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Montag, den 13. September 2021 07:00

Schulstart in Oberösterreich


Bildungsdirektor Dr. Alfred Klampfer, LH-Stv. Mag.a Christine Haberlander und Dipl.-Päd.in Margret Kobilka

Am 13. September startet für insgesamt rund 195.000 Schülerinnen und Schüler das Schuljahr 2021/2022. Die Vorbereitungen dafür liefen auf Hochtouren.

„Das große Ziel ist es, dass im Jahr 2021/2022 Schule in Präsenz stattfinden kann. Wir tun alles, damit es zu keinen Schulschließungen kommt. Der heurige Schulstart ist ein anderer, aber sicherer als im Vorjahr. Wir halten uns dabei nicht nur an die Vorgaben aus Wien, wir machen mehr. Im Vergleich zum Schuljahr im Vorjahr wurde nicht nur das Testangebot ausgebaut. Wir haben den Bedarf an Luftfiltern abgefragt und die Schulerhalter informiert, wie sie diese bestellen können, wir stellen Masken zur Verfügung und bieten den Schülerinnen und Schülern der höheren Jahrgänge Impfungen an. Es gibt neben der Impfung ein umfangreiches Testangebot und ein Sicherheitskonzept für die Schulen. Wir lernen das Virus mit seinen Mutationen immer noch von Tag zu Tag besser kennen. Mit den Erfahrungen aus den vergangenen Monaten des Schulbetriebs ist dieser noch sicherere Start in das kommende Schuljahr möglich“ sagen Bildungsreferentin LH-Stellvertreterin Christine Haberlander und Bildungsdirektor Alfred Klampfer und betonen: „Das wichtigste G ist jenes von geimpft. Die Verantwortung von geimpften Erwachsenen ermöglicht Kindern eine geöffnete Schule. Wir können zudem weiterhin mit dem Engagement und der Flexibilität der Pädagoginnen und Pädagogen rechnen und sind davon überzeugt, dass wir dieses Jahr gemeinsam gut meistern werden“.

Überdurchschnittlich hohe Impfbereitschaft des Lehrpersonals
„Die Impfung schützt, sie schützt jede und jeden Einzelnen von uns – und damit uns alle. Mit ihr schützen wir uns selbst vor der Krankheit und unsere Mitmenschen vor einer Ansteckung. Und damit uns alle und vor allem auch das Bildungswesen vor weitergehenden Maßnahmen. Umso erfreulicher ist es, dass wir im Bildungswesen eine überdurchschnittlich hohe Impfquote von 78 Prozent der Pädagoginnen und Pädagogen haben. Dies ist die Basis für einen möglichst sicheren Schulbetrieb“, betont Haberlander.

In Oberösterreich sind laut Erhebung der Statistik Austria 78 Prozent der Lehrkräfte im Alter von 20 bis 64 Jahren geimpft, das sind rund 17.000 Lehrerinnen und Lehrer. Damit liegt der

Impfschutz deutlich über jenem der Gesamtbevölkerung in Oberösterreich mit 63 Prozent. Unterschiede sind in Oberösterreich auch in der Verteilung zwischen den Schultypen zu erkennen. Mit 86 Prozent ist der Anteil der vollimmunisierten Lehrenden an den allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS), gefolgt von 81 Prozent der Lehrenden an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMS/BHS) in Oberösterreich am höchsten. Die Durchimpfung unter den Lehrenden an den oberösterreichischen Volksschulen (VS), den Mittelschulen (MS) sowie anderen Schulen (Berufsschulen sowie sonstige allgemeinbildende Schulen bzw. berufsbildende Schulen) beträgt zwischen 72 und 79 Prozent. 82 Prozent der männlichen sowie 77 Prozent der weiblichen Lehrenden haben sich bereits vollimmunisiert. Die Altersgruppe der über 55-Jährigen weißt die höchste Impfquote mit 86 Prozent aus, während sie bei der Gruppe der unter 35-Jährigen 69 Prozent beträgt.

Schulstart mit Sicherheitsphase

Folgende Punkte gelten in der Sicherheitsphase (erste drei Wochen):

  • Maskenpflicht für alle Personen außerhalb der Klassen- und Gruppenräume
  • alle Schülerinnen und Schüler werden dreimal in der Woche getestet, davon mindestens einmal mit einem PCR-Test
  • Lehrkräfte sowie das Verwaltungspersonal testet sich dreimal pro Woche; nicht geimpftes Lehr- und Verwaltungspersonal bringt einen PCR-Test von außen

Die Schulen werden mit FFP2-Masken für die Pädagoginnen und Pädagogen ausgestattet. Auch für die Schülerinnen und Schüler wird es weiterhin ein Masken-Reservekontingent an den Standorten geben.

Die Zeit nach der Sicherheitsphase
Zusätzlich zur anfänglichen dreiwöchigen Sicherheitsphase sollen vier Maßnahmen einen weiteren sicheren Schulalltag ermöglichen.

  • Testen
    Erstmals werden neben den bewährten Antigentests auch PCR-Tests eingesetzt. Das negative Testergebnis wird, wie schon ab der zweiten Hälfte des vergangenen Schuljahres, im Ninja-Pass eingetragen.

Positive Antigen-Test-Ergebnisse werden von der Schulleitung umgehend den Erziehungsberechtigten sowie der zuständigen Gesundheitsbehörde gemeldet. Diese entscheidet dann über den weiteren Verlauf – weitergehende Testungen bzw. Absonderungen.

  • Impfen
    „Oberösterreich hat eine hohe Durchimpfung, jede zusätzliche Impfung ist aber besonders wichtig auf unserem gemeinsamen Weg im Kampf gegen Corona. Sie ist zudem ein wichtiger Faktor für einen sicheren Schulalltag. Dafür werden wir als Land OÖ regionale niederschwellige Impfangebote bei Schulen ermöglichen. Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und alla anderen Personen an den Schulen, die sich impfen lassen wollen, können dieses Angebot nutzen und somit sich und ihre Liebsten vor einer schweren Erkrankung schützen“, so die Gesundheitsreferentin.
  • Luftreiniger
    Eine erste Abfrage in Oberösterreich hat ergeben, dass 54 Einrichten (Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen sowie Schulen) insgesamt 116 Räume aufweisen, die weder stoß- noch quergelüftet werden können. Der Bund hat hierfür 4.000 Geräte für ganz Österreich angeschafft. Die ersten Geräte werden ab Schulbeginn direkt vom Bund an die Standorte geliefert.
  • Frühwarnsystem
    Abwasseranalysen sollen helfen, Trends im Pandemiegeschehen zu erkennen. So können regionale Maßnahmen frühzeitig gesetzt werden.

Im kommenden Schuljahr werden drei unterschiedliche Sicherheitsstufen zum Einsatz kommen. Die Einstufung erfolgt nach Empfehlung der Corona-Kommission. Dabei werden neben den Infektionszahlen auch die Anzahl der Tests, die Aufklärungsrate, die Symptomatik und die Dynamik des Infektionsgeschehens berücksichtigt.

 

Stufe 1: Geringes Risiko / Schwellenwert unter 100  

  • keine Maskenpflicht
  • Antigen-Tests der Schülerinnen und Schüler erfolgen freiwillig
  • regelmäßige Testung (davon min. 1 externer PCR-Test) von nicht-geimpftem Lehr- und Verwaltungspersonal
  • beim Singen und Musizieren / bei Bewegung und Sport soll für eine häufigere Durchlüftung gesorgt werden         
  • für Externe gilt: 3G-Regelung und Tragen eines MNS während des gesamten Aufenthalts

Stufe 2: Mittleres Risiko / Schwellenwert ab 100

  • Maskenpflicht für alle Schülerinnen und Schüler sowie für das Lehr- und Verwaltungspersonal außerhalb der Klassen- und Gruppenräume
  • nicht geimpfte Schülerinnen und Schüler müssen zwei Mal einen Antigentest durchführen sowie einen PCR-Test (gilt pro Woche)
  • regelmäßige Testung (davon min. 1 externer PCR-Test) von nicht-geimpftem Lehr- und Verwaltungspersonal
  • Singen und Musizieren mit Blasinstrumenten nach Möglichkeit im Freien
  • Bewegung und Sport nach Möglichkeit im Freien
  • für Externe gilt: 3G-Regelung und Tragen eins MNS während des gesamten Aufenthalts

Stufe 3: Hohes bis sehr hohes Risiko / Schwellenwert ab 200

  • Schülerinnen und Schüler bis zur 8. Schulstufe tragen außerhalb der Klassen- und Gruppenräume einen Mund-Nasenschutz. Ab der 9. Schulstufe wird die Maske auch im Unterricht getragen. Die Regel gilt parallel für Lehrkräfte.
  • nicht geimpfte Schülerinnen und Schüler müssen zwei Mal einen Antigentest durchführen sowie einen PCR-Test (gilt pro Woche)
  • regelmäßige Testung (davon min. 1 externer PCR-Test) von nicht-geimpftem Lehr- und Verwaltungspersonal
  • Singen, wenn möglich, im Freien; Musizieren mit Blasinstrumenten ausschließlich im Freien
  • Bewegung und Sport, wenn möglich, im Freien
  • kein Unterrichtsangebot mit Externen
  • Schulveranstaltungen und schulbezogene Veranstaltungen können nicht durchgeführt werden
  • Konferenzen, Sprechtage, Gremien … dürfen nur in digitaler Form stattfinden

 

Die Hotline der Bildungsdirektion OÖ wird auch im kommenden Schuljahr beibehalten. Diese ist Montag bis Donnerstag von 7:30 bis 17:00 Uhr und Freitag von 7:30 bis 14:00 Uhr unter +43 732 7071-4131 oder +43 732 7071-4132 erreichbar.

„Wir wissen, dass es bei Eltern aber auch Pädagoginnen und Pädagogen nicht nur vor dem Schulstart, sondern auch während des Jahres zu Fragen kommt. Viele versuchen wir durch den oö. Leitfaden in Form von FAQs zu beantworten. Diese sind jederzeit online abrufbar. Die Schulleiterinnen und Schulleiter werden über die aktuellen Maßnahmen in den

Leiterdienstbesprechungen informiert. Sollten Pädagoginnen und Pädagogen oder Eltern dennoch Fragen haben, können sie sich gerne bei der Hotline melden“, erklärt Klampfer.

Häuslicher Unterricht
Für das am 13. September startende Schuljahr sind spürbar mehr Kinder und Jugendliche zum häuslichen Unterricht angemeldet als noch in den Jahren zuvor. 2020/21 hatten wir in Oberösterreich 299 Pflichtschülerinnen und Pflichtschüler, heuer sind es mehr als 1.300 Schülerinnen und Schüler. Rund zwei Drittel davon sind Volksschulkinder.

Wichtig ist zu betonen, was häuslicher Unterricht bedeutet.
„Wer sein Kind zum häuslichen Unterricht anmeldet, muss dieses auch zuhause unterrichten. Die Begrifflichkeit ‚häuslicher Unterricht‘ an sich stellt schon unzweifelhaft klar, dass er zuhause stattzufinden hat. Ein Zusammenschluss in Lerngruppen ist nicht gestattet. Diese kämen einer Privatschule gleich würde eine Genehmigung der Bildungsbehörde benötigen. Wir werden jeder Meldung über solche illegalen Zusammenschlüsse nachgehen und diese bei den Bezirksverwaltungsbehörden melden“, so Haberlander und führt weiter aus: „Damit die Bildung der Kinder und Jugendlichen, welche zu Hause unterrichtet werden, nicht völlig aus den Augen verloren wird, braucht es hier jedenfalls strengere Maßnahmen. So setze ich mich beim Bund zusätzlich zur Externistenprüfung am Jahresende, für eine standardisierte Überprüfung des Lernstandes der Kinder nach dem ersten Semester ein. Eltern sollen künftig auch nicht mehr entscheiden können, wo die Externistenprüfung stattfindet. Außerdem sollen den Eltern in Aufklärungsgesprächen die Konsequenzen der Abmeldung verdeutlicht werden – meldet man sein Kind vom Unterricht ab, so gibt es auch keine Unterstützung der Lehrkräfte beim Unterricht daheim.“

„Eine Zahl, die wir in der Bildungsdirektion sehr ernst nehmen. Ich möchte an dieser Stelle auch zu bedenken geben, dass man den Kindern und Jugendlichen hier wichtige soziale Kontakte nimmt. Das gemeinsame Lernen sowie die Erlebnisse mit den Freundinnen und Freunden sind ein wichtiger Teil in der Entwicklung der Schülerinnen und Schüler“, so der Bildungsdirektor.

„Am Ende des Schuljahres müssen die Kinder Externistenprüfungen vor einer Prüfungskommission ablegen. Besteht man diese nicht, muss man das Schuljahr wiederholen. Dann ist jedoch keine Abmeldung zum häuslichen Unterricht mehr möglich“, erklären die beiden.

Auch Gemeinde- und Städtebund wurden bereits schriftlich darauf hingewiesen, derartige Gruppierungen bei der Bildungsdirektion zu melden.

„Die vergangenen Monate waren aufgrund von Corona weder für uns als Pädagoginnen und Pädagogen noch für die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern einfach. Daher bin ich allen dankbar, für die tolle Zusammenarbeit, wodurch Bildung stets für die Kinder ermöglicht wurde. Beim Start des Präsenzunterrichts nach der langen Zeit des Distance-Learnings konnte man die Freude der Kinder in ihren Augen ablesen. Denn Schule braucht Präsenz, die Kinder brauchen die sozialen Kontakte zu ihren Freundinnen und Freunden sowie den Pädagoginnen und Pädagogen. Daher ist es mir persönlich ein großes Anliegen, dass möglichst keine Kinder vom Unterricht abgemeldet werden, nur so lernen die Kinder soziale Kompetenzen und haben beim Bildungsstand keinen Nachteil gegenüber gleichaltrigen“, so Margret Kobilka, Volksschuldirektorin der Froschbergschule.

„Die Abmeldungen zum häuslichen Unterricht würden sich an manchen Schulstandorten so auswirken, dass Klassen dadurch zusammengelegt werden müssten. Nach intensiven Überlegungen haben wir im Sinne der Schülerinnen und Schüler entschieden, sodass die Klassen nicht zusammengelegt werden. Die Abmeldung von Schülerinnen und Schülern soll nicht zu einer Strafe für die anderen Mitschülerinnen und Mitschüler werden. Wir wollen damit zudem die Möglichkeit schaffen, dass Eltern ihre Kinder jederzeit wieder in die Schule schicken können“, erklärt Haberlander.

8-Punkte-Plan Digitalisierung geht weiter
Mit Schulbeginn wird der „8-Punkte-Plan für Digitalisierung“ des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung weiterhin konsequent umgesetzt.

Als nächster großer Schritt steht hier die Ausgabe der digitalen Endgeräte für die 5. und 6. Schulstufen an, ab dem Schuljahr 2022/2023 dann jeweils in der 5. Schulstufe.

In Oberösterreich sind insgesamt 286 Mittelschulen und AHS-Unterstufen zur Teilnahme berechtigt, 93 Prozent davon haben sich angemeldet.

Zahlen zum Projekt aus OÖ:
-         1.001 Pflichtschulklassen
-         298 Klassen der AHS-Unterstufen (5. + 6. Schulstufe)

„Wir freuen uns über die rege Teilnahme der oö. Schulen an diesem zukunftsorientierten Projekt des BMBWF. Ziel ist es, dass bis 2024 das Digitale Lernen in allen Schulen gut verankert ist. Dafür werden insgesamt österreichweit 250 Millionen Euro investiert. Ein Betrag, der die Wichtigkeit dieser Initiative unterstreicht“, so Haberlander und Klampfer.

Im Rahmen des Projekts „Digitale Schule“ wäre kein konkretes Endgerät für die Lehrkraft vorgesehen. Daher stattet das Land OÖ zusätzlich zu den vom Bund zur Verfügung gestellten Geräten die Lehrkräfte aus und investiert dafür in den kommenden drei Jahren 3,2 Millionen Euro. Gekauft werden zwei Endgeräte (Tablets bzw. Notebooks) pro Klasse, inkl. aller Nebenkosten wie Versicherung, Ersteinrichtung oder Lizenzierung der User.

„Ein wesentlicher Erfolgsfaktor wird die Lehrendenfortbildung sein. Alle Pädagoginnen und Pädagogen müssen auf das Unterrichten mit Informations- und Kommunikationstechnologien in Blended und Distance Learning gut vorbereitet werden. Dies muss sowohl in der Ausbildung für unsere künftigen Lehrerinnen und Lehrer aber auch in der Fort- und Weiterbildung unserer derzeitigen Kolleginnen und Kollegen ihren Niederschlag finden. Die Ausstattung aller mit einem Endgerät ist ein großer und wichtiger Schritt, wofür ich mich beim Land OÖ bedanken möchte“, ergänzt Klampfer.

Laut Zeitplan des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung, werden die ersten Geräte ab 20. September an die Schülerinnen und Schüler ausgeliefert.

Administratives Unterstützungspersonal wird ausgebaut
Auch in diesem Schuljahr werden wieder viele administrative Tätigkeiten von den Lehrkräften und den Schulleitungen abverlangt. Anders als in den Bundesschulen fehlt es den meisten Pflichtschulen jedoch an Unterstützungspersonal in diesem Bereich. Das führt vielerorts dazu, dass von Lehrenden viel Zeit und Ressourcen für Verwaltungsarbeit aufgewendet werden müssen, die ihnen dann wiederum für pädagogische Arbeit fehlt.

Zur Entlastung startete Anfang Mai das Land OÖ gemeinsam mit dem AMS OÖ und der Bildungsdirektion OÖ die Ausstattung der ersten zwölf Pflichtschulen mit administrativen Unterstützungspersonal. Dieses Projekt wird nun mit Schulstart weiter ausgebaut.

„Ich freue mich, dass wir im September an weiteren 73 Schulstandorten administrative Unterstützungskräfte einsetzen werden. Geplant ist eine weitere Aufstockung der 85 Schulen auf 100. Jede zusätzliche Hilfe führt zu einer wichtigen Entlastung des Lehrpersonals, dem so mehr Zeit für die pädagogische Arbeit bleibt, für die Kinder und Jugendlichen“, so Haberlander.

„Die ersten Rückmeldungen aus den Schulen sind wirklich positiv. Die Unterstützungskräfte leisten hier hervorragende und wertvolle Arbeit. Gerade in Zeiten der Pandemie fallen wirklich viele administrative Tätigkeiten an, die sie übernehmen können“, so Klampfer.

Fokus auf Förderunterricht
„Das letzte Schuljahr wird wohl für die meisten unvergessen bleiben. Zahlreiche Umstellungen sowie lange Phasen des Distance-Learnings waren eine große Herausforderung. Um etwaige Lernrückständen vorzubeugen, legen wir einen bewussten Fokus auf die gerade so notwendige Förderung der Schülerinnen und Schüler. Für das am Montag startende Schuljahr werden 265 zusätzliche Diensposten für den Förderunterricht an oö. Pflichtschulen eingesetzt, das sind nochmals 50 mehr als im letzten Schuljahr. Ziel ist, allen Schülerinnen und Schülern ein bestmögliches Bildungsangebot zukommen zu lassen. Diese zusätzlichen Ressourcen sehen wir dazu als essentielles Mittel“, erklären Haberlander und Klampfer.

Die Stundenkontingente werden je nach Bedarf den Schulen zugewiesen. Über die genaue Verwendung wird am Standort entschieden. Die Stunden können für eine (Klassen)Teilung in den Hauptgegenständen eingesetzt werden, für Kleingruppenunterricht in den Hauptgegenständen, für zusätzliche individuelle Fördermaßnahmen oder als Förder- bzw. Ergänzungsunterricht.

„In den Hauptgegenständen benötigen wir die meiste Förderung in Deutsch, danach folgen Mathematik und Englisch. Mehr als die Hälfte der Dienstposten leistet aber Förderung in anderen Gegenständen“, erklärt Klampfer.

Individuelle Kompetenzmessung PLUS (iKMPLUS)
Das iKMPLUS ist ein standardisiertes und objektives Instrument zur Diagnose zentraler Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern zu einem bestimmten Zeitpunkt. Ihr Ergebnisse fließen nicht in die Benotung mit ein und werden auch nicht als Kriterium für die Aufnahme an einer höheren Schule verwendet. Sie stellt eine Weiterentwicklung der beiden bestehenden Instrumente Bildungsstandardüberprüfung (BIST) und Informelle Kompetenzmessung (IKM) dar und wird diese künftig ersetzen bzw. ausbauen.

Ablauf:
Im Rahmen der iKMPLUS wird bundesweit jährlich im Sommersemester der 3. und 4. Schulstufe sowie im Wintersemester in der 7. und 8. Schulstufe in einem 45-minütigen Test der aktuelle „Lernstand“ der Schülerinnen und Schüler in ausgewählten Kompetenzbereichen der Fächer Deutsch, Mathematik und – nur in der 7. und 8. Schulstufe – Englisch erfasst.

Die Ergebnisse sind als Momentaufnahme von Kompetenzen zu sehen. Die Testung versteht sich als präventive Maßnahme, die durch eine frühe und wiederholte Diagnostik zur individuellen Förderung motiviert.

Den Pädagoginnen und Pädagogen nützt die iKMPLUS, weil sie Auskunft darüber erhalten, wo jede einzelne Schülerin/jeder einzelne Schüler ihrer Klasse zum Testzeitpunkt steht und sie darauf in der Unterrichts- und Förderplanung eingehen können. In einem weiteren Schritt lassen sich Maßnahmen für die Schul- und Unterrichtsentwicklung am Standort ableiten.

Für die Schülerinnen und Schüler ist iKMPLUS eine Momentaufnahme ihrer Leistung und dient dazu, mit der Lehrperson und den Eltern gemeinsam die Ergebnisse zu besprechen und diese zu reflektieren.

Die Lehrpersonen und Schulleitungen bekommen jährlich die Ergebnisse der Testungen, alle drei Jahre gehen die Ergebnisberichte anonymisiert an die Bildungsregion, Bildungsdirektion und die Zentralstelle des BMBWF.

Von 29. November bis 17. Dezember 2021 wird die iKMPLUS pilotiert. Österreichweit nehmen an dieser Politierung 170 Schulen teil, 32 davon aus Oberösterreich.

Ab dem Sommersemester 2021/2022 wird die iKMPLUS auf der 3. Schulstufe jährlich verpflichtend durchgeführt.   
Ab dem Wintersemester 2022/2023 dann auf der 7. Schulstufe.

Danach folgt die Durchführung auf der 3. und 4. Schulstufe im Sommersemester 2022/2023 und auf der 7. und 8. Schulstufe im Wintersemester 2023/2024.

BIG 5 – Österreichweit einzigartiges Schulsportprojekt startet

 

Grundsätzlich wurden auch in der Phase des Distance-Learnings viele Sportstunden gehalten, per Videoanleitung, als Challenge, über Apps und vieles mehr. Die Schülerinnen und Schüler schickten ihre Bewegungstagebücher, Videosequenzen, Aufzeichnungen der Pulsuhren oder ähnliches der Lehrkraft zu. Zusätzlich stellte der Fachinspektor für Bewegung und Sport, Fritz Scherrer, unter www.schulsportooe.at mehr als 100 Sportprogramme und Anleitungen zur Verfügung.

„Wie wichtig Bewegung für Kinder und Jugendliche ist, ist ausreichend bekannt. Daher freue ich mich, heute ein neues, in Österreich einzigartiges Schulprojekt vorstellen zu dürfen. BIG 5 ist ein Bewertungskonzept, das zum Üben und Trainieren der schulsportrelevanten Sportarten motiviert und zu einem vielseitigen Sportunterricht beitragen wird“, freut sich Haberlander.

„Nur der Schulsport bewegt alle Kinder. Wichtig ist uns dabei die Vielseitigkeit. Es geht nicht nur um Ballspiele oder Leichtathletik – Schulsport beinhaltet und kann viel mehr. Dieses neue Bewertungstool wird zu einem abwechslungsreichen Sportunterricht beitragen“, so Klampfer über BIG 5.

Ablauf:
Die Bildungsdirektion stellt allen Schulen der Sekundarstufe I ein Bewertungstool (Excel-Tabelle) zur Verfügung. In den fünf Schwerpunktbereichen Turn 10, Leichtathletik, Ball, Motorische Grundlagen und Vielseitigkeit werden Ergebnisse über das Jahr ermittelt. Diese tragen die Lehrerinnen und Lehrer ein und erhalten am Jahresende eine automatisch generierte Auswertung über die sportliche Leistung ihrer Schülerinnen und Schüler.

Diese können sich auch während des Jahres über ihren aktuellen Trainingsstand informieren und werden so zu höheren Leistungen motiviert.

Pädagoginnen und Pädagogen erhalten mit BIG 5 ein Bewertungskonzept des Schulsports, welches die Basics des Schulsports abdecken. Die Übungs- und Trainingsinhalte werden in die Jahresplanung integriert bzw. ergeben die Jahresplanung. Jede Schülerin und jeder Schüler hat die Möglichkeit, die eigenen Stärken auszuspielen und die persönlichen schwächeren Seiten gezielt zu trainieren und zu üben. Die Ergebnisse können als Einzel-, Klassen oder auch als Teamwertung abgerufen werden.

Freie Tage und Ferientermine
Die Schulen können im Schuljahr 2021/22 insgesamt vier schulautonome freie Tage festlegen. Die Bildungsdirektion OÖ hat ihnen empfohlen, die Tage nach Christi Himmelfahrt, also Freitag, 27. Mai 2022 und Fronleichnam, also Freitag, 17. Juni 2022, schulautonom schulfrei zu erklären.