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Freitag, den 24. Juli 2020 09:00

Alle gegen Einen, Einer gegen Alle


Podiumsdiskussion zum Thema Wolf in Hinterstoder

Podiumsdiskussion zum Thema Wolf in Hinterstoder | NGOs in Person von Lukas Ende gegen den Rest der Welt

Das Thema traf den Nerv aller Beteiligten. Aus gegebenem Anlass luden die Ortsbauernschafen Vorderstoder und Hinterstoder zur Podiumsdiskussion in die Hösshalle nach Hinterstoder. Moderator Bürgermeister Gerhard Lindbichler durfte dabei schon ein sehr prominent besetztes Podium begrüßen. Allen voran, LK OÖ-Präsidentin LAbg. Michaela Langer-Weninger, Land OÖ Wolfsbeauftragter DDI Gottfried Diwold, Nationalpark-Direktor DI Volkhard Maier, OÖ Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner, Obmann Verein für Alm und Weide Bgm. Johann Fessl und sozusagen die anwaltliche Vertretung des Wolfs, Lucas Ende MSc. vom Naturschutzbund Österreich.

Prominente Namen fanden sich auch im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal der Hösshalle. So konnte die Landtagsabgeordneten Ing. Mag. Regina Aspalter, Bgm. Dr. Christian Dörfel, Michale Gruber, Hausherr Bürgermeister Helmut Wallner, Bürgermeister Horst Hufnagl, Altbürgermeister Ewald Lindinger, viele weitere Gemeindevertreter, Vertreter der Jägerschaft und last but not least, die frischgewählte Bezirksbäuerin Sabine Herndl.

Anhand der Gästeliste lässt sich bereits erkennen, dass der Wolf mit keiner großen Lobby vertreten war. Nach einer ausführlichen Darstellung der Geschehnisse im Mai dieses Jahres, bei der ein Wolf ein Rotwild im Gemeindegebiet von Vorderstoder erlegt hatte, wurde die Situation in Österreich und in weiterer Folge in Europa beleuchtet. Es wird geschätzt, dass sich die Wolfspopulation in Europa auf etwa 20.000 Exemplare ausgeweitet hat. Aufgrund der strengen Schutzbestimmungen auf EU-Ebene, ist von einer Zunahme von jährlich gut 3.000 Individuen auszugehen. Grund genug also, dass sich die Betreiber von Viehzucht sorgen um ihre Tiere machen. Auch die Jägerschaft sieht ihre Rotwildbestände in Gefahr.

So richtig emotional wurde es bei der anschließenden Diskussion, bei der sich auch die Politik kräftig beteiligte. Für die überwiegende Mehrheit war klar, es kann keine Coexistenz von Mensch und Wolf geben. Dafür ist in den dicht besiedelten und komplett landwirtschaftlich erschlossenen Gebieten kein Platz. Von den NGOs wird mehr Verständnis für die Situation der landwirtschaftlichen Betriebe gefordert. Eine Entnahme von Problemwölfen muss möglich werden. Aber ob Abschuss das Allheilmittel für die Zukunft ist, sei dahingestellt.

Statement LAbg. Gruber – Ist die Pyhrn-Priel Region eine Wolfsregion?:
„Nein. Die Pyhrn-Priel Region ist eine über Jahrhunderte hinweg gewachsene Kultur- und Wirtschaftslandschaft mit einer speziellen Struktur. Viele Existenzen, etwa Almbauern, sind vom Fortbestand in der derzeitigen Form abhängig. Der angedachte Umgang mit dem Wolf, wie eine in einer alpinen Region weder leistbare noch effektiv durchführbare Einzäunung, würde das Gefahrenpotential nicht wesentlich eindämmen. Die Interessenabwägung schlägt damit deutlich zugunsten der ansässigen Jäger und Almbauern aus. Bei rasanter Entwicklung der Wolfspopulation würde letztlich auch die Sicherheit der angrenzenden Siedlungen ein Thema werden müssen.“