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Mittwoch, den 29. November 2017 11:46

Mehr Tierwohl für Sauen


Ferkelzucht - Imagebild

Öffentliche Unterstützung gefordert - dringend notwendiger Impuls zur Sicherung der heimischen Ferkelversorgung

Im Rahmen des von Gesundheits- und Landwirtschaftsministerium in Auftrag gegebenen Projektes „Pro Sau“ haben in den letzten fünf Jahren Landwirtschaftskammern, Stallbaufirmen und Praktiker aus der Schweinebranche gemeinsam neue Abferkelbuchten entwickelt und erfolgreich getestet. Dabei zeigte sich, dass der Abferkelstand vier Tage nach der Geburt der Ferkel für die Muttersauen geöffnet werden kann, ohne die Sicherheit der Ferkel zu gefährden.

Die Erkenntnisse aus dem Projekt „Pro Sau“ sollen dem Gesundheits- und Landwirtschaftsministerium als Entscheidungsgrundlage für die vereinbarte weitere Anpassung der ersten Tierhalteverordnung dienen. „Der höhere Platzbedarf der Buchten (um 25 bis 30 Prozent höhere Investitionskosten im Abferkelbereich) sowie der vermehrte Arbeitsaufwand werden für die Tierhalter aber erhebliche Mehrkosten in der Ferkelproduktion verursachen. Dieses Mehr an Tierwohl braucht nun auch mehr an öffentlicher Unterstützung“, erklärt Präsident Reisecker.

Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich fordert daher das Landwirtschaftsministerium sowie die Länder auf, künftig für den Stallbau in der Ferkelproduktion einen entsprechend erhöhten Investitionszuschuss zur zügigen Umsetzung der neuen Tierwohlanforderungen zu gewähren. Die politischen Verantwortungsträger sind gefordert, dass während der Tierschutzdiskussion und im Zuge der Gesetzeswerdung abgegebene Versprechen einer öffentlichen Abgeltung der sich aus den neuen Tierwohlmaßnahmen ergebenden Zusatzkosten nun auch rasch und konsequent einzulösen.

Tierhalteverordnung gibt neue Standards vor
Nach einer intensiv geführten öffentlichen Diskussion zum Ferkelschutzkorb wurden 2012 mit einer Novellierung der ersten Tierhalteverordnung neue Tierschutzstandards für Sauen festgelegt. So sind ab 1. Jänner 2033 Buchten-Mindestgrößen von 5,5 Quadratmeter sowie die zeitlich begrenzte Fixierung der Muttersauen neue Tierwohlvorgaben, die nun auch in der Praxis umgesetzt werden müssen. Dazu wurde der Begriff der „kritischen Lebensphase von neugeborenen Ferkeln“ definiert. Muttersauen dürfen damit ab 2033 nur mehr während dieser Phase fixiert werden. Dazu gab es am Markt vorerst aber noch keine praxistauglichen Abferkelbuchten.

Heimische Ferkelversorgung sichern
„Mit der nunmehr wiedergegebenen Rechtssicherheit und einem attraktiveren Investitionsprogramm soll die Bereitschaft der Ferkelerzeuger für Neu- und Erweiterungsinvestitionen gesteigert, der aktuelle Rückstau bei Erneuerungsinvestitionen beseitigt und so ein dringend notwendiger Beitrag zur Sicherung der inländischen Ferkelversorgung gewährleistet werden“, erklärt Kammerpräsident Reisecker und ergänzt: „Die heimische Schweineproduktion wird damit auch in Zukunft eine Vorreiterrolle in Sachen Tierwohlstandards einnehmen.“


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