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Mittwoch, den 13. Januar 2021 07:00

Museen der Stadt Linz


Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer

Lentos und Nordico stellen Programm für 2021 vor und ziehen Bilanz aus dem vergangenen Corona-Jahr

Das Lentos bietet im kommenden Jahr ein breites Spektrum an Ausstellungen, von der Analyse radikaler Nationalismen über die Beschäftigung mit den Themen Kindheit und Feministische Avantgarde bis hin zu Einzelausstellungen der Künstlerinnen Emmy Haesele und Ida Maly. Das Nordico Stadtmuseum widmet sich dem jungen Hitler und setzt auf die Kraft sozialistischer Stadtarchitektur.

Das Lentos startet mit Transformation und Widerkehr, die Schau betrachtet faschistoide Mechanismen im Spiegel zeitgenössischer Kunst, ins Ausstellungsjahr 2021. Die Präsentation im großen Saal zu Franz Gertsch, die bis Mitte April verlängert werden konnte, wird von der Ausstellung Wilde Kindheit abgelöst. Gezeigt werden 170 KünstlerInnen, Positionen von 1900 bis heute, die kritisch, realistisch differenziert, aber auch mit viel Ironie und Humor kindliches Glück ebenso wie Frustration dokumentieren. Parallel dazu werden die expressiven, märchenhaften und mystischen Zeichnungen von Künstlerin Emmy Haesele (1894–1987) im Untergeschoss präsentiert. Im Herbst zeigt die Feministische Avantgarde aus der Sammlung Verbund wie 81 Künstlerinnen die Konstruktion des Weiblichen in den 1970er-Jahren hinterfragten. Zeitgleich wird das Werk der talentierten Malerin Ida Maly (1894–1941), einer österreichischen Künstlerin, die Ende der 1920er-Jahre als „Schizophrene“ in einer psychiatrischen Anstalt institutionalisiert wurde, präsentiert. „Das Programm für das Jahr 2021 legt den Fokus auf zwei Themen, einerseits eine vertiefte Auseinandersetzung mit feministischen Künstlerinnen und weiblichen Künstlerinnenbiografien, wobei wir da einem nun seit einigen Jahren bestehenden internationalen Trend folgen. Zweitens setzen wir einen Schwerpunkt im Bereich Zeitgeschichte, dies z.B. mit der Ausstellung Der junge Hitler oder mit der künstlerischen Analyse nationalistischer Ideologien in Transformation und Wiederkehr,“ so Direktorin Hemma Schmutz.

Auf die Street Art Ausstellung Graffiti & Bananas folgt im Nordico Stadtmuseum im Frühling die Schau Der junge Hitler, welche die prägenden Jahre des Diktators von 1889–1914 thematisiert. Die Ausstellung ist eine Koproduktion zwischen dem Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich und dem Nordico Stadtmuseum Linz. Im Herbst konzentriert sich Gebaut für Alle auf die sozialen Architekturvorhaben und in Linz realisierten Bauten der Architekten Curt Kühne (1882–1963) und Julius Schulte (1881–1928) zu Beginn des 20. Jhd. bis Anfang des 2. Weltkriegs. „Das kommende Jahr können wir mit zwei historisch äußerst spannenden Ausstellungen aufwarten. Wir hoffen auch künftig wieder mehr Programm vor Ort stattfinden lassen zu können, um sich vermehrt diskursiv mit diesen Themen unter der Anleitung unserer äußerst versierten Kunstvermittlung auseinander setzen zu können“, so Nordico Leiterin Andrea Bina.

Auch im Coronajahr konnten einige Erfolge verzeichnet werden, darunter Digitalisierungsmaßnahmen wie ein Angebot virtueller Museumsrundgänge, Webinare oder der Online-Gang des Nordico Fotoarchivs. Zusätzlich wurden die Sammlungen durch Ankäufe und Schenkungen gestärkt, u.a. durfte sich das Lentos über eine Schenkung von sechs Gemälden der britischösterreichischen Künstlerin Marie-Louise von Motesiczky und den Ankauf des Zamp-Kelp-Archivs mit einem großen Konvolut von Werken der 1970er-Jahre Architekturavantgarde Hausrucker & Co durch die Stadt Linz freuen. „12 Ausstellungen zusätzlich zur Schau der eigenen wertvollen Sammlungen sind mehrfach gute Gründe 2021 die städtischen Museen zu besuchen. Mit dem ambitionierten und abwechslungsreichen Jahresprogramm, einem neu gestalteten Lentos-Shop, 2 einem neuen Internetauftritt und online-Angeboten wollen wir das Publikum zurückgewinnen“, wirbt Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer für den sicheren Kulturgenuss in den Museen.

Das vergangene Jahr war durch die langen Schließzeiten der Museen von massiven Einbußen durch den BesucherInnenrückgang und Entfall geplanter Umsatzerlöse geprägt. „Auch 2021 wird kein normales Museumsjahr werden. Es ist von nachfrageseitigen Einbußen und einer Fortsetzung der wirtschaftlichen Herausforderungen auszugehen, aktuell können wir aber immer noch ein ausgeglichenes Budget vorweisen,“ so Gernot Barounig, Kaufmännischer Direktor Museen der Stadt Linz.

 

Bild (c) Stadt Linz