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Dienstag, den 02. Oktober 2018 08:00

Impfung gegen Krebs


Primarius Univ.-Doz. Dr. Lukas Hefler, Landesrätin Mag.a Christine Haberlander, Melitta Thanner, Landessanitätsdirektor Dr. Georg Palmisano

„Schulinformationskampagne zur HPV-Impfung“

„Es gibt eine Impfung gegen Krebs…“ - Informationskampagne an Oberösterreichs Schulen zur Bewusstseinsbildung für HPV-Impfung Bereits 2014 wurde die Impfung gegen die Human Papilloma Viren (HPV) in das österreichische Kinderimpfkonzept aufgenommen. Seither wird diese bisher einzige Impfmöglichkeit gegen eine Krebserkrankung gratis an Österreichs Schulen angeboten. Doch die Durchimpfungsrate liegt unter 50 Prozent. Mit der „Petrol Ribbon Aktion“ soll die „Impfung gegen Krebs“ wieder mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt werden.

Gebärmutterhalskrebs stellt weltweit die zweithäufigste Krebsform und die dritthäufigste Krebstodesursache bei Frauen dar. Rund 400 Frauen erkranken österreichweit jährlich daran. Ursache für einen Großteil der Gebärmutterhals-Karzinome sowie andere Tumore sowohl im Genitalbereich als auch im Mund- und Rachenbereich bei Männern und Frauen sind die Humanen Papilloma Viren (HPV). Seit 2014 wird eine Impfung gegen HPV im bestehenden Schulimpfprogramm in der 4. Klasse Volksschule angeboten.

Information soll Eltern erreichen
Auf Initiative von Primarius Univ.-Doz. Dr. Lukas Hefler, Vorstand der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe der Spitalspartner Ordensklinikums Linz und Konventhospital Barmherzige Brüder, und Gesundheits-Landesrätin Mag.a Christine Haberlander wird diesen Herbst mit der „Petrol Ribbon Aktion“ auf die Wichtigkeit dieser Impfmöglichkeit aufmerksam gemacht. Als Pilot wird die Informationskampagne an Linzer Volksschulen gestartet.

„Nur wenigen Krebsarten kann man wirksam vorbeugen. Wir wollen die Eltern und Erziehungsberechtigten wieder darauf aufmerksam machen, dass es eine Chance gibt, ihre Kinder durch die kostenlose HPV-Impfung im Rahmen des Schulimpfprogrammes frühzeitig zu schützen“, so Mag.a Christine Haberlander, Landesrätin für Bildung und Gesundheit. Teil der „Petrol Ribbon Aktion“ ist eine Informationsveranstaltung für Schulärztinnen und Schulärzte, sowie das Verteilen von Info-Broschüren an Volksschullehrerinnen und Volksschullehrer der 4. Klasse Volksschule. „Somit können wir die Pädagoginnen und Pädagogen darin unterstützen, über Fragen der Eltern zu dieser Impfmöglichkeit Auskunft zu geben“, sagt Bildungs-Landesrätin Haberlander.

Prominente Unterstützer
An der Kampagne beteiligen sich namhafte Mitstreiter, unter anderem Mag.a Bettina Stelzer-Wögerer, Unternehmerin und Ehefrau von Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer, Univ.-Doz. Dr. Ansgar Weltermann, Präsident der Krebshilfe Oberösterreich und Dr. Georg Palmisano, Landessanitätsdirektor des Landes Oberösterreich.

Eine Impfung gegen Krebs
„Die Impfung gegen HPV ist tatsächlich eine Impfung gegen Krebs“,
betont „Petrol Ribbon Aktion“-Initiator Primarius Hefler und führt weiter aus: „Die Impfbeteiligung an der Gratis-Impfung gegen HPV in Österreich ist mit unter 50 Prozent viel zu niedrig. Daher wollen wir zur Teilnahme von Mädchen und Buben an der Österreichischen Gratis-Impfaktion motivieren. Im Gegensatz zum Brustkrebs ist der Unterleibskrebs weiterhin ein Tabuthema, das versuchen wir zu ändern.“ Etwa 80 bis 90 Prozent aller Menschen stecken sich im Laufe ihres Lebens mit HPV an – meistens ohne, dass sie es wissen oder bemerken. Bestimmte Virentypen können zu infektiösen, stark wachsenden Hautveränderungen im Genitalbereich (Kondylome/Feigwarzen) führen. Andere, sogenannte „Hochrisiko Typen“, sind für die Entstehung von einer Reihe von Krebserkrankungen verantwortlich: Gebärmutterhals-, Schamlippen-, Penis- und Enddarmkrebs und Krebserkrankungen im Mund- und Rachenraum. „Die rechtzeitige Impfung gegen HPV im Kindes- oder Jugendalter bietet einen nahezu 100 Prozent Schutz gegen diese Erkrankungen“, so Primarius Hefler. Auch Melitta Thanner, eine ehemalige Patientin unterstützt die Initiative: „Wenn es die Impfung vor Jahrzehnten schon gegeben hätte, hätte ich mir und meiner Familie viel Leid und Sorgen erspart. Vorbeugung ist noch immer besser als jegliche Therapie. Jeder verhinderbare Fall von Gebärmutterhalskerbs ist einer zu viel.“

Wann soll geimpft werden?
Die HPV-Impfung sollte am besten vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgen, da zu diesem Zeitpunkt in der Regel noch keine Infektion mit HPV stattgefunden hat. Zudem haben Untersuchungen eindeutig ergeben, dass die Impfantwort bei Kindern in der Altersgruppe vom 9. bis zum 12. Geburtstag am besten ist. Die gebildeten Antikörper können ein Eindringen der Viren in die Körperzellen und somit die Infektion optimal verhindern.

Österreichisches Impfprogramm
Im nationalen, kostenfreien Impfprogramm wird der 9-fach-Impfstoff gegen HPV für Mädchen und Buben vom 9. bis zum 12. Geburtstag verwendet. Die HPV-Impfungen werden im bestehenden Schulimpfprogramm in der 4. Klasse Volksschule angeboten. Die Impfung wird auch an öffentlichen Impfstellen (Sanitätsdienste der Bezirkshauptmannschaften bzw. Gesundheitsämter Magistrate) der Bundesländer bis zum 12. Geburtstag kostenfrei angeboten. Für Mädchen und Buben vom 12. bis zum 15. Geburtstag bieten die Bundesländer Nachholimpfungen zum vergünstigten Selbstkostenpreis an. Der Impfstoff wird bis zum 15. Geburtstag in zwei Teilimpfungen im Mindestabstand von sechs Monaten verabreicht. Nach dem 15. Geburtstag muss die HPV-Impfung für einen gleichwertigen Schutz 3-mal verabreicht werden. Die Impfung wird in den Oberarmmuskel verabreicht.

Welche Nebenwirkungen wurden bei der HPV-Impfung beobachtet?
Der HPV-Impfstoff ist einer der am besten getesteten Impfstoffe weltweit und wurde bereits millionenfach angewendet. Jedoch kann auch die HPV-Impfung sehr seltene Nebenwirkungen haben. Die Gebrauchsinformation des Impfstoffes informiert über die Zusammensetzung, mögliche Gegenanzeigen und Nebenwirkungen. Laut Berichten von Kindern ist die HPV-Impfung etwas schmerzhafter als andere Impfungen im Schulimpfprogramm.

Ist die Vorsorgeuntersuchung „Krebsabstrich“ bei Frauen weiterhin wichtig? Ja! Trotz Impfung wird auch weiterhin dringend angeraten, die regelmäßigen Untersuchungen beim Frauenarzt durchführen zu lassen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.petrolribbon.at

 

Bild (Land OÖ/Ehrengruber): Primarius Univ.-Doz. Dr. Lukas Hefler, Landesrätin Mag.a Christine Haberlander, Melitta Thanner, Landessanitätsdirektor Dr. Georg Palmisano