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Donnerstag, den 14. Dezember 2017 13:37

Bahnbrechende Entdeckung


OA Dr. Dietmar Enko bei der Untersuchung einer Patientin

Labormediziner des LKH Steyr bei Weltkongress ausgezeichnet

STEYR. Eine bahnbrechende Entdeckung gelang in der Labormedizin des Krankenhauses Steyr. Hier konnte in wissenschaftlicher Kooperation mit der Medizinischen Universität Graz und der Johannes-Kepler-Universität Linz nachgewiesen werden, dass es einen Zusammenhang zwischen Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Stoffwechselproblemen und Depressionen gibt.

Für diese herausragende Arbeit wurde der Steyrer Labormediziner OA Dr. Dietmar Enko auf dem Weltkongress der Labormediziner in Japan ausgezeichnet. Hinter dem etwas sperrigen Titel „Tryptophanstoffwechsel, Kohlenhydrat-Unverträglichkeiten und Depression“ verbirgt sich eine Erkenntnis, die die Lebensqualität tausender Menschen massiv verbessern kann. „Tryptophan ist der Rohstoff, welcher im Körper unter anderem für die Produktion von Serotonin verantwortlich ist, dem sogenannten Glückshormon“, erklärt der ausgezeichnete Mediziner Dr. Dietmar Enko. „Es wird angenommen, dass durch einen erhöhten Serotoninspiegel die Stimmung aufgehellt und Depressionen gelindert werden können. Funktioniert die Umwandlung im Körper aber nicht richtig, so kommt es zu einem Serotoninmangel.“

Insgesamt wurden 251 Patient/-innen im Alter von 18 – 70 Jahren mit gastrointestinalen Beschwerden – wie Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall usw. auf Laktose- und Fruktose-Unverträglichkeit, Tryptophanstoffwechselparameter und Anzeichen einer Depression – untersucht. Dabei zeigten Patient/-innen mit Fruktose-Unverträglichkeit signifikant häufiger Anzeichen einer Depression.

Steyrer Labordiagnostik im Fokus der Weltmedizin
Beim diesjährigen 29. Weltkongress der Weltorganisation der Gesellschaften für Pathologie und Labormedizin im japanischen Kyoto, erhielt Dr. Dietmar Enko als Erstautor eine Auszeichnung für die beste Posterpräsentation. Die Arbeit wurde bereits im September in der international renommierten Zeitschrift „Psychiatry Research“ publiziert (Assessment of tryptophan metabolism and signs of depression in individuals with carbohydrate malabsorption. Enko D et al.; Psychiatry Res. 2017).

 

Bild (GESPAG): OOA Dr. Dietmar Enko bei der Untersuchung einer Patientin