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Montag, den 10. September 2018 08:00

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Michael Strasser muss sich auf tausende Höhenmeter in den nächsten Wochen einstellen.

Erfolgreiche Ankunft in Südamerika | Acht bis neun Tage Vorsprung für Michael Strasser

Den amerikanischen Nordkontinent haben Michael Strasser und sein Team schon hinter sich gelassen. Bereits seit fünf Tagen, seit Mittwoch den 5. September 2018, sind sie in Cartagena, Kolumbien, angekommen. Dort, wo der Startpunkt für den Südkontinent laut den Richtlinien von „Guinness Book of World Records“ ist, hat Strasser seine Tour Richtung Süden Kolumbiens aufgenommen. Davor wurde der Darien Gap in Panama mit dem Flugzeug überwunden. „Während meine Teamkolleg/innen die beiden neuen Autos startklar gemacht haben, bin ich direkt vom Flughafen Cartagenas mit dem Rad weitergefahren, um keine Zeit zu verlieren“, erzählt Michael Strasser. Mittlerweile hat der Extremsportler 1.000 Kilometer in Kolumbien abgespult und das bei immer höheren Bergen, die ihm im Wege stehen. Bis zu 4.000 Höhenmeter radelt er am Tag, das ist umgerechnet dreimal die Großglockner-Hochalpenstraße hinaufzufahren. „Man darf den Tageskilometern nicht mehr so viel Gewicht geben, wenn man bedenkt, dass ich die nächsten Wochen im Anden-Gebirge verbringen werde“, weiß Strasser, was auf ihn zukommt. Die höchste und längste Gebirgskette der Welt heißt es für den Niederösterreicher, der für den LTC Seewinkel fährt, zu bezwingen. Undankbar aus radsportlicher Sicht ist dabei, wenn man sich auf den Berg quält und dann aufgrund von Regenwetter und schlechten Straßenverhältnissen den Schwung bei der Abfahrt nicht mitnehmen kann und sich den Berg hinunterbremst.

„Vorsprung nicht überbewerten“
Seine täglichen Leistungen am Fahrrad beweisen seinen Vorsprung auf den derzeitigen Weltrekordhalter Dean Stott nach 48 Tagen. Michael Strasser benötigte für den Nordkontinent knapp 43 Tage, während Stott 52 Tage unterwegs war. „Das darf alles nicht überbewertet werden. Der Vorsprung von acht bis neun Tagen beweist uns als Team, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, möchte Strasser sich nicht auf dem herausgearbeiteten Polster ausruhen. Für ihn startet die Zeitrechnung bei 0, weil er die Tücken in Südamerika kennt: „Ich habe noch nie so steile Anstiege erlebt wie hier. Das geht auf die Substanz und macht die Aufgabe nach den bisherigen Strapazen mit 13.500 Kilometern im Sattel nicht einfacher. Der Fokus auf das Ziel Patagonien ist genau geschärft.“

Nicht nur für ihn sind die steilen Gebirgspässe eine Herausforderung, sondern auch für die Begleitautos, die von Wien nach Bremen befördert und dann von dort nach Cartagena verschifft wurden. „Nachdem ich Afrika mit meinem 25 Jahre alten Toyota absolviert habe, wird das Auto auch hier verwendet. Ich habe es um € 1.000,- gekauft und dem Wagen neues Leben eingehaucht. Es geht hier darum ein Zeichen zu setzen“, beschreibt Strasser sein spezielles Begleitfahrzeug und beweist, dass er ein wahrer Mountain Hero der Vereinten Nationen ist, der mit den vorhandenen Ressourcen behutsam umgeht. Die Einheimischen und Touristen fragen ihn dabei immer, welches Kennzeichen er hat, da beide Autos mit dem W für Wien in Südamerika unterwegs sind.

In den nächsten Tagen werden Strasser und sein Team Kolumbien verlassen und nach Ecuador einreisen. Dort werden sie unter anderem die Hauptstadt Quito passieren.

T-Shirts für Racing4Charity
Michael Strasser’s Team hat für Racing4Charity T-Shirts in Kooperation mit Leiwand European Trail Wear und Ströck Brot produzieren lassen, die es mittlerweile im Webshop zu kaufen gibt. 100 Prozent des Verkaufswerts kommen direkt dem Forum ALS und der Open Medicine Foundation – ME/CFS zugute. Nicht nur der T-Shirt-Verkauf lief optimal an, sondern auch die Spendenmotivation ist weiterhin hoch, das mit der stolzen Summe von knapp € 17.500,- am Spendenkonto sichtbar ist.

 

Bild (Samuel Renner): Michael Strasser muss sich auf tausende Höhenmeter in den nächsten Wochen einstellen.