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Mittwoch, den 04. Januar 2017 08:00

Die letzte Rauhnacht


Ebenseer Glöcklerlauf - Imagebild

Ebenseer Glöcklerlauf am 5.1.2017 – immaterielles Kulturerbe Österreichs

Einer der schönsten Bräuche ist der Glöcklerlauf am 5. Jänner, dem Vorabend des Heiligen-Drei-König-Festes. Ebensee, am Südufer des Traunsees gelegen, ist das Zentrum und der Ursprung dieses Rauhnachtbrauches.

An die 300 „Glöckler“ durchlaufen in dieser Nacht die verschneiten Straßen und Gassen des Salzkammergutortes. Der Sinn des Glöcklerlaufes soll es sein, Heil und Segen der guten Geister zu gewinnen und die bösen Geister zu vertreiben.

Die Glöckler ziehen mit ihren, bis zu 15 Kilogramm, schweren Kappen und ebenso gewichtigen Glocken durch den Ort.

Jede Kappe ist eigentlich ein kleines Kunstwerk. Einige hundert Arbeitsstunden sind für eine Kappe erforderlich. Mehrere Zeichner entwerfen die Bilder. Das ist gar nicht so einfach, denn es darf kein Motiv zweimal verwendet werden.

Anschließend werden die Motive in mühevoller Kleinarbeit aus Tonpapier ausgeschnitten, gestanzt und mit buntem Seidenpapier hinterklebt. Im Inneren des Holzgerüstes werden zur Beleuchtung der Glöcklerkappen mehrere Kerzen befestigt. Die traditionellen Formen der Kappen sind Sturmhut, Fünfzack und Siebenzack.

Der Konkurrenzkampf unter den einzelnen Glöcklerkappen – auch Passen genannt – ließ die Kappen in den letzten Jahren immer größer und prächtiger werden. Auf dem Rücken trägt der Glöckler – wie der Name bereits aussagt – große, schwere Glocken.

Am 5. Jänner ist es dann soweit. Die Glöckler schlüpfen in ihre weißen Gewänder. Am jeweiligen Treffpunkt werden Krippenlieder gesungen, bis die „Anzünder“ alle Kerzen in den Kappen entzündet haben.

Um Punkt 18 Uhr wird der Glöcklerlauf durch einen Böllerschuss eröffnet. Jede Passe wird von einem Vorläufer angeführt. Dieser trägt keine Kappe, sondern nur einen Stock. Nach dem Startschuss werden dann in ganz Ebensee die Straßenlaternen gelöscht, damit die wunderschönen, bunten und beleuchteten Glöcklerkappen richtig zur Geltung kommen.

Die Einbindung der Jugend in den Glöcklerlauf ist den Glöcklerpassen ein großes Anliegen. Zu diesem Zweck gibt es eigene Kinder- und Jugendpassen, die den Wert und die Freude an dieser Tradition an die nächsten Generationen vermitteln.

Obwohl sich dieser Brauch in vielen Orten unseres Bundeslandes ausgebreitet hat, darf man ohne Übertreibung sagen, dass es nirgendwo anders größere, schönere Kappen gibt und der Brauch in seiner Originalität sowohl von den Teilnehmern, als auch von der Bevölkerung mitgetragen und gelebt wird.

Aus diesem Grund wurde der „Ebenseer Glöcklerlauf“ 2010 in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen.

 

 

Glöcklerkappenausstellung am 5.1.2017:

von 10 bis 16 Uhr im Rathaussaal und von 12 bis 16 Uhr in der Stockschützenhalle

 

Glöcklerkappenausstellungen am 6.1.2017:

„Rindbacher“ Passe von 10 – 17 Uhr im Feuerwehrdepot Rindbach

die „Kohlstatt“ Passe von 10 – 17 Uhr in der Langbathstraße 78 (nähe Seilbahn) die Passe „Katholische Jugend“ von 10 – 17 Uhr im Pfarrheim (Kirchenplatz)

die „Alt Ebensee“ Passe von 14 – 20 Uhr in der Almhausstraße Nähe Ev.Kirche, Verschiedene Glöcklerpassen von 11 – 17 Uhr in der Union Stockschützenhalle, im museum.ebensee von 9 – 12 Uhr 13 – 17 Uhr (Dauerausstellung zu den Öffnungszeiten des Museums)