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Mittwoch, den 15. Mai 2019 07:00

Summen in the City


v.l. Florian Peterstorfer, Katja Hintersteiner und Landesrat Rudi Anschober

Bienen erobern Oberösterreichs Städte

Oberösterreich blüht auf – StadtimkerInnen stellen sich vor. Und: Neuer Leitfaden für das bienenfreundliche Garteln

Tolle Unterstützung der Oberösterreich/innen für die überparteiliche Initiative „Oberösterreich blüht auf - für den Schutz von Bienen, Insekten und Artenvielfalt“! Bereits über 15.000 Oberösterreicher/innen und 19 Gemeinden mit über 80.000 Einwohner/innen unterstützen die 10 konkreten Maßnahmen der Initiative des Umweltressorts.

Toller Boom der Bienen aber auch in Städten und Gemeinden Oberösterreichs: In Linz werden durch die Ortsgruppe des Imkerverbandes bereits 400 Bienenvölker betreut. Gesamt sind in Linz rund 1000 Bienenvölker gemeldet, das sind über 50 Millionen Bienen. Auch in anderen Städten wie Wels sind konkrete Projekte entstanden. Internationale Studien berichten davon, dass Stadtbienen bereits produktiver sind als Bienen in ländlichen Regionen.

Über den Dächern der Städte summt und brummt es: Auf den Hochhäusern in New York, auf Dächern von Hotels und Geschäftshäusern in Seoul oder Paris, im Innenhof des Bundestages in Berlin – überall haben Bienen ein neues Zuhause gefunden. Auch in vielen oberösterreichischen Gemeinden, aber auch in Städten wie Linz und Wels sind die Bienen eingezogen, bei der Bruckner Uni, am Dach des neuen Rathaus, am Messegelände und in besonders luftiger Höhe am Mariendom. Besonders in den Städten nimmt die Imkerei wieder zu und damit auch das Interesse an naturnaher und bienenfreundlicher Gestaltung von Flächen. Seit 2013 steigt die Zahl der Imker/innen in Linz erfreulicherweise an. Und immer mehr Garten- und Balkonbesitzer achten auf bienenfreundliche Lebensbereiche – dazu gibt es nun in Oberösterreich zwei neue Infobroschüren, die zeigen, wie wir unsere Gemeinden und Städte weiter bienenfreundlicher entwickeln können.

Die Projekte LinzerBiene und die Welser Honigmanfaktur zeigen, wie die Bienen Oberösterreichs Städte erobern und neben schmackhaftem Honig auch Bewusstseinsbildung schaffen. Denn neben der Honigbiene gibt es knapp 700 weitere Bienenarten in Österreich: Pelzbiene, Furchenbiene, Mauerbiene, Holzbiene, Gartenhummel und Steinhummel um nur einige Vertreterinnen zu nennen sind Teil der summenden Vielfalt. Auch wenn Imker/innen natürlich auf den Erhalt ihrer Schützlinge im Stock bedacht sind, sichern sie durch ihre Aktivitäten wie dem Anlegen von Streuobstwiesen, herrlichen Blumenwiesen und der Schaffung von Nistmöglichkeiten auch den bedrohten Wildbienen das Überleben.

Die Initiative „Rettet die Bienen – für den Schutz von Insekten, Böden und Artenvielfalt“ hat neben konkreten Maßnahmen auch den Zweck zu informieren und aufmerksam zu machen: Bereits 15.000 Unterstützer/innen setzen sich für den Bienenschutz ein. Und die ersten 19 Gemeinden mit insgesamt über 80.000 Einwohner/innen haben die Resolution mit Ihrem 10-Punkte-Maßnahmenpaket bereits beschlossen. Unter www.ooebluehtauf.at kann die Petition unterzeichnet werden. Beim großen „Oberösterreich blüht auf!“- Fotowettbewerb sind im Mai Fotos zum Thema #Stadtbiene gesucht.

Anschober: „Die Imkerinnen und Imker produzieren mit ihren Bienen nicht nur schmackhaften Honig und sichern unsere Lebensmittelgrundlage, sie tragen auch zur Information über die Wunderwelt der Bienen – von der Honigbiene bis zu den hunderten Wildbienen - bei. Wir alle können einen Beitrag leisten, um die natürlichen Kreisläufe zu erhalten. Unterstützen wir Biene, Schmetterling und Co. indem wir giftfrei Garteln, bewusst einkaufen oder etwa unseren Balkon in eine Bienenoase verwandeln“.

Stadtbienen produktiver als ihre Kolleginnen am Land?
Dass die Bienen, vor allem die 700 verschiedenen Arten von Wildbienen stark bedroht sind, ist durch wissenschaftliche Studien belegt. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass es Bienen auf dem Land noch schwerer haben, als ihre Kolleginnen in der Stadt. So zeigt eine Studie von Expert/innen der Freien Universität Berlin, dass die Bienen in den größten Städten Deutschlands am produktivsten sind. Über 40 Kilogramm Honig kann ein Volk in der Stadt jährlich produzieren, während der allgemeine Durchschnitt bei nur 30 Kilogramm liegt. Ein Forschungsprojekt des Instituts für Bienenkunde in Celle ergab über einen Zeitraum von vier Jahren sogar die doppelte Menge an Honig von Völkern in Hamburg im Vergleich mit denen, die in stark landwirtschaftlich genutzten Gebieten lebten.

Vorgärten, Schrebergärten und Parks sind ideale Räume für Bienen um ihre Arbeit zu erledigen: Die Stadt bietet den Bienen ein vielfältiges Angebot an unterschiedlichen Nahrungsquellen, denn im Gegensatz zu manchen ländlichen Regionen gibt es in der Stadt keine Monokulturen. Dadurch wird ein breites und besonders wichtig auch ein kontinuierliches Angebot an Futterquellen vom Frühling bis in den Herbst sichergestellt. Zudem wirkt sich die bunt gemischte Kost positiv auf das Immunsystem der Bienen in der Stadt aus. Durch wirtschaftlichen Druck werden die landwirtschaftlichen Flächen immer intensiver genutzt. Es gibt immer weniger naturbelassene, blühende Wiesen auf dem Land und eine starke Düngung führt zum Rückgang der Wiesenblumen. Auch gibt es in der Stadt keinen großflächigen Einsatz von Pestiziden – wie beispielsweise den Neonicotinoiden – die sich besonders schädlich auf die Bienenvölker auswirken.

Großer „OÖ blüht auf“ - Fotowettwerb im Mai
Auch im Mai wird der große #ooebluehtauf Fotowettbewerb fortgesetzt. Gesucht werden Fotos zum Thema Stadtbienen. Fotos mit #ooebluehtauf und #stadtbiene posten oder per Email an lr.anschober@ooe.gv.at und Gutscheine von wildeblumen.at gewinnen!

Anschober: „Erfreulicherweise nimmt die Imkerei in der Stadt wieder zu und damit auch naturnahe Flächen, die Lebensräume für weitere Bienenarten sind. Zeigen wir das vielfältige Summen in der Stadt. Wir freuen uns auf viele kreative Einsendungen zum Thema Stadtbiene!“

 

Bild (Land OÖ): v.l. Florian Peterstorfer, Katja Hintersteiner und Landesrat Rudi Anschober