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Freitag, den 11. Januar 2019 08:00

Schneedruck am Dach


Johann Mitmasser, Obmann der WKOÖ-Fachgruppe der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten

Abschaufeln den Profis überlassen

Versicherungsmakler warnen davor, Dächer selbst abzuschaufeln
 

Der Winter hat derzeit weite Teile Oberösterreichs fest im Griff. Auch auf vielen Dächern türmen sich die Schneemassen. Drohen durch das Gewicht des Schnees Schäden am Dach oder gefährden Dachlawinen Passanten und parkende Autos, müssen Hausbesitzer geeignete Maßnahmen ergreifen, um Schäden abzuwenden. „Grundsätzlich sind Schäden durch Schneedruck in der Gebäudeversicherung gedeckt, sofern der Versicherungsnehmer seine Pflichten nicht grob fahrlässig verletzt“, erklärt der Fachgruppenobmann der oberösterreichischen Versicherungsmakler, Johann Mitmasser. „Für Schäden an Dritten kommt die Grundbesitzerhaftpflichtversicherung auf.“

Hausbesitzer hat Pflichten
Zu den Pflichten des Hausbesitzers gehört es beispielsweise, die Entlastung des Daches zu veranlassen, wenn die Schneelast bedrohlich wird. „Riskieren Sie aber nicht Ihre Gesundheit oder Ihr Leben, um den Schnee vom Dach zu schaufeln, sondern nehmen Sie bei Bedarf professionelle Hilfe durch Firmen oder die Feuerwehr in Anspruch“, appelliert Johann Mitmasser an die Hausbesitzer. Ausgesuchte Versicherer übernehmen bis zu vertraglich vereinbarten Höchstbeträgen die Kosten für solche Sicherungsmaßnahmen.

Wenn Gefahr für Dritte droht
Auch wenn durch Schnee am Dach Gefahr für Passanten oder parkende Autos droht, ist der Hausbesitzer gefordert. Der Gesetzgeber hat die Haftungsfrage unmissverständlich geregelt. „Grundsätzlich haftet der Hauseigentümer, wenn Dritte durch Dachlawinen oder Eiszapfen zu Schaden kommen“, weiß Fachgruppenobmann-Stellvertreter Franz Waghubinger. Gemäß Straßenverkehrsordnung haben die Eigentümer von Liegenschaften in Ortsgebieten, ausgenommen die Eigentümer von unverbauten, land- und forstwirtschaftlich genutzten Liegenschaften, dafür zu sorgen, dass Schneewächten oder Eisbildungen von den Dächern ihrer an der Straße gelegenen Gebäude entfernt werden.

Warntafeln aufstellen genügt nicht
Mit dem Aufstellen von Warnstangen und -tafeln und dem Anbringen von sogenannten Dachrechen ist es hingegen nicht getan, um sich von der Haftung zu befreien. Dies gilt laut Urteilen des Obersten Gerichtshofs nur als vorübergehende Maßnahme, die den Hausbesitzer jedoch nicht von seiner Pflicht zur Entfernung der Gefahrenquelle entbindet. Freilich spielt in der juristischen Beurteilung des Einzelfalls auch die Zumutbarkeit der Maßnahmen eine Rolle.

Eine Haus- und Grundstückshaftpflichtversicherung, die in der Eigenheimversicherung einschließbar ist, deckt Schäden an Dritten bzw. wehrt ungerechtfertigte Forderungen ab. Auf der anderen Seite sind auch Autolenker gut beraten, in den Wintermonaten beim Parken auf die Gefahr von oben zu achten. Parkt ein Autolenker sein Fahrzeug trotz Warnhinweisen oder trotz ersichtlicher Gefahr an einer gefährlichen Stelle, muss er damit rechnen, dass ihm ein Mitverschulden am erlittenen Schaden angelastet wird. „Ohne Kfz-Kaskoversicherung bleibt er in einem solchen Fall zumindest auf einem Teil des Schadens sitzen“, so Fachgruppenobmann Mitmasser, „die oberösterreichischen Versicherungsmakler beantworten als Partner der Kunden gerne alle Fragen zum Thema Versicherungsschutz.“

Ein Tipp: Für Voltaikanlagen gibt es spezielle Versicherungslösungen. Der Versicherungsmakler vergleicht die Angebote und sucht für seine Kunden ein Produkt mit optimalem Preis-Leistungsverhältnis.

 

Bild (Monika Aigner): Johann Mitmasser, Obmann der WKOÖ-Fachgruppe der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten