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Donnerstag, den 11. Juli 2019 07:00

Beeren und Obst


Torte mit Beeren garniert

Frisch und saftig vom heimischen Bauernhof

Die Beeren- und Saisonobstzeit spielt alle Farben: Rot oder schwarz bei Ribiseln, lila bei Jostabeeren, Marillen in Orange, Pfirsiche mit Rot und Gelb, dunkelrot bei Kirschen oder blau bei Heidelbeeren. Beeren und Saisonobst sind die beste Abwechslung zu den haltbaren Obstsorten. Über 200 bäuerliche Betriebe bieten hier ein umfangreiches Angebot und ermöglichen den direkten Einkauf in der Region.

Um die Kunden bei der gezielten Suche nach frischem Saisonobst zu unterstützen, hat die Landwirtschaftskammer OÖ die bäuerlichen Anbieter in der Broschüre „Saisonobst“ zusammengefasst. Unter www.gutesvombauernhof.at – Oberösterreich – Broschüren sind die oberösterreichischen Saisonobst- und Beerenproduzenten zusammengefasst, von Aronia, Weichsel, Marille, über Pfirsich, Kiwi, Trauben, Dirndl (Kornelkirsche), Himbeeren, Brombeeren, Felsenbirne, Heidelbeeren, Jostabeeren, Stachelbeeren, Mispeln, Ringlotten, bis hin zu Nektarinen, Quitten oder heimischen Gojibeeren.

„Weit gereiste Früchte können mit heimischer Ware niemals konkurrieren. Ob schon gepflückt oder zum Selberpflücken – die bäuerlichen Betriebe bieten höchstes Aroma bei ihren Früchten und ermöglichen den direkten Einkauf in der Region. Sie sorgen für Top-Ware, optimale Frische und kurze Transportwege“, betont Landwirtschaftskammer-Präsidentin Michaela Langer-Weninger.

In punkto Inhaltsstoffen hat jede einzelne Beerensorte ihre Stärken. Beim Genuss ist die Kombination verschiedener Früchte optimal, weil sich so die Wirkstoffe verstärken und sich der Organismus aus der Fülle an sekundären Pflanzenstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Ballaststoffen und Gerbstoffen das holen kann, was er braucht. Eines ist sicher. Beeren sind kulinarische Kraftpakete, die direkt vor der Haustür wachsen.

Aronia – Star am Beerenhimmel
Aroniabeeren, auch Apfelbeeren genannt, sind in den letzten Jahren modern geworden. In Oberösterreich wirtschaften die Aronia-Produzenten alle biologisch. Die robuste Pflanze wächst problemlos im Hausgarten. Die Früchte ähneln den Heidelbeeren. Aroniabeeren haben eine einzigartige Fülle an sekundären Pflanzenstoffen. Vitaminmäßig decken sie Vitamin A, C, E, K und B ab. Weiters sind Eisen, Zink, Magnesium und Kalzium enthalten. Die herben Früchte werden meist getrocknet oder zu Saft verarbeitet. Bei Marmeladen empfiehlt sich das Beimischen von süßen Früchten, wie zB Äpfeln oder Birnen.

Heidelbeeren – blaue Wunderkugeln
Geschmacklich haben die wilden Heidelbeeren die Nase vorne. Bei Größe und Haltbarkeit punktet die Kulturheidelbeere. Bei der wilden Waldheidelbeere bekommt man beim Pflücken violette Finger und beim Essen werden die Zähne blau. Beim Verzehr von Kulturheidelbeeren bleiben Zähne und Finger sauber. Bei Kulturheidelbeeren gibt es auch schon Züchtungen mit roten Früchten oder heidelbeerähnlichen Beeren, wie die Sibirische Honigbeere. Heidelbeeren enthalten reichlich Vitamin C und Mineralstoffe. Getrocknete Heidelbeeren werden in der Volksmedizin als Hausmittel bei Durchfallerkrankungen und Heidelbeerblättertee bei Magenschmerzen und Durchfall verabreicht.

Brombeeren – geballte Kraft in lila-schwarz
Neben den kleinen aromatischen Waldbrombeeren gibt es auch hier Zuchtformen. Durch dornenlose Sorten haben die Brombeeren auch in den Hausgärten wieder einen Aufschwung erlebt. Brombeeren liefern Vitamin C und A, Mineralstoffe, Gerbstoffe und wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe. Brombeersaft ist ein Geheimtipp unter Sängern, denn er soll bei Heiserkeit und Halsschmerzen helfen.

Ribisel – ob rot, weiß oder schwarz – sind wahre Vitaminbomben
Da Ribisel gewöhnlich um den Johannistag reif werden, werden sie auch Johannisbeeren genannt. Am wertvollsten sind sie roh, direkt vom Strauch gepflückt. Sie haben einen hohen Anteil an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Eine Handvoll schwarzer Ribisel deckt bereits den täglichen Vitamin C-Bedarf. Ob als Ribiselschnitte, Sorbet oder in der Topfencreme - das süß-säuerliche Aroma erfrischt auf gesunde Weise. Kulinarischer Tipp: in bunten Blattsalaten sorgt sie für das gewisse Etwas. Als Beigabe zu Marmeladen sind sie aufgrund ihres hohen Pektingehalts und ihrer fruchtigen Frische unverzichtbar.

Himbeeren – so schmeckt der Sommer
Sie ist sehr empfindlich und sensibel, aber kaum eine andere Beere schmeckt so köstlich. Wie alle Beeren sind auch die Himbeeren reich an Vitaminen (A, C, B), Mineralstoffen (Kalzium, Eisen), sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen. Eine Besonderheit ist die Taybeere. Sie ist eine Kreuzung aus Himbeere und Brombeere und nach dem schottischen Fluss Tay benannt. Die eher säuerliche Frucht wird vorwiegend zum Einkochen verwendet. Es lohnt sich Himbeeren einzufrieren, denn dadurch verstärkt sich ihr Aroma. Zum Einfrieren am besten locker auf einer Schale vorfrosten und anschließend in Behälter füllen, so kann man die Beeren portionsweise verwenden.

Stachelbeeren – „haariger“ Genuss
Der Strauch ist stachelig, die Früchte sind haarig, aber die Stachelbeere besticht durch herb-süßen Geschmack. Sie ist reich an Vitamin C, B, Eisen, Gerbstoffen, Schleimstoffen, Fruchtsäuren und Silicium. Stachelbeeren finden ihren kulinarischen Höhepunkt in Kuchen, Cremes, Gelee oder Chutneys.

Jostabeere
Wie der Name schon sagt, ist sie eine Kreuzung aus Schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere. Die Beeren sind dunkellila bis fast schwarz und erreichen fast die Größe von Stachelbeeren. Der süß-säuerliche Geschmack und die Aromen sind die aromatische Liaison ihrer Elternbeeren. In der Küche verfeinern sie Desserts und Kuchen, aber auch pikante Gerichte. Ein besonderer Höhepunkt ist Jostabeeren-Gelee.

 

Bild (Tobias Schneider-Lenz): Torte mit Beeren garniert