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Freitag, den 01. Dezember 2017 08:00

Kürzungen im Sozialbereich ...


Verein Miteinander - Imagebild

.... betreffen ALLE Menschen

„Die Schwächsten sind der Maßstab für Gerechtigkeit.“ Margot Käßmann. Der Mensch steht nun nicht mehr an erster Stelle, denn vor allem Menschen mit Beeinträchtigungen werden nun „eingespart“.

Unter anderem wurden die Ermessensausgaben des Landes Oberösterreich für das Jahr 2018 im Sozialressort um 10% kürzt. Das bedeutet zukünftig nicht nur die Reduktion und Beendigung von Leistungen für Menschen mit Beeinträchtigungen, die Verkleinerung von Standorten, die Vernachlässigung und Beendigung der Betreuung von Kund/innen, sondern auch die Kündigung von Mitarbeiter/innen.

Für die Familienberatungsstelle von Miteinander bedeutet das bereits konkret den Wegfall von 45.000 Euro für 2018, hier wurde die gesamte Landesförderung gestrichen.

Die Familienberatungsstelle von Miteinander ist für Menschen mit Beeinträchtigungen und/oder deren Angehörige gedacht, sowie zur Unterstützung für alle, die Menschen mit Beeinträchtigungen begleiten (Beratung in sozialen Angelegenheiten, pädagogische, psychologische, rechtliche und wirtschaftliche Beratung). Diese Beratungen - die vor allem die Integration bzw. Inklusion von Menschen mit Behinderung im Fokus haben - werden flächendeckend in ganz Oberösterreich angeboten.

Die Landesförderung deckte die Personal- und auch Sachkosten der stark frequentierten und österreichweit fast einzigartigen Familienberatungsstelle ab. Insgesamt besteht das Team aus 5 Personen. Aus zwei Juristinnen, 2 Psycholog/innen und einer Sekretärin/Assistentin. Besonders bitter: Die Arbeitsstelle der Sekretärin/Assistentin mit Beeinträchtigungen - die bereits seit 17 Jahren ihren Job zur vollsten Zufriedenheit von und in der Miteinander erledigt - wird ohne Landesförderung nicht mehr erhalten werden können.

Auch die Arbeitsstellen der Familienberater/innen (Psycholog/innen, Juristinnen) stehen somit auf sehr wackeligen Beinen. Sachkosten können zukünftig nicht mehr bezahlt werden. Deshalb wird es weniger Beratungsstunden (im besten Fall) und folglich weniger Unterstützung für Menschen mit Beeinträchtigungen geben.

Nur so wurde bisher eine qualitativ hochwertige, sehr umfassende und kostenfreie Beratung für Menschen mit Beeinträchtigungen und/oder deren Angehörige ermöglicht.

„Wir sind eine OÖ Hilfsorganisation für Menschen mit jeder Form von Beeinträchtigung und deren Familien. Wir begleiten im Alltag und gestalten ein Umfeld, in dem man eigenständig leben, lernen und arbeiten kann. Wir sind täglich im Rahmen unserer Dienstleistungen und darüber hinaus bemüht, dass Menschen mit Beeinträchtigungen ein möglichst selbstbestimmtes Leben innerhalb unserer Gesellschaft führen können. Ohne ausreichende finanzielle Unterstützung werden die Zukunft und Perspektiven vieler Menschen in Frage gestellt“, betont Mag. Peter Paar, Geschäftsführer von Miteinander abschließend.