mehr Transparenz in Bezug auf die Herkunft. Dies vor allem auch deshalb, da heimische Konsumenten immer mehr verarbeitete Lebensmittel kaufen bzw. mit einem steigenden Anteil Mahlzeiten außer Haus konsumieren.

Herkunftskennzeichnung bietet Sicherheit
Die aktuellen Verdachtsfälle zeigen, dass mit einer Ausweitung der Herkunftskennzeichnung zusätzliche Sicherheit für die Konsumenten geschaffen werden kann. „Die Landwirtschaftskammer fordert eine einfache und klare sowie verpflichtende Herkunftskennzeichnung der Hauptrohstoffe bei verarbeiteten Lebensmitteln aus Milch, Fleisch oder Eiern. Genauso sollte die Herkunft der wertbestimmenden Rohstoffe für Speisen in der Gastronomie sowie in Großküchen deklariert werden. Nur mit derartigen Angaben haben die Konsumenten eine verlässliche Basis, um auswählen zu können. Damit kann bei verarbeiteten Lebensmitteln wieder die Qualität gegenüber dem Preis in den Vordergrund gerückt und ein Beitrag zu mehr Lebensmittelsicherheit geleistet werden“, betont Kammerpräsident Franz Reisecker.