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Donnerstag, den 06. Februar 2020 13:00

Feuerpolizei in Linz überlastet


Informieren über die Ausweitung der Kapazitäten der Linzer Feuerpolizei: v.l.n.r.: Branddirektor Dr. Christian Puchner, Bürgermeister Klaus Luger, Stadtrat Michael Raml und Personaldirektorin Mag.a Brigitta Schmidsberger.

Rauchfangkehrer und Brandschutzfirmen helfen aus

Das Wachstum der Stadt Linz stellt auch die Linzer Feuerpolizei vor neue Herausforderungen: Immer mehr Objekte sind auf ihre Sicherheit zu überprüfen, alleine in den vergangenen zwei Jahren sind rund 500 Häuser und Gewerbe-Objekte hinzugekommen. „Mit dem bestehenden Team bewältigen wir das nicht mehr, und die Ausbildung solch hochspezialisierter Fachkräfte dauert zu lange. Deshalb braucht die Linzer Feuerwehr kurzfristig Unterstützung“, so Branddirektor Puchner. Gemeinsam mit der Stadtpolitik wurde ein Plan entwickelt, wie in den kommenden zwei Jahren rund zehntausend Objekte zusätzlich überprüft werden können: Mit tatkräftiger Unterstützung von Rauchfangkehrern und Brandschutzfirmen.

Feuerpolizeiliche Prüfungen in Linz
Das Gesetz sieht vor, dass sämtliche Gebäude regelmäßig auf ihre feuerpolizeiliche Sicherheit überprüft werden müssen. In Linz gibt es dafür die Feuerpolizei – sie überprüft alle Wohnhäuser, Bürogebäude und Gewerbeobjekte. Die Prüfungen erfolgen in Abständen von 3 bis 20 Jahren, je nach Art des Gebäudes und der Nutzung. Das ergibt für Linz 2.700 notwendige Prüfungen pro Jahr. Durch das Wachstum der Stadt steigt die Zahl der Prüfungen seit Jahren an. „Die Stadt wächst weiter, daher wird das noch zunehmen“, so Branddirektor Dr. Christian Puchner.

Ressourcen der Feuerpolizei reichen nicht mehr aus
Im Jahr 2018 wurde bei der Feuerpolizei festgestellt, dass die Zahl der Überprüfungen mit dem vorhandenen Personal nicht mehr bewältigt werden kann. Als Sofortmaßnahme hat die Feuerpolizei damals die Fachkräfte auf 13 Prüferinnen und Prüfer aufgestockt. 

„Leider wurden uns von der Privatwirtschaft mehrere Mitarbeiter abgeworben, nachdem wir sie ein Jahr lang aufwändig eingeschult hatten“, beschreiben Branddirektor Puchner und Personaldirektorin Brigitta Schmidsberger die derzeitige Lage. „Der Arbeitsmarkt ist vollkommen ausgetrocknet, wir finden schlichtweg keine neuen Mitarbeiter“, so die Personaldirektorin.  

„Heuer werden wir mit dem bestehenden Team zirka 3.400 Objekte überprüfen. Durch weitere Aufnahmen im Team schaffen wir im Jahr 2021 etwa 4.300 Objekte. Aber das ist zu wenig, denn weitere 10.000 Objekte sind zur Überprüfung überfällig. Die Ausbildung dieser hochspezialisierten Fachkräfte dauert zu lange, weshalb wir kurzfristig von der Stadtpolitik Unterstützung brauchen“, so der Branddirektor.

Soforthilfe von der Stadtpolitik notwendig
Bürgermeister Klaus Luger und der für die Feuerwehr zuständige Linzer Stadtrat Michael Raml entwickelten dazu mit der Personaldirektorin Brigitta Schmidsberger und Branddirektor Puchner einen Maßnahmenplan, mit dem die vielen feuerpolizeilichen Überprüfungen rascher erledigt werden können.  

„Manche sehen die feuerpolizeiliche Überprüfung nur als Formalakt, und glücklicherweise ist in Linz der Standard beim Brandschutz generell hoch. Aber wir dürfen kein Risiko eingehen, und deshalb organisieren wir im Interesse der Feuerpolizei zusätzliche Unterstützung“, so Stadtrat Raml. Als erste Maßnahme werden Magistratsbedienstete aus anderen Stellen abgezogen und kurzfristig bei der Feuerpolizei eingesetzt. Sie werden die zusätzlichen feuerpolizeilichen Begehungen leiten und dokumentieren.

Als externe Sachverständige werden wir Rauchfangkehrer und Brandschutzfirmen zuziehen. „Von einigen haben wir bereits die Zusage bekommen, dass sie rasch aushelfen werden“ so Raml.

Branddirektor Puchner ist zuversichtlich, dass mit der externen Unterstützung die offenen rund 10.000 feuerpolizeilichen Überprüfungen bis 2022 bewältigt werden können. Bis dahin wird die Feuerpolizei umstrukturiert und die Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen des Magistrates intensiviert. „Ab 2023 können wir dann mehrere hundert Prüfungen mehr pro Jahr durchführen. Damit reicht der interne Personalstand aus, um das Volumen zu bewältigen.“

Zusatzkosten von rund 1,5 Millionen Euro
„Für die Eigentümer der Häuser und Gewerbeobjekte fallen bei der feuerpolizeilichen Überprüfung keine Kosten an. Daher müssen die Zusatzkosten aus dem Stadtbudget getragen werden“, so der für die Stadtfinanzen zuständige Bürgermeister Klaus Luger. 

Nach aktueller Schätzung der Experten kostet die zusätzliche Unterstützung für die Feuerpolizei etwa 1,5 Millionen Euro. „Wir werden dazu im nächsten Gemeinderat einen entsprechenden Antrag einbringen. Ich gehe davon aus, dass der Antrag eine breite Unterstützung im Gemeinderat bekommt, denn schließlich geht es um die Sicherheit aller Linzerinnen und Linzer“, so Luger.

 

Bild (Stadt Linz): Informieren über die Ausweitung der Kapazitäten der Linzer Feuerpolizei: v.l.n.r.: Branddirektor Dr. Christian Puchner, Bürgermeister Klaus Luger, Stadtrat Michael Raml und Personaldirektorin Mag.a Brigitta Schmidsberger.